Einzelhandelskaufmann

Einzelhandel
© stevepb – Pixabay.com

Berufsbild

Kaufleute im Einzelhandel sitzen nicht nur an der Kasse. Sie bewältigen daneben vielfältige Aufgaben im Hintergrund: Sie überwachen und kontrollieren den Warenbestand, damit die Regale niemals leer sind. Der Tätigkeitsbereich umfasst neben der Warenbestellung und -präsentation auch die Beratung von Kunden, die kaufmännische Steuerung und Entwicklung von Marketingmaßnahmen. Einzelhandelskaufleute können dabei nicht nur in einer Filiale eingesetzt werden, sondern auch im Onlinehandel tätig sein.

Die ausgeübte Tätigkeit kann sich stark nach dem jeweiligen Fachbereich unterscheiden, je nachdem ob der Kaufmann in einem Discounter oder Supermarkt, einem Baumarkt oder einem Kleidungs-, Möbel oder Fahrradgeschäft arbeitet.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder auch “Einzelhandelskaufmann” ist ein in Deutschland anerkannter Beruf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Regelungen der Ausbildung / Ablauf

Die Berufsausbildung zum Einzelhandelskaufmann findet als duale Ausbildung statt, das heißt, der Auszubildende wird sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule ausgebildet. An zwei Tagen in der Woche findet der Berufsschulunterricht statt. An den anderen Tagen wird der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb ausgebildet. Der schulische Teil kann jedoch auch als Blockunterricht stattfinden. Der Auszubildende ist dann für mehrere Wochen durchgängig an der Berufsschule.

Die Ausbildungsinhalte sind in der Ausbildungsverordnung für Verkäufer- und Einzelhandelskaufleute (VerkEHKflAusbV) geregelt.

Diese sind unter anderem:

  • Warenpräsentation, Werbemaßnahmen und Verkaufsförderung
  • Preiskalkulation
  • Warenbestandskontrolle, Warenannahme und -lagerung
  • Verkauf und Servicebereich Kasse
  • Beratung von Kunden, Kundenservice und Kassensystemdaten

Dauer

Die Ausbildungszeit beträgt 3 Jahre. Sie kann auf 2,5 bzw. 2 Jahre verkürzt werden, wenn die Voraussetzungen vorliegen (überdurchschnittliche Leistungen, Abitur. Es ist außerdem möglich, zunächst die nur zwei Jahre dauernde Verkäuferausbildung abzuschließen und anschließend – sofern gewünscht – das dritte Ausbildungsjahr zum Einzelhandelskaufmann zu absolvieren.

Abschluss

Die Abschlussprüfung ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Prüfungsteil findet bereits nach zwei Jahren (am Ende des zweiten Ausbildungsjahres) statt; der zweite Prüfungsteil nach Beendigung der dreijährigen Ausbildungszeit.

Teil 1 findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:

  • Verkauf und Werbemaßnahmen
  • Warenwirtschaft und Kalkulation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Es handelt sich um schriftliche Klausuren mit einer Prüfungszeit von jeweils 60 bzw. 90 Minuten. Teil 2 beinhaltet eine 120-minütige Prüfungsklausur im Bereich Geschäftsprozesse im Einzelhandel sowie ein mündliches Fachgespräch in der Wahlqualifikation. Die mündliche Prüfung dauert maximal 20 Minuten.

Ausblick nach der Ausbildung

Nach Beendigung der Berufsausbildung können Einzelhandelskaufleute in den verschiedensten Einzelhandelsgeschäften arbeiten und dort zum (stellvertretenden) Filialleiter aufsteigen. Außerdem bestehen einige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, um das in der Ausbildung erworbene Wissen zu erweitern und zu vertiefen.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild

Als Einzelhandelskaufmann bietet sich die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Handelsfachwirt (Bachelor Professional of Trade and Commerce (CCI)) oder zum Handelsbetriebswirt an. Wer lieber im Onlinehandel arbeiten möchten und darin die Zukunft sieht, kann auch eine Weiterbildung zum Geprüften Fachwirt im E-Commerce (Bachelor Professional of E-Commerce (CCI)) absolvieren.

Lesenswert:

Gehälter und Gehaltsdaten zum Einzelhandelskaufmann:

Das Durchschnittsgehalt liegt bei 30.000€ pro Jahr. Die Spanne geht dabei von 44.400€ bis 21.300€.

Passende Weiterbildungen: Ähnliche Berufe: Lebenslauf und Bewerbung: