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Berufsbild des Zimmermanns
Den Beruf des Zimmermanns gibt es seit rund 2000 Jahren. Die Tätigkeiten haben sich über die Jahrhunderte gewandelt, der Werkstoff ist derselbe geblieben: Beim Zimmermann dreht sich alles ums Holz. Die offizielle Bezeichnung des Ausbildungsberufs lautet Zimmerer/Zimmerin; „Zimmermann“ ist die geläufige umgangssprachliche Form.
Aus Holz fertigt der Zimmermann die unterschiedlichsten Konstruktionen – je nach Ausrichtung des Betriebes.
Arbeitsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel:
- in Zimmereien und Holzbaubetrieben
- in industriellen Holzbauunternehmen und im Fertighausbau
- im Hoch- und Tiefbau
- in kommunalen Bau- und Dienstleistungsbetrieben
So vielfältig wie die Einsatzbereiche sind auch die Tätigkeitsfelder in diesem Beruf.
Der Zimmermann fertigt unter anderem:
- Konstruktionen für den Innenausbau, etwa Zwischenwände, Böden, Treppen, Türen oder Fenster
- Dachstühle und Garagen
- Bauteile für Bauwerke und den Fertigbau
- Gerüste und Schalungen
Hinzu kommen die Instandhaltung und Reparatur von Holzkonstruktionen sowie der maßgerechte Zuschnitt von Holzteilen – zunehmend mit CNC-gesteuerten Maschinen.
Ausbildung zum Zimmermann
Die Ausbildung zum Zimmerer/zur Zimmerin ist staatlich anerkannt und findet dual statt – im Betrieb und in der Berufsschule. Für sie gilt die Ausbildungsordnung vom 3. Juni 2024.
Voraussetzungen
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss ein, häufig wird auch die mittlere Reife bevorzugt. Wichtig sind zudem handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit.
Ablauf der Ausbildung
Im Betrieb wenden die Auszubildenden ihr Wissen praktisch an und vertiefen es Schritt für Schritt. Die Berufsschule vermittelt die theoretischen Grundlagen, unter anderem:
- den sicheren Umgang mit Werkzeugen, Maschinen, Materialien und Werkstoffen
- das Lesen und Umsetzen von technischen Zeichnungen, Bauplänen und Skizzen
- die Planung und den Bau unterschiedlicher Holzkonstruktionen
- Grundlagen von Arbeitssicherheit und Bauphysik
Dauer
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Im ersten Jahr stehen die beruflichen Grundlagen im Vordergrund; mit fortschreitender Ausbildung nehmen der praktische Anteil im Betrieb und die Spezialisierung auf das Zimmererhandwerk zu.
Prüfung und Abschluss
Die Prüfung ist als gestreckte Gesellenprüfung in zwei Teilen aufgebaut. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr – also etwa nach zwei Jahren – statt und geht in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Abschnitt. Mit bestandener Prüfung ist man Zimmergeselle bzw. Zimmergesellin.
Perspektiven nach der Ausbildung
Holzbau und Bauhandwerk suchen Fachkräfte, sodass ausgebildete Zimmerinnen und Zimmerer in der Regel gute Beschäftigungs- und Übernahmechancen haben. Mit einigen Jahren Berufserfahrung eröffnen sich zudem zahlreiche Fort- und Weiterbildungswege.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Spezialisierung
Möglich ist eine fachliche Vertiefung, zum Beispiel in den Bereichen Holzschutz, Bauwerkserhaltung oder energetische Sanierung.
Vorarbeiter und Polier
Als Vorarbeiter leitet der Zimmermann ein Team und teilt die Arbeiten ein. Darauf aufbauend führen die Fortbildungen zum Werkpolier und zum Geprüften Polier.
Meister
Ein Zimmerermeister (Bachelor Professional im Zimmerer-Handwerk) trägt Führungsverantwortung im handwerklichen und im kaufmännischen Bereich: Er berät Kunden, kalkuliert Angebote, bearbeitet Ausschreibungen und behält Kosten, Fristen und Materialbedarf im Blick. Auch Personalplanung, Qualitätssicherung und die Ausbildung des Nachwuchses gehören dazu.
Techniker, Restaurator und weitere Qualifizierungen
Auf Ausbildung oder Meisterbrief bauen weitere Abschlüsse auf, unter anderem:
- Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Holztechnik oder Bautechnik
- Restaurator im Zimmererhandwerk (Master Professional für Restaurierung)
- Gebäudeenergieberater
Studium
Mit Meistertitel oder (Fach-)Hochschulreife ist auch ein Studium möglich, etwa in Holztechnik, Bauingenieurwesen oder Architektur.
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Häufig gestellte Fragen
Heißt der Beruf Zimmermann oder Zimmerer?
Beides meint dieselbe Tätigkeit. Die offizielle Bezeichnung des Ausbildungsberufs ist Zimmerer/Zimmerin; „Zimmermann“ ist die verbreitete umgangssprachliche Form.
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Zimmermann?
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss, oft auch die mittlere Reife, dazu handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Zimmermann?
Die duale, staatlich anerkannte Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab.
Wie läuft die Abschlussprüfung ab?
Seit der Ausbildungsordnung von 2024 ist die Prüfung eine gestreckte Gesellenprüfung: Teil 1 im vierten Ausbildungshalbjahr, Teil 2 mit praktischem und theoretischem Abschnitt am Ende der Ausbildung.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Nach der Ausbildung sind unter anderem der Werkpolier oder Geprüfte Polier, der Zimmerermeister, der Techniker (Holz-/Bautechnik), der Restaurator im Zimmererhandwerk sowie ein anschließendes Studium möglich.













