Inhaltsverzeichnis

Die Digitalisierung der Finanzbranche hat in den vergangenen Jahrzehnten viele neue Tätigkeitsfelder geschaffen. Handel, Analyse und Beratung laufen heute überwiegend digital ab, und der Zugang zu den Börsen ist über das Internet grundsätzlich jedem möglich. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten digitalen Finanzberufe rund um das Trading ein und benennt Ausbildungswege wie Risiken ehrlich.
Daytrading lässt sich technisch von zu Hause aus betreiben. Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Angestellte Trader in Banken und Fondsgesellschaften üben einen erlernten Beruf mit klarer Ausbildung aus, während der private Handel auf eigene Rechnung eine selbst organisierte Tätigkeit mit hohem Verlustrisiko ist. An Bedeutung gewinnt auch das Prop Trading, bei dem Händler mit dem Kapital eines Handelshauses statt mit eigenem Geld arbeiten.
Was ist Forex- bzw. Devisenhandel?
Der Forex-Handel (von englisch Foreign Exchange) bezeichnet den Handel mit Devisen, also mit Währungen. Verdient oder verloren wird an den Kursunterschieden zwischen den beiden Währungen eines Währungspaars. Diese Kurse bewegen sich laufend, beeinflusst von Notenbankentscheidungen, Konjunkturdaten und politischen Ereignissen. Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Bewegungen besser einordnen, sichere Prognosen erlaubt das aber nicht.
Das Risiko ist hoch, besonders beim Einsatz von Hebeln (Leverage): Ein Hebel vergrößert mögliche Gewinne, im gleichen Maße aber auch die Verluste. Für Differenzkontrakte (CFDs) auf Devisen hat die BaFin den Hebel für Privatkunden deshalb begrenzt, bei den wichtigsten Währungspaaren auf maximal 30:1. Außerdem dürfen Kleinanleger nicht mehr verlieren als ihr eingezahltes Guthaben, eine Nachschusspflicht ist ausgeschlossen. Mehr zum Devisenmarkt bei Wikipedia
Kryptohandel als weiteres Feld
Neben dem Devisenhandel wird auch mit Kryptowährungen gehandelt, allen voran mit Bitcoin, daneben etwa mit Ethereum oder Litecoin. Bitcoin gilt als älteste und bekannteste Kryptowährung und ist stark volatil: Der Kurs kann sich innerhalb weniger Tage deutlich bewegen. Solche Schwankungen bieten Handelschancen, bedeuten vor allem aber ein hohes Verlustrisiko. Die BaFin warnt ausdrücklich, dass bei Investments in Kryptowerte ein Totalverlust möglich ist, und zwar sowohl beim direkten Kauf als auch bei Derivaten wie CFDs oder Zertifikaten auf Kryptowerte. Eine Garantie für positive Renditen gibt es nicht.
Hinzu kommen praktische Punkte: Handelsplattformen erheben Gebühren, die den Ertrag über die Zeit spürbar mindern können, weshalb sich ein Vergleich der Kosten lohnt. Auch Sicherheit ist zentral, denn auf einzelnen Marktplätzen ist es bereits zu digitalen Diebstählen und Hackerangriffen gekommen.
Wie wird man Trader? Ausbildung und Einstieg
Einen geschützten Ausbildungsberuf mit der Bezeichnung „Trader“ gibt es nicht. Der Weg in den professionellen Handel führt in der Regel über eine kaufmännische Ausbildung oder ein Studium. Gängige Grundlagen sind:
- die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau mit anschließender Spezialisierung im Wertpapier- und Devisenhandel,
- die dreijährige Ausbildung zum Investmentfondskaufmann bzw. zur Investmentfondskauffrau, ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf mit eigener Ausbildungsverordnung und IHK-Zuständigkeit,
- ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, der Finanzwissenschaft oder eines vergleichbaren Fachs.
In größeren Banken und Fondsgesellschaften handeln angestellte Trader im Auftrag ihres Arbeitgebers. Wer sich unabhängig einarbeiten möchte, findet Fachliteratur, Kurse und Fachforen; seriöse Angebote setzen auf realistische Risikoaufklärung statt auf Gewinnversprechen. Viele Broker stellen kostenlose Demokonten bereit, mit denen sich der Ablauf ohne echten Kapitaleinsatz üben lässt. Das ist zum Kennenlernen nützlich, bildet die psychologische Belastung des echten Handels jedoch nicht ab.
Häufig gestellte Fragen
Welche Ausbildung braucht man, um als Trader zu arbeiten?
Einen eigenen Ausbildungsberuf „Trader“ gibt es nicht. Üblich sind die Ausbildung zum Bankkaufmann/-frau, die dreijährige Ausbildung zum Investmentfondskaufmann/-frau oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, jeweils mit späterer Spezialisierung im Handel.
Kann man ohne Bankausbildung als Trader arbeiten?
Privat auf eigene Rechnung kann grundsätzlich jeder mit einem Handelskonto handeln. Für eine Anstellung als Händler in einer Bank oder Fondsgesellschaft wird dagegen meist eine kaufmännische Ausbildung oder ein einschlägiges Studium erwartet.
Was bedeutet Forex-Trading?
Forex steht für Foreign Exchange, also den Devisen- oder Währungshandel. Gehandelt werden Währungspaare; Gewinn oder Verlust ergeben sich aus den Kursunterschieden der beiden Währungen.
Welche Risiken hat der Handel mit Devisen und Kryptowährungen?
Die Risiken sind hoch. Hebel vergrößern nicht nur Gewinne, sondern ebenso Verluste; bei Kryptowerten ist laut BaFin ein Totalverlust möglich. Nach Untersuchungen der EU-Wertpapieraufsicht ESMA verlieren je nach Anbieter rund 74 bis 89 Prozent der Kleinanleger-Konten im CFD-Handel Geld.