Inhaltsverzeichnis

Ein Brenner stellt hochprozentigen Alkohol her – vom Rohspiritus bis zum Trinkbranntwein. Gearbeitet wird in Brennereien, Brennereigenossenschaften und weiteren Betrieben, die Spirituosen und andere alkoholische Getränke herstellen. Grundlage ist die Maische, die aus entkernten und zerkleinerten agrarischen Rohstoffen gewonnen wird. Ähnlich wie beim Bier entsteht der Alkohol durch Gärung – also durch den anaeroben Stoffwechsel von Hefe, die den Zucker der Rohstoffe in Alkohol umwandelt. Brenner/in ist dabei ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf aus dem Agrarbereich.
Vom Rohstoff zum fertigen Brand
Zunächst verarbeitet der Brenner agrarische Rohstoffe wie Äpfel, Getreide oder Kartoffeln durch Waschen, Entkernen und Zerkleinern zu Maische – einer breiigen Masse, die anschließend in große Gärbehälter gefüllt wird. Nach der Zugabe von Hefe und Verzuckerungsstoffen werden die Behälter luftdicht verschlossen, angewärmt und regelmäßig umgerührt. Innerhalb einiger Wochen entsteht durch die Gärung Alkohol.
Anschließend wird der Alkohol aus der Maische gebrannt: Im Destillierapparat wird sie so weit erhitzt, dass der Alkohol verdampft und durch Rohre in einen Kühler geleitet wird, wo er kondensiert – der Rohbrand entsteht. Durch nochmaliges Destillieren wird daraus der Feinbrand, der nach monatelanger Reifung ein deutlich milderes Aroma erhält.
Der Arbeitsalltag im Beruf
Diesen gesamten Prozess zu steuern und zu überwachen, ist die zentrale Aufgabe im Beruf. Brenner bedienen die – heute meist computergesteuerten – Anlagen, reinigen sie regelmäßig und kontrollieren Gärung, Temperatur und Qualität von Roh- und Feinbrand. Gearbeitet wird überwiegend in Werks- und Lagerhallen, häufig im Schichtdienst. Durch die Automatisierung ist die Tätigkeit körperlich weniger anstrengend als früher, dennoch fallen Arbeiten im Stehen und Bücken an.
Ausbildung zum Brenner
Die Ausbildung zum Brenner ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Sie verläuft dual – teils im Ausbildungsbetrieb, teils in Blockphasen an der Berufsschule. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis erwarten Betriebe meist mindestens einen ersten Schulabschluss. Wichtiger sind Interesse und Grundkenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern – vor allem Chemie, dazu Biologie und Mathematik –, um die Prozesse der Alkoholgewinnung und die nötigen Berechnungen nachzuvollziehen. Da moderne Brennereien überwiegend mit automatisierten Anlagen arbeiten, sind auch EDV-Kenntnisse von Vorteil. Die Abschlussprüfung umfasst die Bereiche Technologie, technische Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Weiterbildung und Aufstieg
Nach der Ausbildung stehen mehrere Wege offen. Über eine Meisterprüfung kann man zum Brennmeister, Destillateurmeister oder Getränkebetriebsmeister aufsteigen. Ebenso möglich sind eine Weiterbildung zum Techniker der Lebensmitteltechnik oder ein Studium, etwa der Getränketechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Brenner?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe erwarten in der Praxis meist mindestens einen ersten Schulabschluss. Hilfreich sind Interesse an Chemie, Biologie und Mathematik, technisches Verständnis sowie ein guter Geruchs- und Geschmackssinn.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Brenner und wie läuft sie ab?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Am Ende steht die Abschlussprüfung in den Bereichen Technologie, technische Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Brenner?
Möglich sind unter anderem die Meisterprüfung zum Brennmeister, Destillateurmeister oder Getränkebetriebsmeister, eine Weiterbildung zum Techniker der Lebensmitteltechnik oder ein Studium wie Getränketechnologie.
Wie sieht der Arbeitsalltag eines Brenners aus?
Brenner steuern und überwachen die meist computergesteuerten Brennanlagen, reinigen sie und kontrollieren Gärung und Qualität. Gearbeitet wird überwiegend in Werks- und Lagerhallen, oft im Schichtdienst und mit Tätigkeiten im Stehen.













