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Bauwerksabdichter – ein Bauberuf rund um den Feuchtigkeitsschutz
Ein Bauwerksabdichter stellt Schutzabdichtungen für Bauwerke aller Art her und hält bestehende Abdichtungen instand. Ziel ist es, das Eindringen von Grund- und Oberflächenwasser in Bauteile zu verhindern und so Feuchteschäden am Gebäude zu vermeiden. Beschäftigt werden Bauwerksabdichter vor allem in Spezialbetrieben für Abdichtungstechnik sowie in Hoch- und Tiefbauunternehmen, die Keller, Flachdächer, Brücken oder Tunnel abdichten.
Aufgaben eines Bauwerksabdichters
Die zentrale Aufgabe ist das Aufbringen von Abdichtungsmaterialien: Bitumenbahnen werden aufgeschweißt, Kunststoff- und Abdichtungsfolien verlegt, Flüssigkunststoffe aufgetragen und Fugen abgedichtet. Häufig kommt der Einbau einer Wärmedämmung hinzu. Gearbeitet wird von Hand ebenso wie mit Geräten wie Gasbrennern oder Schweißautomaten.
Zuvor prüfen Bauwerksabdichter den Untergrund und bereiten ihn vor; nach den Arbeiten kontrollieren sie das Ergebnis und beheben Mängel. Die meisten Abdichtungen entstehen an Gebäudekellern, Fundamenten und Flachdächern, aber auch an Terrassen, Tiefgaragen, Brücken und Tunneln. Auf einem Flachdach kann anschließend eine Begrünung oder eine sonstige Nutzschicht folgen.
Der Beruf passt zu Ihnen, wenn Sie …
- gern im Freien und bei wechselndem Wetter arbeiten,
- körperlich belastbar sind und auch in der Höhe sicher zupacken,
- handwerklich geschickt und sorgfältig sind.
Weniger geeignet ist der Beruf, wenn Sie …
- körperlich anstrengende Arbeit meiden möchten,
- ungern mit den Händen arbeiten,
- mit Physik und Mathematik wenig anfangen können.
Ausbildung zum Bauwerksabdichter
Bauwerksabdichter/-in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bauwerksabdichter/zur Bauwerksabdichterin von 1997. Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft dual ab: Die Praxis lernen Sie im Ausbildungsbetrieb und auf der Baustelle, die theoretischen Grundlagen in der Berufsschule. Der Unterricht findet je nach Schule an einzelnen Wochentagen oder in mehrwöchigen Blöcken statt.
Ausbildungsbetriebe sind meist auf bestimmte Bereiche spezialisiert, etwa Gebäude-, Flachdach- oder Ingenieurbauabdichtung. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist nicht bundeseinheitlich festgelegt, sondern hängt von Region, Wirtschaftszweig und Tarifvertrag ab; verbindliche Auskünfte geben die zuständige Kammer, die Gewerkschaft oder der Arbeitgeberverband.
Prüfungen und Voraussetzungen
Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an. Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle – je nach Ausbildungsbetrieb der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Wer besteht, darf die Berufsbezeichnung Bauwerksabdichter führen.
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Werken/Technik sind von Vorteil.
Weiterbildung und Aufstiegschancen
Nach der Ausbildung gibt es mehrere Wege, sich zu spezialisieren oder aufzusteigen. Fachliche Spezialisierungen betreffen zum Beispiel:
- Dachabdichtung, auch für Gründächer,
- Abdichtung von Feuchträumen,
- Wärme- und Kälteschutz.
Mit einigen Jahren Berufserfahrung und ergänzenden Lehrgängen sind weitergehende Qualifikationen möglich:
- Meisterbrief (Bachelor Professional): berechtigt zur Betriebsleitung und zur Ausbildung von Nachwuchskräften,
- geprüfter Polier oder Werkpolier,
- staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Bautechnik,
- Betriebswirt nach der Handwerksordnung für kaufmännische und leitende Aufgaben.
Mit dem Meisterbrief steht außerdem ein Studium offen – in vielen Bundesländern selbst ohne Abitur. Nahe liegt etwa ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen, das den Weg in die Bauleitung oder Planung eröffnet. Ebenso ist der Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Abdichtungsbetrieb möglich.
Häufig gestellte Fragen
Was macht ein Bauwerksabdichter?
Ein Bauwerksabdichter schützt Bauwerke vor Feuchtigkeit und Wasser. Er bringt Abdichtungen aus Bitumenbahnen, Kunststofffolien oder Flüssigkunststoff auf – vor allem an Kellern, Fundamenten, Flachdächern, Terrassen, Brücken und Tunneln – und hält bestehende Abdichtungen instand.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Bauwerksabdichter?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt und endet mit einer Abschlussprüfung; eine Zwischenprüfung liegt vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten jedoch einen Hauptschul- oder Realschulabschluss; gute Noten in Mathematik und Physik sind hilfreich.
Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Möglich sind unter anderem der Meisterbrief, die Weiterbildung zum Polier oder zum Techniker der Fachrichtung Bautechnik sowie – mit Meisterbrief häufig auch ohne Abitur – ein Studium, etwa im Bauingenieurwesen.













