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Werbekaufmann ist die veraltete Bezeichnung für den heutigen Kaufmann für Marketingkommunikation beziehungsweise die Kauffrau für Marketingkommunikation. Der Beruf wurde 2006 neu geordnet und staatlich anerkannt; die frühere Ausbildung zum Werbekaufmann ging darin auf und wurde über die klassische Werbung hinaus erweitert. Gebräuchliche Synonyme sind außerdem Marketingkaufmann oder Marketingkauffrau.
Als Kaufmann für Marketingkommunikation findet man vor allem in Werbe- und PR-Agenturen Anstellung. Ebenso stellen Beratungs- und Eventagenturen sowie die Marketingabteilungen mittelständischer und großer Unternehmen ein.
Aufgaben im Beruf
Kaufleute für Marketingkommunikation sind maßgeblich an der Entwicklung von Werbemaßnahmen beteiligt, die genau auf eine bestimmte Zielgruppe abgestimmt sind. Sie planen Kampagnen, steuern die kreative Umsetzung und kontrollieren Schritt für Schritt, ob das Budget eingehalten wird und die Umsetzung nach Plan verläuft.
Wichtig ist dabei die genaue Beobachtung des Marktes. Anhand der Zielgruppe wird meist auch das Medium gewählt, über das geworben wird – von Events und Sponsoring über Fernsehen und Printmedien bis zu Werbeflyern oder Plakaten. Laut Ausbildungsordnung gehören unter anderem Marktbeobachtung und -analyse, Zielgruppenbestimmung, Markenführung, Budgetplanung sowie die Auswahl und Beauftragung von Dienstleistern zum Berufsbild.
So läuft ein betreutes Werbeprojekt ab
Der zuständige Kaufmann für Marketingkommunikation berät den Kunden zu Budget, Werbemittel, Zielgruppe und Platzierung. Häufig ist dabei vom Marketing-Mix und seinen vier Instrumenten die Rede, den sogenannten „vier P“: Product, Price, Place und Promotion (Produkt, Preis, Vertrieb und Kommunikation).
Hat sich der Kunde auf ein bestimmtes Werbemodell festgelegt, vergleicht der Marketingkaufmann die Angebote. Dafür müssen unter Umständen mehrere Radiosender, Fotografen, Zeitungen oder Druckereien angefragt werden, um die Vorgaben einzuhalten. Vom ersten Kontakt mit einem potenziellen Kunden bis zur Endkontrolle der Rechnungen kann alles in seinen Händen liegen.
Die Ausbildung
Die Ausbildung ist in Deutschland dual organisiert und dauert drei Jahre. In der Berufsschule werden die theoretischen Grundlagen gelegt; Fächer wie Mathematik, Deutsch und Englisch spielen eine große Rolle. Von Vorteil sind ein Grundverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und ein solides Allgemeinwissen. Die Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Drei Eigenschaften sollte ein Kaufmann für Marketingkommunikation auf jeden Fall mitbringen: Kreativität, Kommunikationsstärke und ein gutes Einfühlungsvermögen für die verschiedenen Zielgruppen. Im Ausbildungsbetrieb wird das erlernte Wissen praktisch angewendet.
Große Firmen brauchen Fachleute der Marketingkommunikation, um ihr Image zu pflegen, sich zu vermarkten und konkurrenzfähig zu bleiben – oft mit spezialisierten Teams für einzelne Teilbereiche. In kleineren Betrieben ist die Wahrscheinlichkeit höher, in viele Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern und vieles selbst auszuprobieren. Als Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber eignen sich nicht zuletzt Werbe- und Eventagenturen, in denen man Projekte ganz unterschiedlicher Art betreut.
Voraussetzungen: Welcher Schulabschluss?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe jedoch überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulreife ein: Laut Bundesagentur für Arbeit bringen rund 86 Prozent der Ausbildungsanfänger die (Fach-)Hochschulreife mit, etwa 11 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss und rund 1 Prozent einen Hauptschulabschluss. Bewerben können sich also grundsätzlich auch Realschul- und Hauptschulabsolventen.
Weiterbildung und Aufstieg
Nach der Ausbildung stehen verschiedene Weiterbildungen offen. Möglich sind zum Beispiel der Abschluss als Geprüfte/-r Fachwirt/-in für Marketing (IHK) oder als Betriebswirt/-in für Marketingkommunikation. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein anschließendes Studium möglich, etwa in Betriebswirtschaftslehre oder in den Bereichen Marketing und Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Ist Werbekaufmann dasselbe wie Kaufmann für Marketingkommunikation?
Ja. „Werbekaufmann“ ist die veraltete Bezeichnung. 2006 wurde der Beruf neu geordnet und heißt seitdem offiziell Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Marketingkommunikation. Das Berufsbild ist heute breiter als die klassische Werbung und umfasst zum Beispiel auch PR, Dialogmarketing und Events.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die duale Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Bei entsprechenden Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Welchen Schulabschluss braucht man?
Vorgeschrieben ist kein bestimmter Abschluss. Die meisten Ausbildungsbetriebe stellen aber Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulreife ein; mit einem guten Realschulabschluss bestehen ebenfalls Chancen.
Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?
Gängig sind der Geprüfte Fachwirt für Marketing (IHK) und der Betriebswirt für Marketingkommunikation. Mit Hochschulzugangsberechtigung kommt zusätzlich ein Studium in Betracht.
Weblinks
- Berufsbild Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation bei BERUFENET (Bundesagentur für Arbeit)
- Ausbildungsordnung (MarketKfmAusbV) im Volltext













