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Der Beruf des Schädlingsbekämpfers hat eine lange Tradition und war früher als Kammerjäger bekannt. Schädlingsbekämpferinnen und Schädlingsbekämpfer beseitigen Ratten, Mäuse, Schaben, Flöhe, Milben und andere Schädlinge – und sorgen dafür, dass Wohn- und Arbeitsräume wieder hygienisch einwandfrei sind. Sie analysieren den Befall vor Ort, gehen auf Spurensuche und entscheiden dann, mit welchem Verfahren bekämpft wird.
Aufgaben und Arbeitsweise
Jeder Befall verlangt ein eigenes Vorgehen: Ein aus der Kanalisation ins Wohnhaus drängendes Rattenrudel wird anders bekämpft als ein Hornissennest im Garten oder Schaben im Vorratsraum einer Großküche. Schädlingsbekämpfer kennen die zugelassenen Mittel und Verfahren und setzen sie gezielt ein – von der Köderbox über Klebefallen bis zu chemischen und biologischen Bekämpfungsmitteln. Interesse an Chemie, Biologie und Physik ist dabei von Vorteil, denn viele Maßnahmen erfordern solides Fachwissen und Präzision.
Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen sowie die geltenden Umweltauflagen sind strikt einzuhalten. Menschen, Haustiere und die Umwelt dürfen zu keinem Zeitpunkt gefährdet werden – der Schutz des Lebensraums steht bei jeder Maßnahme im Vordergrund.
Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer
Schädlingsbekämpfer/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf; die zugehörige Ausbildungsverordnung trat am 1. August 2004 in Kraft. Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft im dualen System ab – praktische Arbeit im Betrieb wechselt sich mit dem Unterricht an der Berufsschule ab. Zuständige Stelle ist die Industrie- und Handelskammer (IHK).
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Wichtiger sind Interesse an naturwissenschaftlichen Themen, sorgfältiges und systematisches Arbeiten sowie die Bereitschaft, mit unangenehmen Situationen wie schlechten Gerüchen oder dem Entsorgen von Tierkadavern umzugehen.
In der Ausbildung lernen die Auszubildenden, Menschen, Tiere, Pflanzen, Vorräte, Materialien, Gebäude und die Umwelt vor Schädlingen zu schützen und Konzepte zur Vorbeugung eines erneuten Befalls zu entwickeln. Die Inhalte gliedern sich in die Schutzbereiche Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz sowie Pflanzenschutz.
Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Im praktischen Teil bearbeiten die Prüflinge drei praktische Aufgaben und führen ein Kundengespräch. Der schriftliche Teil umfasst vier Prüfungsbereiche: Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz, Pflanzenschutz sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Einsatzbereiche und Berufsaussichten
Schädlingsbekämpferinnen und Schädlingsbekämpfer arbeiten vor allem in Dienstleistungsbetrieben der Schädlingsbekämpfung und bei Hygienedienstleistern. Weitere Einsatzfelder sind Herstellungsbetriebe für Bekämpfungsmittel, Gesundheits- und Pflanzenschutzämter sowie die Forstverwaltung. In der Praxis arbeiten sie eng mit Gesundheitsämtern zusammen.
Viele machen sich nach einigen Jahren Berufserfahrung selbstständig – häufig mit einem festen Kundenstamm und einer fachlichen Spezialisierung. Weil sich Wirkstoffe, Verfahren und rechtliche Vorgaben laufend ändern, gehört regelmäßige Weiterbildung fest zum Beruf. Auch die Digitalisierung verändert das Aufgabenfeld: digitale Dokumentation, Sensorik zur Befallsüberwachung und der Einsatz von Drohnen an schwer erreichbaren Stellen gewinnen an Bedeutung.
Weiterbildung
Staatlich geprüfte/r Desinfektor/in
Vertieft Kenntnisse in Desinfektion und Hygiene und ergänzt das Tätigkeitsfeld der Schädlingsbekämpfung sinnvoll.
Geprüfte/r Technische/r Fachwirt/in (IHK)
Vermittelt technisches und kaufmännisches Wissen für leitende Aufgaben und die Führung eines Betriebs.
Auch ein Studium in Biologie, Chemie, Umweltschutz oder Umwelttechnik eröffnet weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Wer bereits mehrere Jahre einschlägig in der Schädlingsbekämpfung gearbeitet hat, ohne eine Ausbildung absolviert zu haben, kann über eine Externenprüfung bei der IHK einen anerkannten Abschluss erwerben.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im dualen System statt – im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule. Sie endet mit einer praktischen und einer schriftlichen Abschlussprüfung vor der IHK.
Ist Schädlingsbekämpfer ein anerkannter Ausbildungsberuf?
Ja. Schädlingsbekämpfer/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf; die bundesweit geltende Ausbildungsverordnung ist am 1. August 2004 in Kraft getreten.
Welche Voraussetzungen braucht man für den Beruf?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Betriebe meist einen mittleren Bildungsabschluss sowie Interesse an Naturwissenschaften, sorgfältiges Arbeiten und Belastbarkeit gegenüber unangenehmen Situationen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Möglich sind zum Beispiel die Fortbildung zur/zum staatlich geprüften Desinfektor/in, zur/zum Geprüften Technischen Fachwirt/in (IHK) oder ein einschlägiges Studium. Quereinsteiger mit mehrjähriger Berufspraxis können über eine IHK-Externenprüfung einen anerkannten Abschluss erwerben.













