Fachtrainer für Laktat-Leistungsdiagnostik: Ausbildung und Ablauf des Stufentests

Sportler auf dem Laufband mit Pulsgurt, während ein Trainer für die Laktatmessung einen Bluttropfen aus dem Ohrläppchen entnimmt
RemazteredStudio / Pixabay

Ob im Breiten- oder im Leistungssport: Wer sein Training gezielt steuern will, kommt um eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Ausdauerleistung kaum herum. Aus den Messwerten leiten Coaches individuelle Trainingsbereiche ab und erstellen Pläne, die auf die persönlichen Ziele des Sportlers zugeschnitten sind. Eine der bewährtesten Methoden dafür ist die Laktat-Leistungsdiagnostik.

Wie eine Laktat-Leistungsdiagnostik abläuft

Laktat ist das Salz der Milchsäure. Es fällt im Stoffwechsel verstärkt an, wenn die Muskulatur unter steigender Belastung zunehmend Energie über die anaerobe Glykolyse gewinnt – also mehr Laktat bildet, als der Körper zeitgleich wieder abbauen kann. Genau diesen Übergang macht ein Fachtrainer für Laktat-Leistungsdiagnostik mit einem Stufentest messbar.

Der Test findet in der Regel auf dem Laufband oder dem Fahrradergometer statt, weil sich die Belastung dort exakt dosieren lässt. Im Freien könnten Witterungseinflüsse wie Wind oder extreme Temperaturen das Ergebnis verfälschen. Die Belastung beginnt gering und wird stufenweise gesteigert; jede Stufe umfasst eine feste Vorgabe, etwa eine bestimmte Geschwindigkeit oder Wattzahl. Am Ende jeder Stufe entnimmt der Trainer minimal-invasiv einen Bluttropfen aus dem Ohrläppchen und bestimmt die Laktatkonzentration. Währenddessen trägt der Sportler einen Pulsgurt, denn im späteren Training wird die Belastungsintensität häufig über die Herzfrequenz gesteuert.

Aerobe und anaerobe Schwelle: die wichtigsten Werte

Schaubild: Aerobe und anaerobe Schwelle

Ein erster Orientierungswert ist die aerobe Schwelle bei rund 2 mmol/l. Sie markiert die niedrigste Intensität, bei der der Laktatwert erstmals spürbar über den Ruhewert steigt. Bis dahin verläuft die Kurve meist flach; man spricht vom Grundlagentempo. Wo diese Schwelle liegt, hängt vom Trainingszustand ab: Bei wenig trainierten Personen wird sie schon bei vergleichsweise geringer Herzfrequenz erreicht, bei gut trainierten Sportlern erst deutlich später.

Bei etwa 4 mmol/l folgt die anaerobe Schwelle. Sie beschreibt die höchste Belastung, bei der sich Bildung und Abbau von Laktat gerade noch die Waage halten – das sogenannte maximale Laktat-Steady-State. Der Richtwert von 4 mmol/l geht auf den Sportmediziner Alois Mader zurück. In der modernen Diagnostik wird die Schwelle allerdings häufig individuell bestimmt, weil sie von Sportler zu Sportler erheblich schwanken kann; der feste 4-mmol-Wert ist also eine Näherung, kein starres Gesetz.

Die Ausbildung zum Fachtrainer für Laktat-Leistungsdiagnostik

Weil hinter der Laktatbildung komplexe Stoffwechselvorgänge stehen, setzt die Ausbildung zum Fachtrainer für Laktat-Leistungsdiagnostik einschlägiges Vorwissen voraus. Die Kursangebote richten sich vor allem an Trainer, Sportlehrer und Sportwissenschaftler. Ziel ist es, die trainingsphysiologischen Grundlagen zu vermitteln und die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, Tests eigenständig durchzuführen und auszuwerten.

Der Unterricht ist meist praxisorientiert: Die Teilnehmer führen unter fachkundiger Anleitung selbst Messungen durch, lernen verschiedene Laktatmessgeräte kennen und interpretieren die Ergebnisse. Auch die Hygiene bei der Blutentnahme am Ohrläppchen gehört dazu. Nach erfolgreichem Abschluss können die Absolventen Laktattests selbstständig durchführen und daraus Trainingspläne ableiten. Dauer, Format (Fernlehrgang oder Präsenz) und Gebühren unterscheiden sich je nach Anbieter – ein Blick in die konkrete Kursbeschreibung lohnt sich daher vor der Anmeldung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachtrainer für Laktat-Leistungsdiagnostik?

Eine bundesweit einheitliche Dauer gibt es nicht, weil die Weiterbildung frei angeboten wird. Je nach Anbieter und Format – als Präsenzkurs oder als Fernlehrgang – fällt der zeitliche Umfang unterschiedlich aus. Maßgeblich ist die Angabe des jeweiligen Kursveranstalters.

Welche Voraussetzungen benötige ich für die Weiterbildung?

Da komplexe trainingsphysiologische Inhalte behandelt werden, richten sich die Kurse überwiegend an Menschen mit sportfachlichem Hintergrund – etwa Trainer, Übungsleiter, Sportlehrer oder Sportwissenschaftler. Formale Zugangsvoraussetzungen legt der jeweilige Anbieter fest; eine gesetzlich geregelte Zulassung gibt es für diese Weiterbildung nicht.

Was kostet eine Ausbildung in Laktat-Leistungsdiagnostik?

Die Gebühren sind nicht einheitlich geregelt und hängen von Anbieter, Umfang und Format (Präsenz oder Fernlehrgang) ab. Eine belastbare Angabe liefert nur die jeweilige Kursbeschreibung – ein Vergleich mehrerer Angebote ist ratsam.

Wo kann ich als Fachtrainer für Laktat-Leistungsdiagnostik arbeiten?

Einsatzfelder sind unter anderem Fitness- und Gesundheitsstudios, Sportvereine und Leistungszentren, sportmedizinische oder physiotherapeutische Einrichtungen sowie die selbstständige Tätigkeit als Personal Trainer. In der Regel ergänzt die Qualifikation eine bereits bestehende Trainertätigkeit.