Aquafitness Trainer werden: Ausbildung, Lizenzen und Aufgaben

Aquafitness-Training im Schwimmbecken
Mylene2401 / Pixabay

In öffentlichen Schwimmbädern, in Fitnessstudios mit Pool und in Wellnesshotels gehören Aquafitness-Kurse längst zum Standardangebot. Das Training im Wasser ist besonders gelenkschonend und eignet sich für sportlich Aktive ebenso wie für Menschen mit Beschwerden am Bewegungsapparat. Der Auftrieb verringert das Körpergewicht bis auf etwa ein Zehntel des Gewichts an Land, sodass Gelenke, Bänder und Wirbelsäule spürbar entlastet werden. Zugleich wirkt das Wasser als natürlicher Widerstand: Je schneller die Bewegung, desto stärker fordert es die Muskulatur. So verbindet Aquafitness ein wirkungsvolles Kraft- und Ausdauertraining mit einer schonenden Belastung und bringt Herz und Kreislauf in Schwung. Meist finden die Kurse in Gruppen und mit Musik statt; für spezielle Bedürfnisse sind auch Einzelstunden möglich.

Vielseitiges Arbeitsfeld als Aquafitness Trainer

Als Aquafitness Trainer arbeitet man in Schwimmbädern, Fitness- und Gesundheitsstudios, in Kuranstalten oder Reha-Zentren. Die Tätigkeit lässt sich haupt- wie nebenberuflich ausüben und steht auch Quereinsteigern offen. Vorausgesetzt werden vor allem Freude an Bewegung, ein sicherer Umgang mit dem Element Wasser und Spaß an der Arbeit mit Menschen.

Ein wichtiges Standbein sind zertifizierte Präventionskurse. Erfüllt ein Kurs die Anforderungen nach § 20 SGB V und ist er über die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kursgebühren der Teilnehmer. Dafür müssen Kursleiter eine von der ZPP anerkannte Qualifikation nachweisen. Passende Zusatzmodule richten sich unter anderem an Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler, die im Reha- und Gesundheitsbereich arbeiten wollen.

Ausbildung in mehreren Stufen

Eine staatlich geregelte Ausbildung zum Aquafitness Trainer gibt es nicht; die Qualifikation läuft über Kurse privater Akademien und der Sportverbände. Viele Anbieter orientieren sich am Lizenzsystem des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit den Stufen C, B und A.

Schaubild: Aquafitness-Trainer/in

Für Personen ohne therapeutischen oder sportwissenschaftlichen Hintergrund ist die C-Lizenz die Einstiegsstufe. Kompakte Aquafitness-Zertifikate privater Akademien dauern hier oft nur wenige Tage. Vermittelt werden Grundlagen der Anatomie, des Herz-Kreislauf- und Atemsystems sowie Methodik und Didaktik, um Bewegungsabläufe verständlich anzuleiten und eine Aquafitness-Stunde sinnvoll aufzubauen.

Viele Schwimmbäder und Einrichtungen setzen die B-Lizenz voraus. Sie baut auf der C-Lizenz auf und vertieft unter anderem die physikalischen Wirkungen des Wassers – Dichte, Auftrieb, Temperatur und Druck -, die Auswahl von Hilfsmitteln und Musik, die Vermarktung von Angeboten sowie Indikationen und Kontraindikationen. Als A-Lizenz-Trainer darf sich bezeichnen, wer weitere Aufbauqualifikationen absolviert; im DOSB-System ist die A-Lizenz die höchste Stufe.

Auf der obersten Stufe sind Spezialisierungen möglich, etwa Aqua Crosstraining mit Unterwassersprints und Gewichten, Aqua Pilates, Aqua Cycling oder Angebote für die Reha-Therapie.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Aquafitness Trainer?

Die formalen Hürden sind niedrig: Viele Kurse setzen ein Mindestalter, sicheres Schwimmen und Freude an der Bewegung im Wasser voraus. Ein therapeutischer oder sportwissenschaftlicher Hintergrund ist kein Muss – auch Quereinsteiger können einsteigen und sich über die Lizenzstufen weiterqualifizieren.

Wie lange dauert die Ausbildung zur C-, B- oder A-Lizenz?

Das hängt vom Anbieter ab. Kompakte Aquafitness-Zertifikate privater Akademien umfassen für die Einstiegsstufe oft nur wenige Tage. Im DOSB-Lizenzsystem der Sportverbände ist die C-Lizenz mit rund 120 Lerneinheiten deutlich umfangreicher; die B-Lizenz baut nach einer Phase praktischer Erfahrung darauf auf, die A-Lizenz als höchste Stufe folgt zuletzt.

Kann man als Aquafitness Trainer mit Krankenkassen zusammenarbeiten?

Ja. Wer Kurse anbietet, die nach § 20 SGB V über die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert sind, ermöglicht seinen Teilnehmern einen Zuschuss der gesetzlichen Krankenkassen. Voraussetzung ist eine von der ZPP anerkannte Qualifikation als Kursleitung.

Ist die Tätigkeit auch nebenberuflich möglich?

Ja. Aquafitness Trainer arbeiten sowohl haupt- als auch nebenberuflich, etwa als Kursleitung in Schwimmbädern, Fitness- und Gesundheitsstudios oder Reha-Einrichtungen.