Scrum Master: Aufgaben, Ausbildung und PSM-Zertifizierung

Scrum Master
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Der Scrum Master sorgt in einer Organisation dafür, dass die Regeln des Scrum-Frameworks richtig eingeführt und eingehalten werden. Innerhalb eines Projekts agiert er als dienende Führungskraft (servant leader) für die Entwicklungsteams und den Product Owner. Sein Ziel ist nicht die Disziplinierung einzelner Mitglieder, sondern eine unterstützende Anleitung zur Selbstorganisation. Er ist somit kein aktives Mitglied des Entwicklungsteams, sondern ein begleitender Unterstützer, der den Gesamtprozess verbessert und Hindernisse aus dem Weg räumt.

Berufsbild und Arbeitskonzept

Scrum ist eine agile Methode für das Produkt- und Projektmanagement. Sie geht auf ein Regelwerk von Ken Schwaber und Jeff Sutherland zurück, die Scrum 1995 erstmals öffentlich vorstellten; ursprünglich stammt es aus der Softwareentwicklung. Heute wird Scrum in vielen Branchen eingesetzt und bildet einen Gegenentwurf zu streng hierarchischen Befehlsstrukturen, in denen Arbeitsanweisungen von oben nach unten weitergegeben werden. Im Mittelpunkt stehen stattdessen Entwicklungsteams, die anhand von Zielvorgaben und mit der beratenden Begleitung durch den Scrum Master weitgehend selbstständig arbeiten.

Das Scrum-Framework definiert drei Verantwortlichkeiten – die Developer, den Product Owner und den Scrum Master –, fünf Ereignisse (Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective) sowie drei Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog und Increment). Der Scrum Master ist dafür verantwortlich, dass das Team wirksam arbeitet und dass Scrum so gelebt wird, wie es der Scrum Guide beschreibt.

Ausbildung und Zertifizierung

Im Zentrum der Qualifizierung stehen das allgemeine Wissen aus dem offiziellen Scrum Guide und die konkrete Rolle des Scrum Masters. Vorbereitungskurse werden häufig als zweitägiges Training angeboten und schließen mit der Möglichkeit einer Zertifizierung ab.

Voraussetzungen

Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht. Nötig sind vor allem Interesse an kommunikativer, teamorientierter Organisationsarbeit und – für den späteren Einsatz – branchenspezifisches Wissen. Vorkenntnisse zu Scrum sind für einen Einführungskurs nicht erforderlich.

Inhalte und Ablauf

Neben den theoretischen Grundlagen (Rollen bzw. Verantwortlichkeiten, Ereignisse und Artefakte) werden die Inhalte in Praxisbeispielen und Übungen angewendet. Reflexionsrunden vertiefen das Wissen und helfen, alternative Lösungsansätze zu entwickeln. Gute Kurse bereiten die Teilnehmenden zudem gezielt auf die Zertifizierungsprüfung vor.

Zertifizierung zum Professional Scrum Master (PSM I)

Die Zertifizierung Professional Scrum Master™ I (PSM I) wird von Scrum.org abgenommen. Die Prüfung ist ein Online-Assessment mit 80 Fragen, die innerhalb von 60 Minuten zu beantworten sind; sie ist ausschließlich auf Englisch verfügbar. Zum Bestehen sind mindestens 85 Prozent richtige Antworten nötig.

Ein Kurs ist für die Prüfung nicht verpflichtend, wird von Scrum.org aber empfohlen – wer den Scrum Guide sicher beherrscht, kann das Assessment auch direkt ablegen. Nach bestandener Prüfung ist die Zertifizierung lebenslang gültig und muss nicht erneuert werden.

Schaubild: Scrum Master

Aussichten und Weiterbildung

Das erworbene Wissen lässt sich interdisziplinär anwenden. Voraussetzung bleibt der zusätzliche Aufbau branchenspezifischer Kenntnisse, damit der Scrum Master als Schnittstelle mit Gesamtüberblick im Projekt wirken kann. So kann er unterschiedliche Projekte begleiten und dabei sein eigenes Wissen kontinuierlich erweitern.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann die weiterführende Zertifizierung Professional Scrum Master™ II (PSM II) anstreben. Sie richtet sich an erfahrenere Scrum Master und vertieft die bereits erworbenen Fähigkeiten – insbesondere die Frage, wie sich das Scrum-Framework in komplexeren Situationen wirksam anwenden lässt.

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Scrum Master im Arbeitsalltag?

Er sorgt dafür, dass das Team nach den Scrum-Regeln arbeitet, moderiert die Scrum-Ereignisse wie Daily Scrum, Sprint Planning und Retrospektive, beseitigt Hindernisse und coacht Team und Organisation im Umgang mit Scrum. Aufgaben weist er nicht zu, sondern unterstützt die Selbstorganisation des Teams.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Zertifizierung zum Scrum Master?

Formale Voraussetzungen gibt es nicht. Für die PSM-I-Zertifizierung von Scrum.org ist kein Kurs vorgeschrieben; entscheidend ist ein sicheres Verständnis des Scrum Guide. Empfehlenswert sind Interesse an agiler Teamarbeit und – für die Praxis – branchenspezifisches Wissen.

Muss ich einen Kurs besuchen, um die PSM-I-Prüfung abzulegen?

Nein. Scrum.org empfiehlt ein Training, verlangt es aber nicht. Das Assessment kann direkt abgelegt werden, wenn man den Scrum Guide beherrscht.

Worin unterscheidet sich der Scrum Master vom Product Owner?

Der Product Owner verantwortet das Was: Er priorisiert das Product Backlog und maximiert den Wert des Produkts. Der Scrum Master verantwortet das Wie der Zusammenarbeit: Er sorgt dafür, dass Scrum verstanden und wirksam umgesetzt wird. Beide sind eigenständige Verantwortlichkeiten im Scrum Team.