Inhaltsverzeichnis
E-Recruiting bezeichnet die Suche nach neuen Mitarbeitern über elektronische Medien – von der Anzeige in einer Online-Jobbörse über die eigene Karriereseite bis zur Ansprache von Kandidaten in sozialen Netzwerken. Für Arbeitgeber ist das Internet heute der zentrale Weg der Personalgewinnung: Nach der IAB-Stellenerhebung entfielen 2016 rund 21 Prozent aller Neueinstellungen auf Internet-Jobbörsen (einschließlich der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit), während klassische Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften nur noch etwa 10 Prozent ausmachten. Gegenüber Printanzeigen hat das E-Recruiting mehrere Vorteile: Es ist schneller, meist günstiger und lässt sich – in Kombination mit einem elektronischen Personalsystem – deutlich effizienter verwalten.
Formen des E-Recruiting
Für ein effektives E-Recruiting gibt es unterschiedliche Wege und Formen.
Online-Jobbörsen
Von Online-Jobbörsen gibt es im Internet eine Vielzahl. Einige nehmen Stellenausschreibungen aus allen Bereichen auf, andere haben sich spezialisiert und richten sich zum Beispiel gezielt an Akademiker oder Führungskräfte. Für Arbeitssuchende ist die Nutzung in der Regel kostenlos; für Arbeitgeber fallen pro geschalteter Anzeige Kosten an.
Soziale Netzwerke
Viele Unternehmen betreiben eigene Profile auf Plattformen wie LinkedIn, Xing, Instagram oder YouTube und nutzen sie auch für die Personalsuche. Dieser Weg verursacht häufig keine oder nur geringe direkte Kosten, ist dafür aber mit laufendem Betreuungsaufwand verbunden. Für die tatsächliche Stellenbesetzung spielt Social Media bislang allerdings eine kleine Rolle: In der IAB-Erhebung führte es 2016 nur bei rund einem Prozent der Neueinstellungen zum Erfolg.
Eigene Karriereseiten
Bei Firmen mit großem oder regelmäßigem Personalbedarf sind eigene Karriereseiten verbreitet. Sie verursachen in Erstellung und Pflege vergleichsweise wenig Kosten und werden vor allem von jenen Interessenten gut gefunden, die sich ohnehin für das Unternehmen interessieren.
Mobile Recruiting
Beim Mobile Recruiting sind die Angebote speziell auf mobile Endgeräte ausgerichtet – meist über für die mobile Nutzung optimierte Karriereseiten und teils über eigene Apps zur Stellensuche. Da Bewerbungen zunehmend vom Smartphone aus starten, gewinnt dieser Weg an Bedeutung.
Vor- und Nachteile des E-Recruiting
© Rudie – Fotolia.comAuf den ersten Blick können die Nachteile überwiegen: Ein Unternehmen muss sich in das E-Recruiting einarbeiten, gegebenenfalls Firmenprofile in sozialen Netzwerken erstellen, eine Karriereseite aufsetzen und passende Jobbörsen für die eigenen Anzeigen auswählen. Der herkömmliche Weg über Printmedien wirkt dagegen zunächst einfacher, weil die Personalabteilung ihn gewohnt ist.
Auf lange Sicht ist das E-Recruiting jedoch effizienter und günstiger. Einmal online geschaltete Anzeigen bleiben je nach Jobbörse so lange sichtbar, bis die Stelle besetzt ist, und werden deutschlandweit von interessierten Bewerbern gefunden. Wer ein junges Publikum ansprechen möchte, trifft im Netz besonders gut auf seine Zielgruppe.
Neben Reichweite und Zielgruppengenauigkeit ist die Zeitersparnis ein wichtiges Argument. Online lassen sich Stellenanzeigen leichter bearbeiten und verwalten. Vom Eingang der Bewerbung über die Einstellung bis zum späteren Ausscheiden lassen sich die Personalvorgänge miteinander verknüpfen. Dabei helfen spezielle Bewerbermanagementsysteme, die die Personalabteilung bei der Verwaltung unterstützen.
