Feuerwehr: Einstellungstest und Vorbereitung

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Ich will Feuerwehrmann werden! – das ist die Antwort von vielen Kindern, wenn man fragt, was sie später einmal werden wollen. Dieser Beruf ist im Grundsatz uralt und entstanden, als die Menschheit entdeckt hat, wie man Feuer macht. Die ersten Aufzeichnungen über Löschtrupps sind von 4000 vor Christus aus dem alten Ägypten.

Der Feuerwehrmann verkörpert den Helden in Filmen, ist der Berufsstand mit dem höchsten Vertrauenswert bei Umfragen und genießt Respekt und hohes Ansehen bei Menschen auf der ganzen Welt. Die Realität ist dabei in keiner Weise so glamourös wie von Hollywood dargestellt. Trotzdem sind über eine Millionen Berufs- und freiwillige Feuerwehrleute in Deutschland nach dem Grundsatz Retten-Bergen-Löschen-Schützen tätig.

Es sind darunter circa 80.000 Berufsfeuerwehrleute, die ihren Lebensunterhalt damit finanzieren können, der Rest ist ehrenamtlich tätig. Es ist ein Beruf, der viel harte Arbeit erfordert. Er bringt Menschen körperlich und seelisch an ihre Grenzen oder teilweise darüber hinaus. Als Feuerwehrmann ein Leben zu retten oder anderen Hilfe zu leisten, erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Risikobereitschaft, Leidenschaft und Mitgefühl für andere Menschen.

Das Aufgabenfeld eines Feuerwehrmannes geht dabei weit über das Feuerlöschen hinaus und beinhaltet zusätzlich unter anderem folgende Aufgaben: Technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen oder nach Erdbeben, Rettung von Menschen, Tieren und Sachwerten aus Gefahrensituationen, Hilfe bei Überschwemmungen, Erdrutschen oder Lawinen, Höhenrettung – nicht nur vom Berg, sondern auch zum Beispiel von Windkraftanlagen, Such- und Bergungstauchgänge, vorbeugender Brandschutz und Brandschutzerziehung.

Qualifikation

Eine der wichtigsten Voraussetzung für diesen Beruf ist die körperliche und seelische Gesundheit der Bewerber. Da dieser Beruf zum Teil körperliche Höchstleistung erfordert, wird die Gesundheit und Fitness bei den Auswahlverfahren sehr kritisch geprüft. Dabei kann auch schon eine kleine Einschränkung der Sehfähigkeit von über 0,5 Dioptrien ein Ausschlusskriterium sein. Hingegen ist ein Hauptschulabschluss als Schulabschluss ausreichend. Es wird mehr Wert auf außerschulisch erworbene Fähigkeiten gelegt.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem handwerklichen oder technischen Beruf zählt dabei immer noch zum Goldstandard. Das Deutsche Schwimm- und Sportabzeichen sind sehr gerne gesehen und der Autoführerschein muss schon vorhanden sein. Eine vorhandene Ausbildung als Rettungssanitäter wirkt sich sehr positiv für den Bewerber aus, weil diese erkennen lässt, dass der Bewerber fachübergreifend an jeder Art von Hilfeleistungen für andere Menschen interessiert ist. Wer eine höherwertige Schulbildung mitbringt, kann sich zudem für eine Laufbahn im gehobenen Dienst bewerben und hat so die Möglichkeit, sich für eine spätere Leitungsfunktion zu qualifizieren.

Bewerbung

Wer sich für den Beruf des Feuerwehrmannes interessiert, hat bei der Bewerbung die Qual der Wahl, denn neben der städtischen Feuerwehr bilden auch große Unternehmen eigene Feuerwehrleute aus. Hierzu zählen zum Beispiel Flughäfen, Chemieindustrie oder Autohersteller. Die Vor- und Nachteile der späteren Arbeitgeber sollten schon vor dem Bewerbungsverfahren recherchiert werden, denn eine spätere Verbeamtung ist zum Beispiel nur im öffentlichen Dienst möglich.

Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren der Feuerwehren ist sehr komplex und setzt die Bewerber schon in dieser frühen Phase des Kennenlernens unter hohen Druck. An mehreren Tagen erfolgen ein Sporttest, ein theoretischer Test, ein Bewerbungsgespräch und eine ärztliche Untersuchung. Die Inhalte der jeweiligen Tests variieren stark, da sie von jeder Feuerwehr eigenständig gestaltet werden kann. Es gibt mittlerweile Bücher füllendes Vorbereitungsmaterial und Coachinggruppen, die die Chancen des Bewerbers gegenüber der circa 200 Mitbewerber steigern sollen.

Beim Sporttest werden die Bewerber über Stunden in verschiedenen Disziplinen darunter Kraft, Ausdauer, Geschwindigkeit, Gleichgewichtssinn, Reaktionsvermögen, Koordination und Schwimm- und Tauchfähigkeiten getestet.

Der theoretische Teil ist vom Umfang und Inhalt davon abhängig, für welche Laufbahn der Bewerber sich entschieden hat. Jeder Einstellungstest beinhaltet folgende Aufgaben: Grammatik- und deutsche Rechtschreibung, Mathematik, logisches Denken, technisches Verständnis, handwerkliche Testaufgabe, räumliches Denken, Test der Konzentrationsfähigkeit, Allgemeinwissen und einen Test zu Belastbarkeit und Stressresistenz.

Das Bewerbungsgespräch kann im Einzelgespräch stattfinden, da bis dahin schon viele Bewerber durch mangelhafte Leistungen ausgeschieden sind. Nach einer ausführlichen Vorstellung aller Beteiligten werden Fragen zum bisherigen Lebensweg des Bewerbers gestellt. Es werden Fragen zur Berufsmotivation und Karrierewünsche abgefragt. Es wird häufig gefragt, wie der Bewerber sich den Berufsalltag eines Feuerwehrmannes vorstellt. Alle Fragen dienen neben den Informationszwecken, dem Ziel, die Soft Skills des Bewerbers zu testen.

Wenn alle bisherigen Teile erfolgreich bestanden wurden, folgt als Nächstes die ärztliche Untersuchung. Hier wird die Diensttauglichkeit auch mit dem Ausblick auf eine Verbeamtung sehr genau überprüft. Es kommt durchaus vor, dass Bewerber bei diesem Teil ausscheiden, deshalb ist im besten Fall vor der Teilnahme eines Auswahlverfahrens eine gleichwertige Untersuchung schon einmal erfolgt.

Ausbildung

Die zweijährige Grundausbildung erfolgt an einer Feuerwehrschule und auf der Feuerwache im Wechsel. Die Ausbildungsinhalte sind dabei in der Feuerwehrdienstvorschrift geregelt und für Freiwillige- und Berufsfeuerwehrleute gleich. Es handelt sich um Basislehrgang, Einsatztrainings, technische Ausbildung, Führungsausbildung und Spezialtrainings, wie zum Beispiel bei Flughafenfeuerwehren nötig.

Ausblick

Nach erfolgreicher Ausbildung besteht die Aussicht auf eine Verbeamtung im öffentlichen Dienst. Es gibt klar geregelte Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem gibt es Spezialeinheiten wie Taucher, Bootsführer oder Höhenretter. Ein weiterer Karriereweg als Leitstellendisponent oder als Wachausbilder ist ebenso möglich.