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Das Auswärtige Amt ist ein besonderer Arbeitgeber. Das Ministerium verantwortet die Außen- und Europapolitik der Bundesrepublik und unterhält neben der Zentrale in Berlin rund 230 Auslandsvertretungen weltweit. Wer hier arbeitet, wechselt in einem Turnus von etwa drei bis fünf Jahren den Dienstort und lernt so einen beachtlichen Teil der Welt sowie ganz unterschiedliche Kulturen und Sprachen kennen. Dennoch handelt es sich bei den Berufen im Auswärtigen Amt in erster Linie um typische Verwaltungsberufe und nicht um Tätigkeiten, die sich vorrangig mit Sprachen oder Kulturförderung befassen.
Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten beim Auswärtigen Amt
Einstiegsmöglichkeiten bietet das Auswärtige Amt sowohl für den mittleren als auch für den gehobenen Dienst. Grundvoraussetzung ist in beiden Fällen die deutsche Staatsangehörigkeit.
Die zweijährige Ausbildung für den mittleren Dienst richtet sich an Interessierte mit mindestens einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder einem Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen, staatlich anerkannten Berufsausbildung mit einer Regelausbildungszeit von mindestens 36 Monaten. Die Ausbildung qualifiziert für vielfältige Verwaltungstätigkeiten und bereitet gezielt auf den weltweiten Einsatz vor.
Das duale Studium, das für den Einstieg in den gehobenen Dienst qualifiziert, dauert drei Jahre und findet an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Akademie Auswärtiger Dienst) statt. Die Studierenden werden auf Leitungstätigkeiten in der Verwaltung vorbereitet und bereits während des Studiums für einen mehrmonatigen Praxisabschnitt an eine Auslandsvertretung entsandt. Voraussetzung sind hier das Abitur oder die Fachhochschulreife.
Daneben bietet das Auswärtige Amt die dualen Studiengänge Verwaltungsinformatik und Digital Administration and Cyber Security an. Weitere Details zu den Laufbahnen finden sich auf den Karriereseiten des Auswärtigen Amts.
Der Einstellungstest beim Auswärtigen Amt
Vor der Karriere beim Auswärtigen Amt steht in jedem Fall ein Einstellungstest. Dieser gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Der schriftliche Teil, der online absolviert wird und dessen Komponenten nachfolgend erläutert werden, ist zuerst zu bewältigen. Zum mündlichen Teil – einem Assessment-Center in Berlin – werden nur Bewerberinnen und Bewerber eingeladen, die den schriftlichen Teil erfolgreich abgeschlossen haben. Er besteht aus mehreren strukturierten Interviews, einem Kurzvortrag, einem Rollenspiel und einer Kooperationsaufgabe.
Intellektuelle Fähigkeiten
Hier werden Aufgaben gestellt, die für Eignungs- und Intelligenztests typisch sind: Beziehungen zwischen Wörtern erkennen, Zahlenreihen fortsetzen, Muster erkennen oder das räumliche Vorstellungsvermögen unter Beweis stellen.
Arbeitsverhalten
Geprüft wird außerdem das Arbeitsverhalten. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen zeigen, dass sie strukturiert und eigenständig arbeiten können.
Kenntnisüberprüfung und Rechtschreibung
In diesem Teil wird Wissen abgefragt, das für die Arbeit im Auswärtigen Amt relevant ist – etwa aus Politik, Geschichte, Geographie oder staatlicher Organisation. Ergänzend wird die deutsche Rechtschreibung überprüft.
Englischkenntnisse
Wer beim Auswärtigen Amt arbeiten möchte, muss gute Englischkenntnisse nachweisen. Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung werden mit Aufgaben etwa auf der Niveaustufe B1/B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens konfrontiert. Was Bewerberinnen und Bewerber für das duale Studium erwartet, zeigen die Testmuster, die das Auswärtige Amt bereitstellt.
Kenntnisse einer zweiten Fremdsprache
Wer sich für das duale Studium bewirbt, muss zusätzlich Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache nachweisen. Zur Auswahl stehen – je nach Einstellungsjahrgang – Sprachen wie Arabisch, Bosnisch, Chinesisch, Farsi (Persisch), Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch oder Ukrainisch. Der Schwierigkeitsgrad liegt dabei etwa bei Stufe B1.
Wie kann ich mich auf den Einstellungstest beim Auswärtigen Amt vorbereiten?
Zur Vorbereitung bietet es sich an, Testmuster früherer Jahre sowie die vom Auswärtigen Amt bereitgestellten Sprachtestmuster zu bearbeiten. Für den Sprachtest empfiehlt das Auswärtige Amt die Lektüre fremdsprachiger Zeitschriften sowie das Auffrischen von Grammatik und Wortschatz. Darüber hinaus bietet die Plakos-Akademie für digitale Einstellungstestvorbereitung Optionen an, mit denen sich gezielt üben und ein Einstellungstest simulieren lässt.
Häufige Fragen zum Einstellungstest beim Auswärtigen Amt
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung im mittleren Dienst des Auswärtigen Amts?
Nötig sind mindestens ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit anschließender, staatlich anerkannter Berufsausbildung (Regelausbildungszeit mindestens 36 Monate) sowie die deutsche Staatsangehörigkeit. Erwartet werden außerdem muttersprachliche Deutschkenntnisse und solide Englischkenntnisse.
Wie läuft der mündliche Teil des Einstellungstests konkret ab?
Der mündliche Teil ist ein Assessment-Center in Berlin, zu dem nur nach bestandenem schriftlichen Teil eingeladen wird. Er umfasst mehrere strukturierte Interviews, einen frei gehaltenen Kurzvortrag, ein Rollenspiel und eine Kooperationsaufgabe.
Welches Sprachniveau in Englisch und einer zweiten Fremdsprache wird erwartet?
Für die Ausbildung liegen die Englisch-Aufgaben etwa auf B1/B2-Niveau. Beim dualen Studium werden Englisch und eine zweite Fremdsprache geprüft, jeweils mit einem Schwierigkeitsgrad um Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens.
Wie lange dauert das duale Studium für den gehobenen Dienst und was folgt danach?
Das duale Studium dauert drei Jahre und findet an der Hochschule des Bundes (Akademie Auswärtiger Dienst) statt. Es wechselt Theorie- und Praxisphasen ab und beinhaltet einen mehrmonatigen Einsatz an einer Auslandsvertretung. Nach dem erfolgreichen Abschluss folgt die Übernahme in den gehobenen Auswärtigen Dienst mit weltweiten Einsatzmöglichkeiten.