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Ein Pferdewirt betreut, versorgt, trainiert und bildet Pferde aus. Je nach Fachrichtung, auf die er sich in der Ausbildung spezialisiert hat, stehen ihm unterschiedliche Tätigkeitsfelder offen – vom Reitbetrieb über die Zucht bis zum Rennstall.
Aufgaben und Einsatzbereiche eines Pferdewirts
Unabhängig von der Fachrichtung verfügt jeder Pferdewirt über ein gemeinsames Grundwissen. Dazu gehören die artgerechte Fütterung und Haltung von Pferden, die Vorbereitung von Pferden auf Prüfungen, die Zucht und Aufzucht sowie die Tiergesundheit. Hinzu kommen Kenntnisse in der betrieblichen Organisation, der Kundenorientierung, der Arbeitssicherheit, im Umweltschutz und in qualitätssichernden Maßnahmen.
Wo ein Pferdewirt arbeitet, hängt von seiner Spezialisierung ab. Typische Einsatzorte sind Gestüte und Reiterhöfe, Reitschulen, Pferdepensionen und Deckstationen. Auch landwirtschaftliche Betriebe, die auf Pferdezucht ausgerichtet sind, sowie Reitsportvereine und Rennställe bieten Aufgabenfelder.
Ausbildung zum Pferdewirt
Pferdewirt ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Rechtliche Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt und zur Pferdewirtin aus dem Jahr 2010. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa einem bereits abgeschlossenen Berufsabschluss, einem Berufsgrundschuljahr Landwirtschaft oder dem schulischen Teil der Fachhochschulreife – ist eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich.
Ausbilden dürfen nur anerkannte Ausbildungsbetriebe. Welche Betriebe dafür infrage kommen, lässt sich zum Beispiel bei der zuständigen Landwirtschaftskammer erfragen. Einen bestimmten Schulabschluss schreibt die Ausbildungsordnung nicht vor; wichtiger sind der sichere Umgang mit Pferden und die Bereitschaft zu körperlicher Arbeit im Freien.
Während der Ausbildung sind eine Zwischenprüfung, die vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres vorgesehen ist, und am Ende eine Abschlussprüfung zu bestehen.
Die fünf Fachrichtungen im Überblick
Vor Ausbildungsbeginn wählen angehende Pferdewirte eine von fünf Fachrichtungen. Sie bestimmt den Schwerpunkt der praktischen Ausbildung.
Pferdehaltung und Service
Im Mittelpunkt stehen Stall- und Weidemanagement, das Bewegen von Pferden, die Pferdefütterung und die Kundenberatung.
Pferdezucht
Hier geht es um die Aufzucht von Pferden, um Zuchtmethoden und -planung, die Beurteilung von Pferden sowie das Vorführen bei Prüfungen und Ausstellungen.
Klassische Reitausbildung
Diese Fachrichtung vermittelt die Grundausbildung eines Pferdes, die Ausbildung von Reitern und die Vorbereitung von Pferden auf Prüfungen.
Pferderennen
Ausgebildet wird im Trainieren und Beurteilen von Rennpferden. Die Fachrichtung umfasst die Bereiche Rennreiten und Trabrennfahren; dazu gehört auch das Wissen um Fitness und Ernährung des Rennreiters.
Spezialreitweisen
Sie gliedert sich in Westernreiten und Gangpferdereiten. Vermittelt werden unter anderem die spezielle Grundausbildung von Pferden, die Ausbildung von Reitern, die Pferdebeurteilung und die Wettbewerbsvorbereitung.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Pferdewirt?
In der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa einem vorherigen Berufsabschluss oder dem schulischen Teil der Fachhochschulreife – ist eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich.
Welche schulischen Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?
Die Ausbildungsordnung schreibt keinen bestimmten Schulabschluss vor. Betriebe achten in der Praxis vor allem auf den sicheren Umgang mit Pferden, körperliche Belastbarkeit und Zuverlässigkeit.
Welche Fachrichtungen gibt es und wie unterscheiden sie sich?
Es gibt fünf Fachrichtungen: Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Klassische Reitausbildung, Pferderennen und Spezialreitweisen. Sie legen den praktischen Schwerpunkt fest – von Haltung und Service über die Zucht bis zum Renn- und Turniersport.
Wo findet man einen anerkannten Ausbildungsbetrieb?
Ausbilden dürfen nur anerkannte Betriebe wie Gestüte, Reiterhöfe, Deckstationen oder Rennställe. Eine Liste geeigneter Betriebe erhält man bei der zuständigen Landwirtschaftskammer.













