Neurologe – Beruf, Aufgaben und Ausbildung zum Facharzt

Neurologe
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Ein Neurologe ist ein Facharzt für Erkrankungen des Nervensystems. Dazu gehören das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und die Muskulatur. Typische Krankheitsbilder sind Schlaganfall, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Demenz, Epilepsie und Polyneuropathien – häufig mit unklarer oder vielschichtiger Ursache. Die Neurologie ist ein eigenständiges Fachgebiet, das eng mit der Psychiatrie verwandt ist: Der Neurologe behandelt organische Erkrankungen des Nervensystems, der Psychiater psychische Erkrankungen. Historisch waren beide Gebiete im „Nervenarzt“ vereint.

Aufgaben und Arbeitsalltag

Neurologen untersuchen, diagnostizieren und behandeln Störungen des Nervensystems. Zur Diagnostik gehören unter anderem die Elektroenzephalografie (EEG), die Elektromyografie (EMG), die Messung evozierter Potenziale, Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Gefäße sowie neuropsychologische Tests. Gearbeitet wird in Krankenhäusern und Kliniken, in neurologischen Praxen, in Rehazentren, in ambulanten neurologischen Kompetenzzentren oder in der Forschung. Im Krankenhaus gehören Bereitschaftsdienste mit Nacht-, Spät- und Wochenenddiensten dazu; die Arbeit erfolgt in der Regel in Vollzeit, Überstunden sind häufig.

Ausbildung zum Neurologen

Medizinstudium

Am Anfang steht das Studium der Humanmedizin. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre beziehungsweise zwölf Semester und gliedert sich in den vorklinischen Abschnitt, den klinischen Abschnitt und das abschließende Praktische Jahr (PJ), in dem angehende Ärzte ganztägig in Klinik und Praxis mitarbeiten. Geprüft wird in mehreren Abschnitten der Ärztlichen Prüfung: Auf den vorklinischen Teil folgt der Erste Abschnitt (M1, „Physikum“), nach dem klinischen Teil der schriftliche Zweite Abschnitt (M2) an drei aufeinanderfolgenden Tagen und nach dem PJ der mündlich-praktische Dritte Abschnitt (M3) an zwei Tagen. Nach bestandener Prüfung wird die Approbation erteilt – die Erlaubnis, als Arzt zu arbeiten.

Facharztweiterbildung Neurologie

Anschließend arbeitet man als Assistenzarzt und durchläuft die Weiterbildung zum Facharzt. Sie dauert in der Neurologie 60 Monate, also fünf Jahre. Vorgeschrieben sind unter anderem zwölf Monate in der Psychiatrie und Psychotherapie sowie sechs Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten. Die geforderten Untersuchungen, Eingriffe und Therapien werden unter Aufsicht von Ober- und Chefärzten erbracht und in einem Logbuch dokumentiert. Da die Weiterbildungsordnungen von den Landesärztekammern erlassen werden, unterscheiden sich Details von Bundesland zu Bundesland; bei Teilzeit oder unvollständigem Logbuch verlängert sich die Weiterbildung entsprechend. Am Ende stehen die mündliche Facharztprüfung und der Titel „Facharzt für Neurologie“.

Schaubild: Neurologe

Karrierewege nach der Facharztprüfung

Mit dem Facharzttitel stehen mehrere Wege offen: eine eigene Praxis, eine Anstellung als Facharzt im klinischen oder ambulanten Bereich oder der Aufstieg zum Ober- oder Chefarzt mit Spezialisierung auf bestimmte Krankheitsbilder. Auch eine Tätigkeit in Forschung und Lehre an einer Universität ist möglich.

Weitere Informationen bieten der BVDN, der Berufsverband Deutscher Nervenärzte, sowie die Nachrichtenplattform ZNS-News der neurologisch-psychiatrischen Berufsverbände.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Neurologen insgesamt?

Auf das sechsjährige Medizinstudium folgt die fünfjährige Facharztweiterbildung – zusammen also mindestens rund elf Jahre. In Teilzeit oder bei nicht vollständig erfülltem Logbuch dauert die Weiterbildung länger.

Was ist der Unterschied zwischen einem Neurologen und einem Psychiater?

Der Neurologe behandelt organische Erkrankungen des Nervensystems (etwa Schlaganfall, Parkinson oder Multiple Sklerose), der Psychiater psychische Erkrankungen. Beides sind heute eigenständige Fachgebiete; die Neurologie-Weiterbildung enthält aber verpflichtende Zeiten in der Psychiatrie und Psychotherapie.

Welche Erkrankungen behandelt ein Neurologe hauptsächlich?

Zu den häufigsten zählen Schlaganfall, Epilepsie, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Demenzerkrankungen, Polyneuropathien sowie weitere Bewegungs- und Nervenstörungen.

Kann man sich als Neurologe selbstständig machen?

Ja. Nach der Facharztprüfung ist eine eigene neurologische Praxis möglich, ebenso eine Anstellung in Klinik oder Praxis oder eine Laufbahn bis zum Ober- oder Chefarzt.