Das sollte beim E-Recruiting beachtet werden
© Rudie – Fotolia.comWichtig ist vor allem, sich aus der Flut der Stellenausschreibungen abzuheben, damit möglichst viele passende Arbeitssuchende auf die eigene Anzeige aufmerksam werden. Dabei helfen kreative Ideen ebenso wie Videos zur Personalsuche. Je wichtiger und anspruchsvoller eine Stelle ist, desto mehr Zeit sollte in die Personalsuche fließen.
Da ein breites Publikum auf die Anzeige stoßen kann, sollte sie möglichst präzise formuliert sein. Nur so melden sich gezielt die Bewerber, die für den Job in Frage kommen und die nötigen Qualifikationen mitbringen. Auch die Wahl der passenden E-Recruiting-Form will mit Sorgfalt getroffen werden: Je nach zu besetzender Position eignen sich unterschiedliche Kanäle mehr oder weniger gut. Es lohnt sich, vorab die Nutzergruppe zu analysieren und mit dem Profil der gewünschten Bewerber abzugleichen.
E-Recruiting in Kürze
Die Möglichkeiten des E-Recruiting sind vielfältig und in der Regel effizienter und nachhaltiger als klassische Printanzeigen. Wer keine eigenen Kapazitäten hat, um sich einzuarbeiten, findet Unterstützung bei spezialisierten Beratern. Möglich ist aber auch die eigenständige Einarbeitung, die den Prozess der Personalsuche langfristig verkürzt und den Verwaltungsaufwand senkt. An Grenzen stößt das E-Recruiting dort, wo ein sehr kleiner, spezieller Kreis von Fachkräften angesprochen werden soll oder wo die Zielgruppe ein hohes Alter hat und Online-Medien dort weniger verbreitet sind.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter E-Recruiting?
E-Recruiting (elektronische Personalbeschaffung) ist die Suche nach neuen Mitarbeitern über digitale Kanäle – etwa Online-Jobbörsen, die eigene Karriereseite, soziale Netzwerke oder mobile Anwendungen. Es umfasst sowohl das Veröffentlichen von Stellenanzeigen als auch die digitale Verwaltung von Bewerbungen.
Welche Formen des E-Recruiting gibt es?
Die wichtigsten Formen sind Online-Jobbörsen (allgemein oder auf Branchen und Zielgruppen spezialisiert), die eigene Karriere-Website, das Recruiting über soziale Netzwerke sowie das Mobile Recruiting für Smartphone-Nutzer. Welche Form sich eignet, hängt von der Position und der gewünschten Zielgruppe ab.
Welche Vorteile bietet E-Recruiting gegenüber klassischen Stellenanzeigen?
Online-Anzeigen sind meist günstiger als Printinserate, bleiben länger sichtbar und erreichen bundesweit passende Bewerber. Entsprechend hat sich der Schwerpunkt verschoben: Laut IAB-Stellenerhebung kamen 2016 rund 21 Prozent der Neueinstellungen über Internet-Jobbörsen zustande, Printanzeigen dagegen nur noch etwa 10 Prozent.
Welche Kosten entstehen Unternehmen beim E-Recruiting?
Die Kosten hängen vom Kanal ab. Für Anzeigen in Online-Jobbörsen zahlen Arbeitgeber in der Regel pro Schaltung; eine eigene Karriereseite verursacht vor allem Aufwand für Erstellung und Pflege, während der Auftritt in sozialen Netzwerken oft geringe direkte Kosten, dafür aber laufenden Betreuungsaufwand mit sich bringt.
Für welche Zielgruppen ist E-Recruiting weniger geeignet?
Weniger wirksam ist das E-Recruiting, wenn nur ein sehr kleiner, hoch spezialisierter Personenkreis angesprochen werden soll oder wenn die Zielgruppe ein hohes Alter hat und Online-Medien dort weniger nutzt. In solchen Fällen können ergänzende Wege wie persönliche Netzwerke oder Fachpublikationen sinnvoll sein.