Inhaltsverzeichnis

Was ist eine SAP-Schulung?
Die SAP SE ist ein börsennotiertes Softwareunternehmen aus dem badischen Walldorf und Bestandteil des DAX. Der Schwerpunkt liegt auf Software für Enterprise Resource Planning (ERP), also Programmen, die betriebliche Abläufe eines Unternehmens durchgängig abbilden. SAP zählt zu den größten Softwarehäusern der Welt; im Segment der Unternehmenssoftware konkurriert es unter anderem mit Oracle, Microsoft und Salesforce.
Der Vorteil solcher Systeme: Betriebliche Funktionen lassen sich unternehmensweit zusammenführen, Daten werden konsistent verwaltet und Systembrüche vermieden. Mit dem Erfolg der Software sind die Anwendungen komplexer geworden. Die Programme greifen zwar auf Standardfunktionen zurück, werden für jeden Kunden aber individuell angepasst. Aktuelle Basis ist die Suite SAP S/4HANA, die zunehmend als Cloud-Lösung betrieben wird. Entsprechend gefragt sind Mitarbeitende, die sich mit SAP-Anwendungen auskennen – eine gute Schulung kann hier einen Karriereschub bedeuten.
Welche Formen der Fort- und Weiterbildung gibt es?
Zu unterscheiden sind zunächst SAP-Anwender und SAP-Berater. Beide Bezeichnungen sind nicht rechtlich geschützt. Anwender arbeiten in den Fachabteilungen mit der Software und nutzen je nach Aufgabe ein oder mehrere Module, etwa SAP FI (Finanzbuchhaltung), CO (Controlling), MM (Materialwirtschaft), SD (Vertrieb) oder CRM (Kundenbeziehungsmanagement). Eine modulbezogene Zertifizierung ist eine anerkannte Qualifizierung, die in einer Bewerbung die Aufmerksamkeit von Personalverantwortlichen weckt.
Von SAP-Beratern wird darüber hinaus erwartet, dass sie sich in übergreifende betriebliche Prozesse hineindenken. Wer die Systematik verstehen will, sollte auch Grundlagen der Programmierung kennen. Da immer mehr Funktionen in die Cloud wandern, ist zudem technisches Verständnis für Internet-Technologien hilfreich. Bewerbern mit entsprechender Qualifikation stehen im SAP-Consulting viele Türen offen.
Für wen eignet sich eine solche Fort- und Weiterbildung?
Wer mit SAP arbeitet, sollte eine passende SAP-Schulung erhalten – für verantwortliche Tätigkeiten ist „Learning by doing“ ungeeignet. Schulungen für Anwender eignen sich auch für Quereinsteiger, die mit Spezialwissen im Bewerbungsverfahren punkten möchten. Wer in der SAP-Beratung durchstarten will, ist im Vorteil, wenn er auf eine kaufmännische oder EDV-technische Ausbildung, ein passendes Studium oder Berufserfahrung in einem dieser Bereiche zurückgreifen kann.
Wer diese Voraussetzungen erfüllt und arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, sollte sich über Fördermöglichkeiten informieren. Ist die Weiterbildung notwendig, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden, kann die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein ausstellen. Dieser übernimmt die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, sofern der Bildungsträger und die Maßnahme nach der AZAV zugelassen sind. Seit 2025 kommen auch Kundinnen und Kunden der Jobcenter infrage. Der erste Schritt ist ein persönliches Beratungsgespräch.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine SAP-Schulung?
Das hängt vom Umfang ab. Eine Einführung in ein einzelnes Modul kann wenige Tage dauern, eine geförderte Umschulung oder umfassende Weiterbildung erstreckt sich über mehrere Wochen bis Monate. Anbieter und Zeitmodell (Vollzeit, Teilzeit, online) bestimmen die Dauer mit.
Was kostet eine SAP-Zertifizierung und wer trägt die Kosten?
Die Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter, Modul und Prüfungsumfang. Bei einer nach AZAV zugelassenen Maßnahme können die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernommen werden, wenn die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Beschäftigte klären eine mögliche Beteiligung am besten mit ihrem Arbeitgeber.
Welche SAP-Module sind für Einsteiger gefragt?
Weit verbreitet sind die Module FI (Finanzbuchhaltung), CO (Controlling), MM (Materialwirtschaft) und SD (Vertrieb); im Kundenkontakt spielt CRM eine Rolle. Welches Modul sinnvoll ist, richtet sich nach dem angestrebten Aufgabenbereich.
Gibt es staatliche Förderungen für SAP-Weiterbildungen?
Ja. Über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit lassen sich Weiterbildungen fördern – für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und unter bestimmten Bedingungen auch für Beschäftigte. Voraussetzung ist unter anderem, dass Träger und Maßnahme nach der AZAV zugelassen sind.