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Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist der Inlandsnachrichtendienst der Bundesrepublik Deutschland. Zu seinen Aufgaben gehören die Spionageabwehr und das Sammeln von Informationen über mögliche Bedrohungen der inneren Sicherheit und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dabei darf der Verfassungsschutz Mittel der geheimen Informationsbeschaffung einsetzen, verfügt aber – anders als die Polizei – über keine polizeilichen Befugnisse. Wer dort einsteigen möchte, durchläuft ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Einstellungstest.
Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten beim Verfassungsschutz
Der Verfassungsschutz bietet mehrere Einstiegswege an: verschiedene Ausbildungsberufe und mehrere duale Studiengänge. Welcher Weg infrage kommt, hängt vor allem vom Schulabschluss ab.
Mit mindestens einem Realschulabschluss – oder einem Hauptschulabschluss samt anschließender, mindestens zweijähriger anerkannter Berufsausbildung – ist der Einstieg als Regierungssekretäranwärter bzw. -anwärterin im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst möglich. Diese Ausbildung dauert zwei Jahre. Danach arbeitet man etwa in der operativen Informationsauswertung, in der operativen Informationsbeschaffung oder in der allgemeinen Verwaltung.
Ebenfalls mit mittlerer Reife lässt sich eine Ausbildung zum Fachinformatiker bzw. zur Fachinformatikerin für Systemintegration beginnen. Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker kommen zum Beispiel in der Cyberabwehr, in der technischen Aufklärung, im IT-Support oder in der Client-/Server-Technik zum Einsatz.
Wer mindestens die Fachhochschulreife mitbringt, kann ein duales Studium aufnehmen – etwa für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst oder im Studiengang Verwaltungsinformatik. Die Einsatzbereiche ähneln denen der entsprechenden Ausbildungen; Absolventinnen und Absolventen der dualen Studiengänge übernehmen dabei häufiger anspruchsvollere Analyse- und Leitungsaufgaben.
Hinzu kommt der duale Studiengang Digital Administration and Cyber Security, den der Verfassungsschutz gemeinsam mit der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung anbietet. Er verbindet Verwaltungs- und IT-Sicherheitsthemen und eröffnet auch den Einstieg in andere Behörden des Bundes. Für Studierende der Informatik an Fachhochschulen und Universitäten gibt es zudem eine Studienförderung mit der Aussicht auf spätere Übernahme.
Der Einstellungstest beim Verfassungsschutz
Das Auswahlverfahren umfasst einen Online-Test sowie schriftliche und mündliche Aufgaben, die an sogenannten Auswahltagen absolviert werden. Dazu gehört auch ein Auswahlgespräch. Die wichtigsten schriftlichen Testbereiche im Überblick:
Logisches Denken und Erkennen von Mustern
Hier gilt es zum Beispiel, Beziehungen zwischen Wörtern zu erkennen oder Zahlenreihen fortzusetzen.
Räumliches Vorstellungsvermögen
In diesem Teil werden etwa Formen gespiegelt. Außerdem ist zu erkennen, ob abgebildete Objekte identisch sind oder in welche Richtung sie gedreht wurden.
Mathematische Kenntnisse
Geprüft werden mathematische Grundkenntnisse. Dreisatz und Prozentrechnung sollten sitzen, auch Textaufgaben sind möglich.
Textverständnis
Hier lesen die Bewerberinnen und Bewerber einen längeren Text und beantworten anschließend mehrere Fragen dazu.
Fachspezifische Fragen
Möglich sind zudem fachspezifische Fragen, etwa zum Aufgabengebiet des Verfassungsschutzes.
Wie kann ich mich auf den Einstellungstest beim Verfassungsschutz vorbereiten?
Am besten übt man gezielt Aufgaben aus den einzelnen Testbereichen – logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen, Mathematik und Textverständnis. Wer regelmäßig unter realistischen Zeitbedingungen übt und sich vorab mit den Aufgaben des Verfassungsschutzes vertraut macht, geht sicherer in den Test. Kostenlose Übungsaufgaben und Beispieltests sind online in großer Zahl zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Bewerbung beim Verfassungsschutz?
Das hängt vom Einstiegsweg ab. Für eine Ausbildung im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst genügt ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung; ein duales Studium setzt mindestens die Fachhochschulreife voraus. Weil der Verfassungsschutz ein Nachrichtendienst ist, gehört zu jeder Einstellung außerdem eine Sicherheitsüberprüfung.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Regierungssekretär beim Verfassungsschutz?
Die Ausbildung im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst – der Laufbahn der Regierungssekretärinnen und -sekretäre – dauert zwei Jahre.
Wie läuft der Auswahltag beim Verfassungsschutz ab?
Vor den Auswahltagen steht in der Regel ein Online-Test. An den Auswahltagen folgen schriftliche und mündliche Aufgaben sowie ein persönliches Auswahlgespräch. Geprüft werden unter anderem logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen, Mathematik und Textverständnis.
Wann sollte ich mich beim Verfassungsschutz bewerben?
Möglichst früh: Das Auswahl- und Einstellungsverfahren zieht sich wegen der Sicherheitsüberprüfung über mehrere Monate. Es empfiehlt sich, die Bewerbung rund eineinhalb Jahre vor dem angestrebten Schulabschluss auf den Weg zu bringen.