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Polizistin oder Polizist in Bayern zu werden, ist ein realistisches Ziel: Die Bayerische Polizei stellt regelmäßig in großer Zahl ein und benennt selbst einen hohen Personalbedarf für die kommenden Jahre. Vor der Ausbildung steht allerdings ein anspruchsvolles Auswahlverfahren, der Einstellungstest. Wer weiß, was ihn erwartet, und sich gezielt vorbereitet, hat gute Chancen.
Der Einstellungstest
Voraussetzungen und Auswahl: mehr als nur die Schulnote
Für die 2. Qualifikationsebene (mittlerer Polizeivollzugsdienst) wird ein mittlerer Schulabschluss verlangt – alternativ ein qualifizierender Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Eine bestimmte Durchschnitts- oder Mindestnote gibt es nicht: Die Ausbildungsplätze werden über eine Rangliste vergeben, entscheidend ist also das Gesamtergebnis im Einstellungstest. Zu den weiteren formalen Voraussetzungen zählen unter anderem ein Mindestalter von 17 und ein Höchstalter von 30 Jahren am Einstellungstag (Ausnahmen möglich), eine Mindestgröße von 160 cm sowie ein Schwimmnachweis über das Deutsche (Jugend-)Schwimmabzeichen mindestens in Bronze. Wichtiger als die Schulnote ist, geistig und körperlich fit zu sein – und genau das wird geprüft. Das Verfahren ist aufwendig, aber machbar, wenn man sich vorbereitet.
Ablauf: zwei Tage, sechs Prüfungsteile
Der Einstellungstest erstreckt sich über zwei nicht aufeinanderfolgende Tage und findet bei der Bereitschaftspolizei in München oder Nürnberg statt; der zweite Prüfungstag liegt in der Regel in der Folgewoche. Sechs Prüfungsteile sind zu bewältigen. Sie zeigen den Prüferinnen und Prüfern – und den Bewerbern selbst –, ob man für den Polizeiberuf in Bayern geeignet ist.
Sprachtest: Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck
Am Anfang steht die schriftliche Sprachfertigkeit, denn Polizistinnen und Polizisten müssen gut kommunizieren und im Dienst zahlreiche Berichte verfassen. Am Computer wird geprüft, ob man Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck sicher beherrscht.
Grundfähigkeiten: Logik, Wissen und Merkfähigkeit
Danach folgt der Grundfähigkeitstest. Geprüft werden logisches Denken, Bearbeitungstempo, Allgemeinwissen und technisches Verständnis; auch das Rechnen und die Merkfähigkeit gehören dazu.
Sporttest: vier Disziplinen
Anschließend wird es sportlich. Der Sporttest umfasst vier Disziplinen: das Springen über die Kleinbank, Bankdrücken, den Pendellauf und den Cooper-Test (12-Minuten-Lauf). Erwartet wird eine solide Grundfitness, die alle Bewerberinnen und Bewerber nachweisen müssen. Schwimmen ist dabei kein Teil des Sporttests, sondern bereits eine Zugangsvoraussetzung – belegt wird es über das Schwimmabzeichen.
Gruppendiskussion: nur nicht schüchtern sein
Körperlich kann man sich nun etwas erholen, die Gruppendiskussion sollte man aber nicht unterschätzen. Mit mehreren Mitbewerbern tauscht man sich über ein vorgegebenes Thema aus. Wer zu zurückhaltend ist, verschenkt Punkte – wer andere nicht zu Wort kommen lässt, ebenso. Der Bayerischen Polizei ist Teamfähigkeit wichtig.
Bewerbungsgespräch: Was motiviert den Bewerber?
Im Bewerbungsgespräch, einem strukturierten Interview, wird es persönlich: Die Prüfer fragen, warum man ausgerechnet zur Polizei in Bayern möchte und was man besonders gut kann. Auch eigene Fragen kann man hier stellen.
Polizeiärztliche Untersuchung: Gesundheit wird geprüft
Zum Verfahren gehört außerdem die polizeiärztliche Untersuchung. Sie stellt die gesundheitliche Eignung fest – erfasst werden unter anderem Größe, Gewicht und der allgemeine Gesundheitszustand.
Rangliste: kleine Fehler sind erlaubt
Ob man es geschafft hat, erfährt man nicht sofort. Aus den Ergebnissen eines Bewerberjahrgangs wird eine Rangliste gebildet, und die Plätze werden der Reihe nach vergeben. Gerade so zu bestehen reicht deshalb oft nicht. Umgekehrt lassen sich einzelne Schwächen ausgleichen: Wer in einer Disziplin nur knapp die Mindestleistung erreicht, kann das etwa durch ein souveränes Auftreten in der Gruppendiskussion wettmachen. Jeder Prüfungsteil muss allerdings für sich bestanden werden.
Vorbereitung
Der große Vorteil des Verfahrens: Es ist transparent, und man weiß, was einen erwartet. Die Sportübungen sind genau beschrieben und lassen sich gezielt trainieren. Auch auf die Gespräche kann man sich einstellen – überlegen Sie sich vorab, was Sie selbst von einer künftigen Polizistin oder einem Polizisten wissen möchten. Für den Sprach- und den Grundfähigkeitsteil helfen typische Übungsaufgaben, zum Beispiel mit einem spezialisierten Online-Testtrainer wie der Plakos Akademie, der Beispielfragen und Tipps bereitstellt. So lässt sich der Einstieg in den Polizeiberuf gut vorbereiten.
Häufig gestellte Fragen
Welche Schulnote braucht man für die Bewerbung bei der Polizei Bayern?
Eine feste Durchschnitts- oder Mindestnote gibt es nicht. Vorausgesetzt wird ein mittlerer Schulabschluss oder ein qualifizierender Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildungsplätze werden anschließend über eine Rangliste vergeben – entscheidend ist das im Einstellungstest erzielte Gesamtergebnis.
Wie lange dauert der Einstellungstest der Polizei Bayern und wo findet er statt?
Das Auswahlverfahren erstreckt sich über zwei nicht aufeinanderfolgende Tage; der zweite Tag liegt in der Regel in der Folgewoche. Geprüft wird bei der Bereitschaftspolizei in München oder Nürnberg.
Welche sportlichen Mindestanforderungen gelten?
Der Sporttest besteht aus vier Disziplinen: Springen über die Kleinbank, Bankdrücken, Pendellauf und Cooper-Test. Zusätzlich ist ein Schwimmnachweis über das Deutsche (Jugend-)Schwimmabzeichen mindestens in Bronze Voraussetzung für die Bewerbung. Die konkreten Mindestwerte veröffentlicht die Bayerische Polizei; sie lassen sich vorab trainieren.
Kann man den Einstellungstest bei Nichtbestehen wiederholen?
Ja. Die Einstellungsprüfung lässt sich wiederholen: In einem der folgenden Einstellungszyklen kann man entweder einen einzelnen Prüfungsteil oder das gesamte Verfahren erneut absolvieren. Die genauen Wiederholungsregeln nennt die Bayerische Polizei in ihren FAQ.