Wer bei der Agentur für Arbeit – umgangssprachlich oft Arbeitsamt genannt – arbeiten möchte, muss zunächst ein Eignungsfeststellungsverfahren durchlaufen. Dabei erwarten die Bewerberinnen und Bewerber verschiedene Aufgaben und Testbausteine. Nachfolgend erfahren Sie, was gefordert wird und wie Sie sich gezielt vorbereiten können.
Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten bei der Agentur für Arbeit
Bei der Agentur für Arbeit lassen sich zwei Ausbildungsberufe sowie zwei duale Studiengänge absolvieren. Ausgebildet wird zur bzw. zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen sowie zur Fachinformatikerin bzw. zum Fachinformatiker im IT-Systemhaus der Bundesagentur. Daneben werden die beiden dualen Studiengänge Arbeitsmarktmanagement sowie Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung angeboten, die an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) studiert werden.
Mit den verschiedenen Ausbildungs- bzw. Studiengängen wird die Qualifikation für unterschiedliche Tätigkeiten beim Arbeitsamt erworben. Die dualen Studiengänge qualifizieren eher für anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben, die Ausbildungsgänge hingegen für qualifizierte Tätigkeiten in der Sachbearbeitung bzw. im technischen Dienst.
Das Auswahlverfahren für die Ausbildungs- und Studiengänge der Arbeitsagentur ist mehrstufig aufgebaut. Zunächst absolvieren die Bewerberinnen und Bewerber einen Eignungstest: Dabei werden am Computer unterschiedliche Aufgaben gelöst, ergänzt in der Regel durch ein Gespräch mit einer psychologischen Fachkraft. Wer überzeugt, wird anschließend zu einem persönlichen Auswahlverfahren eingeladen, das der weiteren Abklärung der Eignung dient und beispielsweise Gespräche, Präsentations- oder Gruppenaufgaben umfassen kann. Der abschließende Schritt hängt vom gewählten Einstieg ab: Bei den Ausbildungsgängen steht die Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags, bei den Studiengängen das Einstellungsverfahren der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit.
Der Eignungstest setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, deren genaue Zusammenstellung variieren kann. Typische Bausteine werden nachfolgend kurz vorgestellt.
Logisches Denken und Erkennen von Mustern
In einem der Testteile geht es darum, Muster und Beziehungen zwischen Begriffen, Zahlen und Symbolen zu erkennen. Solche Aufgaben prüfen das logische Denken und die Fähigkeit, Ähnlichkeiten und Regelmäßigkeiten zu erfassen. Sie kommen auch in Intelligenztests zum Einsatz.
Räumliches Vorstellungsvermögen
In einem weiteren Testteil kann das räumliche Vorstellungsvermögen geprüft werden. Dazu müssen die Bewerberinnen und Bewerber etwa gedanklich mit abgebildeten Objekten operieren oder beurteilen, ob mehrere, aus verschiedenen Winkeln dargestellte Objekte identisch sind.
Mechanisch-technische Aufgaben
Mitunter wird auch mechanisch-technisches Grundwissen abgefragt. Die Bewerberinnen und Bewerber werden dann beispielsweise mit Skizzen von Zahnrädern oder mit technischen Konstruktionen konfrontiert, deren Funktionsweise sie einschätzen müssen.
Rechenaufgaben
Häufig wird das Beherrschen der Grundrechenarten, des Dreisatzes und der Bruchrechnung überprüft, ebenso das Rechnen mit Dezimalzahlen. Die Aufgaben sind dabei so gestellt, dass sie ohne technische Hilfsmittel in angemessener Zeit gelöst werden können. Auch Textaufgaben sind möglich.
Merkfähigkeit
Teilweise wird die Merkfähigkeit geprüft. Dazu können etwa Begriffe genannt werden, die nach dem Bearbeiten eines unabhängigen Testteils wieder abgefragt werden.
Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik
Diktate und ähnliche Textaufgaben werden eingesetzt, um zu ermitteln, wie sicher die Bewerberinnen und Bewerber die deutsche Sprache beherrschen.
Allgemeinwissen
Auch Allgemeinwissen wird häufig abgefragt, vor allem zur politischen Situation und zum politischen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland. So kann etwa nach dem amtierenden Bundespräsidenten, nach einem bestimmten Ministerium oder nach aktuellen politischen Ereignissen gefragt werden.
Wie kann ich mich auf den Einstellungstest beim Arbeitsamt vorbereiten?
Grundsätzlich erfordert der Einstellungstest kein spezielles Fachwissen. Wer den für die Einstellung nötigen Schulabschluss erfolgreich abgelegt hat und sich – etwa über Nachrichten und Zeitungen – über das politisch-öffentliche Geschehen informiert, muss für den Test nicht eigens lernen. Dennoch kann eine gewisse Vorbereitung sinnvoll sein, besonders wenn Ihnen bewusst ist, dass Sie in bestimmten Bereichen Schwächen haben.
Zur Vorbereitung auf Aufgaben zum logischen Denken, zum räumlichen Vorstellungsvermögen oder zum technisch-mechanischen Grundwissen bietet sich das Bearbeiten von Intelligenztests an, die häufig kostenlos im Internet verfügbar sind. Mathematische Kenntnisse lassen sich durch erneutes Befassen mit Schulaufgaben festigen. Ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache wird vor allem durch Lesen und Schreiben eingeübt – achten Sie also auch in Chats bewusst auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung und lesen Sie insgesamt mehr.
Daneben kann es sinnvoll sein, eine gezielte Vorbereitung mit Fragen aus allen relevanten Bereichen zu durchlaufen. Die Plakos-Akademie für digitale Einstellungstestvorbereitung bietet hierfür kostengünstige Optionen, mit denen sich üben und ein Einstellungstest simulieren lässt.
Häufige Fragen zum Einstellungstest beim Arbeitsamt
Wie läuft das Auswahlverfahren bei der Agentur für Arbeit ab?
Das Verfahren ist mehrstufig: Auf einen Eignungstest am Computer, meist ergänzt durch ein Gespräch mit einer psychologischen Fachkraft, folgt ein persönliches Auswahlverfahren. Den Abschluss bildet – je nach Einstieg – der Ausbildungsvertrag oder das Einstellungsverfahren der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit.
Welche Schulabschlüsse werden für eine Ausbildung oder ein duales Studium benötigt?
Ein bestimmter Schulabschluss ist Voraussetzung, die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Ausbildungs- oder Studiengang. Für die dualen Studiengänge an der HdBA ist eine Hochschulzugangsberechtigung erforderlich. Die verbindlichen Voraussetzungen nennt die Agentur für Arbeit in der jeweiligen Ausschreibung.
Muss ich für den Einstellungstest lernen?
Zwingend nötig ist das nicht, da der Test kein Fachwissen abfragt. Eine gezielte Vorbereitung – etwa mit Übungsaufgaben und Testsimulationen – kann jedoch helfen, Sicherheit zu gewinnen und typische Aufgabentypen kennenzulernen.
Was passiert, wenn ich den Einstellungstest nicht bestehe?
Wird das Auswahlverfahren nicht bestanden, ist eine erneute Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt grundsätzlich möglich. Ob und wann eine erneute Teilnahme sinnvoll ist, erfahren Sie am besten direkt bei der Agentur für Arbeit.
Bitte beachten Sie, dass sich Einstellungstest und Bedingungen stetig ändern können. Dieser Artikel hat daher keine Gewähr auf Richtigkeit und Aktualität - da diese im zeitlichen Kontext nicht gewährleistet werden kann.