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Verlagskaufmann – Berufsbild
Ein Verlagskaufmann kümmert sich um die kaufmännische Seite des Verlagsgeschäfts: um die Planung, Herstellung, das Marketing und den Vertrieb von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften. Die Berufsbezeichnung Verlagskaufmann ist heute allerdings nicht mehr aktuell. Der Ausbildungsberuf wurde zum 1. August 2006 modernisiert und trägt seither den Namen Medienkaufmann/-frau Digital und Print – der Zusatz „Digital und Print“ trägt der Verschiebung von gedruckten zu digitalen Medien Rechnung. Wer heute „Verlagskaufmann“ sucht, meint in aller Regel diesen Beruf.
Verlagskaufmann – Ausbildung und Werdegang
Der Beruf wird in einer dualen Ausbildung erlernt, die drei Jahre dauert. Gelernt wird im Wechsel zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule; der Unterricht findet je nach Schule wöchentlich oder in Blöcken statt. Zusätzliche Praxis lässt sich über Auslandsaufenthalte oder Praktika in anderen Betrieben sammeln.
Voraussetzungen und Ablauf
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerber mit mittlerer Reife oder (Fach-)Hochschulreife ein.
- Bei entsprechender Vorbildung oder guten Leistungen kann die Ausbildungszeit auf Antrag verkürzt werden; auch eine Ausbildung in Teilzeit ist möglich.
- Eine nicht bestandene Abschlussprüfung darf zweimal wiederholt werden.
Inhaltlich geht es um Märkte und Medienprodukte, um Produktentwicklung und -planung, um Marketing, Verkauf und Vertrieb, um Herstellung und Kalkulation sowie um rechtliche Grundlagen wie Presse- und Urheberrecht. Über die drei Jahre werden diese Bereiche zunehmend vertieft.
Dauer der Ausbildung
Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre. Sie kann bei guten Voraussetzungen verkürzt werden. Wer bereits berufstätig ist und umschulen möchte, kann die Ausbildung ebenfalls in Teilzeit absolvieren.
Prüfungen
Etwa zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres steht die Zwischenprüfung an. Sie wird schriftlich abgelegt und dauert höchstens 120 Minuten. Am Ende der Ausbildung folgt die Abschlussprüfung mit vier Prüfungsbereichen: drei davon schriftlich (Produktentwicklung und Vermarktung, Arbeitsorganisation und Steuerung, Wirtschafts- und Sozialkunde) und ein mündliches, fallbezogenes Fachgespräch.
Ausblick nach der Ausbildung
Ausgelernte arbeiten vor allem in Verlagen – vom kleinen, oft familiär geführten Buchverlag bis zum großen Zeitungs- und Zeitschriftenverlag – sowie in Medienunternehmen. Typische Einsatzbereiche sind Programm- und Produktentwicklung, Marketing, Verkauf und Vertrieb sowie Herstellung und Produktion. Weil die kaufmännischen Kenntnisse übertragbar sind, kommen auch Marketing- oder Vertriebsabteilungen anderer Branchen infrage.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Nach einigen Jahren im Beruf bietet sich eine Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Medienfachwirt Print oder Digital (Bachelor Professional in Media) an. Auch ein einschlägiges Studium – etwa Verlags- oder Medienmanagement oder Betriebswirtschaft – ist ein möglicher Weg. Denkbar ist zudem der Schritt in die Selbstständigkeit.
Weiterführende Links
Ausführliche und aktuelle Informationen zum Beruf bietet der Steckbrief Medienkaufmann/-frau Digital und Print im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Verlagskaufmann?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten die meisten Betriebe mindestens die mittlere Reife, häufig die (Fach-)Hochschulreife. Wichtig sind außerdem Interesse an Medien und Märkten, kaufmännisches Denken und ein sicherer Umgang mit dem Computer.
Wie unterscheidet sich der Verlagskaufmann vom Medienkaufmann Digital und Print?
Es handelt sich um denselben Ausbildungsberuf: „Verlagskaufmann/-frau“ ist die frühere Bezeichnung, die 2006 durch „Medienkaufmann/-frau Digital und Print“ abgelöst wurde. Der neue Zuschnitt bezieht digitale Produkte stärker ein.
Wie lange dauert die Ausbildung und kann man sie verkürzen?
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Bei guter Vorbildung oder guten Leistungen ist eine Verkürzung auf Antrag möglich; auch eine Ausbildung in Teilzeit ist zulässig.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind unter anderem die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Medienfachwirt Print oder Digital, ein einschlägiges Studium (z. B. Medien- oder Verlagsmanagement) oder der Weg in die Selbstständigkeit.













