Bestatter: Berufsbild, Aufgaben und Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Capri23auto / Pixabay

Das Berufsbild des Bestatters umfasst wesentliche Teile der Totenfürsorge. Im Mittelpunkt steht die würdevolle und ordnungsgemäße Verbringung Verstorbener an den Bestattungsort. Dazu kommen Bergungen, Überführungen und Aufbahrungen, die Beratung der Angehörigen sowie die Übernahme behördlicher, kirchlicher und versicherungsrechtlicher Formalitäten. Viele Bestatter übernehmen zusätzlich Trauerreden oder begleiten Angehörige trauerpsychologisch.

Bestattungsarten und rechtlicher Rahmen

In Deutschland besteht eine landesrechtlich geregelte Bestattungspflicht: Die Angehörigen, ersatzweise die öffentliche Hand, müssen für die Bestattung sorgen. Zu den wichtigsten Bestattungsarten zählen die Erdbestattung, die Feuerbestattung mit anschließender Urnenbeisetzung (nach Einäscherung) sowie die Seebestattung; aus der Urnenbeisetzung haben sich weitere Formen wie Baum- und Naturbestattungen entwickelt. Für die Umsetzung beauftragen die Bestattungspflichtigen in der Regel ein frei gewähltes Bestattungsunternehmen — in Deutschland sind mehrere tausend Betriebe tätig.

Geschichte des Berufs

Der Bestatterberuf in seiner heutigen Form entwickelte sich erst im frühen 19. Jahrhundert im Zuge der in Preußen eingeführten Gewerbefreiheit. Zuvor lag die Verantwortung für die Bestattung fast ausschließlich bei den Familienangehörigen. Die traditionelle Verbindung von Bestattung und (Sarg-)Tischlerhandwerk hat sich in ländlichen Regionen teils bis heute erhalten. Zur Qualitätssicherung führte der Berufsverband Mitte des 20. Jahrhunderts auf freiwilliger Basis den „Fachgeprüften Bestatter“ (später „Geprüften Bestatter“) ein.

Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Für die Gründung eines Bestattungsunternehmens ist kein fachspezifischer Ausbildungsnachweis vorgeschrieben — der Beruf selbst ist nicht zulassungsbeschränkt. In der Praxis hat sich jedoch ein geordnetes Ausbildungswesen etabliert. 2003 wurde das Bestatter-Ausbildungswesen bundesweit einheitlich geregelt; seit dem 1. August 2007 ist die Bestattungsfachkraft ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und wird in Bestattungsunternehmen und Friedhofsverwaltungen, an Berufsschulen (unter anderem in Bad Kissingen, Wermelskirchen und Springe) sowie in überbetrieblichen Lehrgängen am Bundesausbildungszentrum der Bestatter (Theo-Remmertz-Akademie) im fränkischen Münnerstadt absolviert. Zu den Lehrinhalten gehören Bergungs- und Überführungskunde, das Einkleiden und Einbetten Verstorbener, die kosmetische Versorgung, Grabtechnik, kaufmännisches Wissen sowie bestattungs- und versicherungsrechtliche Grundlagen. Großer Wert liegt auf trauerpsychologischen Aspekten.

Weiterbildung und Spezialisierung

Nach bestandener Prüfung stehen Bestattungsfachkräften mehrere Aufstiegswege offen. Sie können sich zum Bestattermeister qualifizieren; darauf kann eine Weiterbildung zum Bestattungsfachwirt aufbauen. Erfahrene Bestatter können sich außerdem zum „Geprüften Berater“ fortbilden.

Schaubild: Bestattungswesen

Daneben gibt es fachliche Spezialisierungen: die (Zusatz-)Qualifikation zum Thanatopraktiker (Herrichtung und Konservierung Verstorbener), zum Geprüften Kremationstechniker und Zertifizierten Kremationsassistenten (Einäscherungstechnik) sowie zum Bestatter im Notfalleinsatz. Diese Fortbildung bereitet in einem vier- bis sechswöchigen Lehrgang mit anschließender Prüfung vor der Handwerkskammer auf Einsätze bei Katastrophen und schweren Unglücken vor, die mit besonderen psychischen und physischen Belastungen verbunden sind.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Weblinks zum Berufsbild des Bestatters

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildung braucht man, um Bestatter zu werden?

Der Zugang zum Beruf ist rechtlich frei — eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, einem seit 2007 staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Wo findet die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft statt?

Praktisch im Ausbildungsbetrieb (Bestattungsunternehmen oder Friedhofsverwaltung), theoretisch an Berufsschulen sowie in überbetrieblichen Lehrgängen am Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt.

Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?

Möglich sind unter anderem der Bestattermeister, der Geprüfte Bestatter und der Bestattungsfachwirt sowie fachliche Spezialisierungen wie Thanatopraktiker, Kremationstechniker oder Bestatter im Notfalleinsatz.

Wie belastend ist der Beruf psychisch?

Der Umgang mit Verstorbenen und trauernden Angehörigen gehört zum Alltag und kann psychisch fordernd sein. Die Ausbildung legt daher großen Wert auf trauerpsychologische Inhalte; besonders belastend sind Spezialeinsätze wie der des Bestatters im Notfalleinsatz.