Big Data Analyst: Aufgaben, Ausbildung und Berufsaussichten

Ein Big Data Analyst gewinnt aus großen Datenbeständen Erkenntnisse, die Unternehmen für Entscheidungen nutzen. Die Tätigkeit reicht vom Erschließen und Bereinigen der Daten über die Analyse bis zur verständlichen Aufbereitung der Ergebnisse für Fachabteilungen und Management. Der folgende Überblick fasst Aufgaben, Ausbildungswege und Berufsaussichten zusammen.

Was macht ein Big Data Analyst?

Big Data Analysten – häufig auch schlicht Data Analyst genannt – erschließen Datenquellen, bereinigen Messwerte und untersuchen Datenbestände auf Muster und Auffälligkeiten. Aus den Ergebnissen leiten sie Statistiken, Prognosen und Handlungsempfehlungen ab, etwa um Abläufe oder den Produktabsatz zu verbessern. Je nach Branche arbeiten sie mit Daten aus Marketing, Finanzen, Versicherung oder dem Gesundheitswesen.

Typische Aufgaben

  • Daten aus unterschiedlichen Quellen sammeln, zusammenführen und im Data Warehouse bereitstellen
  • Datenqualität prüfen und Messwerte bereinigen
  • Datenbestände mit statistischen Methoden auswerten und interpretieren
  • Ergebnisse visualisieren und für einzelne Unternehmensbereiche aufbereiten
  • Handlungsempfehlungen ableiten und Fach- sowie Führungskräften präsentieren

Data Warehouse und Analysemethoden

Das Data Warehouse dient als zentraler Sammelpunkt für Daten unterschiedlicher Herkunft und bildet die Grundlage für die Auswertung. Je nach Fragestellung kommen verschiedene Methoden zum Einsatz – etwa Data Mining zum Aufdecken von Mustern, Predictive Analytics für Prognosen künftiger Entwicklungen oder Verfahren des maschinellen Lernens. Damit die Daten verlässlich bleiben, arbeiten Big Data Analysten eng mit IT-Fachkräften zusammen.

Big Data Analyst werden: Ausbildung und Fähigkeiten

„Big Data Analyst“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung und kein eigener Ausbildungsberuf. Der übliche Weg führt über ein Studium mit IT- oder Mathematikbezug, etwa Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik oder Statistik – auch als duales Studium. Für eine Spezialisierung auf große Datenmengen ist ein Masterabschluss verbreitet, zum Beispiel in Studiengängen wie „Business Intelligence and Analytics“ oder „Data Science“.

Einen praxisnahen Einstieg bietet außerdem die IHK-Ausbildung zum Fachinformatiker bzw. zur Fachinformatikerin der Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse. Diese dreijährige Ausbildung wird seit dem 1. August 2020 angeboten und ist auf die Sammlung, Aufbereitung und Analyse von Daten ausgerichtet. Auch über Weiterbildungen ist ein Quereinstieg möglich.

WEGE IN DEN BERUF Big Data Analyst Zugang und Weiterentwicklung Qualifikationswege Studium, duales Studium, IHK-Fachinformatiker Daten-/Prozessanalyse oder Quereinstieg. BERUF Big Data Analyst Daten erschließen, bereinigen, auf Muster analysieren, Ergebnisse visualisieren. Weiterentwicklung Data Scientist, Business Analyst oder leitende Funktion. Kein geschützter Ausbildungsberuf; Fachinformatiker Daten- und Prozessanalyse seit 2020.

Neben der fachlichen Qualifikation sind folgende Fähigkeiten wichtig:

  1. Zahlen- und IT-Affinität
  2. Fundierte Statistikkenntnisse
  3. Analytisches Denkvermögen
  4. Verständnis betrieblicher Prozesse
  5. Kommunikations- und Präsentationsstärke

Wichtige Werkzeuge und Programmiersprachen

Im Arbeitsalltag kommen unter anderem diese Werkzeuge zum Einsatz:

Werkzeug Einsatz
Python, SQL Datenabfrage, -verarbeitung und Analyse
R, SAS Statistische Auswertungen
Tableau, Power BI Visualisierung und Dashboards
Excel Grundlegende Auswertungen und Aufbereitung

Big Data Analyst Ausbildung

Berufsaussichten für Big Data Analysten

Der Bedarf an Datenfachleuten wächst. Das World Economic Forum zählt in seinem Future of Jobs Report 2025 Big-Data-Spezialisten sowie Data Analysts und Scientists zu den weltweit am schnellsten wachsenden Berufen; für Big-Data-Spezialisten prognostiziert der Report bis 2030 ein Beschäftigungswachstum von rund 110 Prozent. Mit Berufserfahrung können sich Big Data Analysten weiterentwickeln, etwa in Richtung Data Scientist, Business Analyst oder in leitende Funktionen. Neue Technologien wie maschinelles Lernen verändern das Anforderungsprofil laufend und machen kontinuierliche Weiterbildung nötig.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildung oder welches Studium führt zum Big Data Analyst?

Meist ein Studium mit IT- oder Mathematikbezug (Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Statistik), gern mit Master-Spezialisierung in Richtung Data Science oder Business Analytics. Praxisnah ist auch die IHK-Ausbildung zum Fachinformatiker der Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse; ein Quereinstieg über Weiterbildungen ist ebenfalls möglich.

Welche Programmiersprachen und Tools sollte ein Big Data Analyst beherrschen?

Verbreitet sind Python und SQL für Datenabfrage und -verarbeitung, R oder SAS für statistische Auswertungen sowie Visualisierungswerkzeuge wie Tableau oder Power BI. Auch die Tabellenkalkulation (Excel) gehört zum Handwerkszeug.

Worin unterscheidet sich ein Big Data Analyst von einem Data Scientist?

Beide arbeiten mit Daten, führen in der Berufssystematik der Bundesagentur für Arbeit aber eigene Profile. Ein Data Analyst wertet vor allem vorhandene Daten aus, erstellt Statistiken und Berichte und leitet Handlungsempfehlungen ab. Ein Data Scientist entwickelt darüber hinaus eigene Modelle und Algorithmen, etwa aus dem maschinellen Lernen, und arbeitet stärker programmier- und prognoseorientiert.

Ist „Big Data Analyst“ ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Nein. Die Bezeichnung ist nicht geschützt und beschreibt keinen eigenständigen Ausbildungsberuf; der Zugang erfolgt über Studium oder Weiterbildung. Einen anerkannten, eng verwandten IHK-Ausbildungsberuf gibt es aber: den Fachinformatiker der Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse.

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