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Hochqualifiziert und offen für wechselnde Herausforderungen: Interim Manager übernehmen spezialisierte Spitzenfunktionen genau dann, wenn es in einem Unternehmen eng oder brenzlig wird. Ob unbesetzte Positionen in der Unternehmensführung, ein besonderes Projekt oder eine betriebliche Umstrukturierung – Interim Management bringt die Expertise mit, die gerade gebraucht wird. Die Verträge sind stets befristet, abgerechnet wird meist auf Tagesbasis.
Profis für besondere Aufgaben
Interim Manager gibt es für alle Branchen – als Finanzexperten, Juristen, Ingenieure oder Management-Allrounder. Geschätzt wird vor allem ihr breiter Erfahrungshorizont. Niemand muss Banker sein, um eine Bank zu leiten, und die Entwicklung eines neuen Autos erfordert keinen Mechatroniker an der Spitze. Entscheidend ist, schnell Strukturen und Rahmendaten zu erfassen und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Nötige Detailkenntnisse lassen sich zuliefern; der Blick auf die Eckwerte ist in den meisten Unternehmen ähnlich.
Der externe Blick schärft die Analyse
Gegenüber internen Führungskräften haben Interim Manager nicht nur einen Erfahrungsvorsprung. Ihr Blick von außen ist auch nüchterner und oft schonungsloser, weil sie nicht an Unternehmenstraditionen, gewachsene Arbeitsprozesse oder persönliche Rücksichten gebunden sind. Das heißt nicht, dass sie „eiskalt“ umstrukturieren: Gerade weil ein Interim Manager keine Hausmacht aufbaut, bleibt sein Wirken eng auf das Mandat begrenzt.
Kommunikation entscheidet über die Umsetzung
Soll die Arbeit nachhaltig wirken – etwa bei Reformen im Unternehmen –, sind Interim Manager auf die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten angewiesen. Die Analyse mag radikal klingen, bei der Umsetzung ist erhebliches Kommunikationstalent gefragt. Denn Veränderungen erzeugen fast immer Verunsicherung, manche sind mit persönlichen Einschnitten verbunden. Die Kunst besteht darin, nicht nur die Führungsebene, sondern möglichst viele Beteiligte zu überzeugen. Dazu gehören eine schnelle Auffassungsgabe, hohe analytische Kompetenz, Organisationstalent und die Offenheit, das eigene Konzept an die Spezifika des Unternehmens anzupassen, ohne sich von ihnen diktieren zu lassen.
Wann Unternehmen Interim Manager einsetzen
Interim Management ist kein Lehr- oder Ausbildungsberuf. Mandate übernimmt nur, wer über viele Jahre Erfahrung in verschiedenen Führungspositionen gesammelt hat. Genutzt wird diese Expertise vor allem im Mittelstand, aber auch in großen Konzernen und Aktiengesellschaften, wo Führungspositionen häufig befristet mit Interim Managern besetzt werden. So gewinnen Unternehmen Zeit, in Ruhe eine langfristige Personallösung zu finden. Der Markt ist über die Jahre gewachsen: Laut DDIM-Marktstudie sind in Deutschland rund 12.500 Interim Manager am Markt, das geschätzte Gesamtmarktvolumen liegt bei etwa 2,7 Milliarden Euro. Erfahrene Interim Manager sind dabei gut ausgelastet – die durchschnittliche Auslastung lag zuletzt bei rund 79 Prozent.
Einsatzbereiche von Interim Managern
Die Einsatzfelder reichen von der Unternehmensführung und dem General Management über Sanierung und Restrukturierung bis zu Projektmanagement, Finanzen und Controlling, Prozessoptimierung sowie Logistik und Einkauf. Die Nähe zu spezialisierten Management-Rollen – vom Account Manager bis zum Bereichsleiter – zeigt, wie breit das Spektrum ist. Wie stark die einzelnen Bereiche nachgefragt werden, verschiebt sich mit der Konjunktur und wird jährlich in der DDIM-Marktstudie erhoben.
Wie Unternehmen den passenden Interim Manager finden
Die Vermittlung übernehmen spezialisierte Personalberatungen und Interim-Provider. Sie kennen ihre Netzwerke genau und wissen, wer für welchen Auftrag in Frage kommt – ob im Office Management, im Finanz- und Rechnungswesen oder in Technik und Ingenieurwesen. Über solche Provider finden Unternehmen kurzfristig erfahrene Fach- und Führungskräfte für ein klar umrissenes Mandat.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird man Interim Manager?
Einen festen Ausbildungs- oder Studienweg gibt es nicht. Interim Management setzt langjährige Führungserfahrung voraus, meist aus mehreren Stationen und Branchen. Die meisten Interim Manager arbeiten selbstständig und bieten ihre Expertise projektweise an.
Wie lange dauert ein typisches Interim-Management-Mandat?
Mandate sind grundsätzlich befristet. Je nach Aufgabe – eine Vakanz überbrücken, ein Projekt steuern oder eine Restrukturierung begleiten – reichen sie von wenigen Monaten bis zu über einem Jahr.
Welche Branchen und Funktionen setzen Interim Manager ein?
Interim Manager sind in allen Branchen im Einsatz. Schwerpunkte liegen in der Unternehmensführung, in Sanierung und Restrukturierung, im Projektmanagement sowie in Finanzen und Controlling.
Was zeichnet einen guten Interim Manager aus?
Gefragt sind eine schnelle Auffassungsgabe, analytische Stärke, Organisationstalent und Kommunikationsgeschick. Ebenso wichtig ist der nüchterne Blick von außen, der Probleme unabhängig von internen Rücksichten benennt.