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Viele Gewohnheiten, die während der Corona-Pandemie in Büros und im Homeoffice selbstverständlich wurden, haben den Arbeitsalltag verändert. Ein Teil davon war akuten Schutzregeln geschuldet und ist längst wieder aufgehoben, ein anderer Teil hilft bis heute dabei, gesund und konzentriert zu arbeiten. Dieser Beitrag ordnet ein, was von den Regeln geblieben ist und worauf es im gemeinsamen Büro und in den eigenen vier Wänden ankommt.
Hygiene und Rücksicht im gemeinsamen Büro
Wer sich den Arbeitsraum mit anderen teilt, kann mit einfachen Mitteln dazu beitragen, Infektionen einzudämmen — nicht nur mit dem Coronavirus, sondern auch mit den üblichen Erkältungs- und Grippeviren. Atemwegsviren verbreiten sich vor allem über Tröpfchen und Aerosole, also feine Schwebeteilchen in der Luft. Das Ansteckungsrisiko ist deshalb am größten, wenn Menschen längere Zeit mit geringem Abstand in schlecht gelüfteten Räumen zusammensitzen.
Sinnvoll bleiben daher ein paar Grundregeln: ausreichend Abstand zwischen den Arbeitsplätzen oder Trennwände, wo das nicht möglich ist; regelmäßiges Händewaschen und verfügbares Desinfektionsmittel; sowie eine Nies- und Hustenetikette, bei der man in die Armbeuge und nicht in die Hand oder den Raum hustet. Ebenso wichtig ist regelmäßiges Lüften, weil sich Aerosole in geschlossenen Räumen sonst anreichern. Wer sich krank fühlt, bleibt besser zu Hause, statt Kolleginnen und Kollegen anzustecken.
Was von den Corona-Regeln im Betrieb gilt
Während der Pandemie fasste die sogenannte AHA-Formel die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen: Abstand halten, auf Hygiene achten und eine Alltagsmaske tragen. Im September 2020 kam mit dem L für Lüften eine vierte Komponente hinzu (AHA+L), weil das Ansteckungsrisiko in Innenräumen über Aerosole besonders hoch ist. Als Mindestabstand galten 1,5 Meter.
Verpflichtend sind diese Maßnahmen im normalen Büro heute nicht mehr. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, die Betriebe zu Hygienekonzepten, Maskenangeboten und der Prüfung von Homeoffice verpflichtete, ist am 2. Februar 2023 ausgelaufen. Seitdem entscheiden Arbeitgeber und Beschäftigte grundsätzlich eigenverantwortlich, welche Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz sinnvoll sind; besondere Vorgaben gelten nur noch in bestimmten Bereichen wie medizinischen Einrichtungen und der Pflege. Als freiwillige Orientierung bleiben die genannten Grundregeln aber nützlich, gerade in der Erkältungssaison.
Produktiv und gesund im Homeoffice
Kontakt halten
Wird das Büro getrennt oder arbeitet ein Team von zu Hause, ist der regelmäßige Austausch mit Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen wichtig. Für schnelle Absprachen genügt oft das Telefon, für Besprechungen mit Bildübertragung eignen sich Videokonferenz-Tools wie Zoom. Welches Werkzeug zum Einsatz kommt, ist meist eine Frage der Vorgabe im Unternehmen und des persönlichen Geschmacks. Soziale Kontakte sollten im Homeoffice nicht völlig einschlafen — der kurze, informelle Austausch fehlt sonst schnell.
Pausen und Bewegung
Im Homeoffice geht Bewegung leicht verloren, wenn auf das lange Sitzen am Schreibtisch das lange Sitzen auf dem Sofa folgt. Nach ein bis zwei Stunden konzentrierter Arbeit tut ein Wechsel gut: ein kurzer Spaziergang, ein paar Dehnübungen oder ein kurzes Workout. Das hält körperlich fit und hilft, den Kopf wieder frei zu bekommen.
Zeitmanagement und Work-Life-Balance
Zu Hause fehlt oft die äußere Struktur durch feste Bürozeiten und Vorgesetzte, die Pausen vorgeben. Umso hilfreicher ist es, sich Arbeitszeiten und Aufgaben selbst zu strukturieren — etwa mit einem Wochenplan, Aufgabenlisten oder digitalen Tools zur Organisation. Feste Anfangs- und Endzeiten schützen davor, dass Arbeit und Freizeit ineinander verschwimmen und der Stresspegel dauerhaft steigt.
Homeoffice: keine Pflicht, aber weiter verbreitet
Eine gesetzliche Homeoffice-Pflicht gab es nur befristet: Die entsprechende Regelung im Infektionsschutzgesetz (§ 28b) lief am 19. März 2022 aus. Seitdem gibt es in Deutschland keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf Homeoffice; ob und in welchem Umfang von zu Hause gearbeitet wird, vereinbaren Arbeitgeber und Beschäftigte. Viele Unternehmen bieten mobiles Arbeiten aber weiterhin freiwillig an, weil es sich in der Praxis bewährt hat.
Weiterführende Links
- infektionsschutz.de — Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu Hygiene und Infektionsschutz
- Robert Koch-Institut (RKI) — Daten und Empfehlungen zu Infektionskrankheiten
Häufig gestellte Fragen
Gilt im Büro noch eine Maskenpflicht wegen Corona?
Nein. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, die betriebliche Schutzmaßnahmen vorschrieb, ist am 2. Februar 2023 ausgelaufen. Arbeitgeber und Beschäftigte entscheiden seither eigenverantwortlich über Schutzmaßnahmen; nur in bestimmten Bereichen wie medizinischen Einrichtungen und der Pflege können weiterhin besondere Vorgaben gelten.
Wofür stehen die AHA- und AHA+L-Regeln?
AHA steht für Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Die 2020 eingeführte Formel wurde im September 2020 um das L für Lüften ergänzt (AHA+L), da sich das Virus in Innenräumen besonders über Aerosole verbreitet. Empfohlen war ein Mindestabstand von 1,5 Metern.
Welche Tools eignen sich für Meetings im Homeoffice?
Für kurze Absprachen reicht oft das Telefon. Für Besprechungen mit mehreren Teilnehmenden und Bildübertragung sind Videokonferenz-Tools wie Zoom, Microsoft Teams oder vergleichbare Programme verbreitet. Welches genutzt wird, gibt in der Regel das Unternehmen vor.
Besteht ein Recht auf Homeoffice?
Einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice gibt es in Deutschland nicht. Die befristete Homeoffice-Pflicht nach dem Infektionsschutzgesetz endete am 19. März 2022. Ob von zu Hause gearbeitet wird, vereinbaren Arbeitgeber und Beschäftigte.
Wie behalte ich im Homeoffice die Work-Life-Balance?
Hilfreich sind feste Arbeitszeiten, geplante Pausen mit etwas Bewegung und eine klare Trennung von Arbeits- und Wohnbereich, soweit möglich. Ein Wochenplan mit Aufgabenlisten schafft Struktur und verhindert, dass die Arbeit unbegrenzt in die Freizeit reicht.