9 gute Gründe für ein Auslandsjahr

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Ein Auslandsjahr bedeutet, mehrere Monate bis zu einem Jahr im Ausland zu leben, zu lernen oder zu arbeiten – also weit mehr, als ein zweiwöchiger Urlaub bieten kann. Es lässt sich in fast jeder Lebensphase umsetzen: während der Schulzeit, nach dem Abitur, im Studium, in der Ausbildung oder mitten im Berufsleben. Wer eine Zeit lang aussteigen und etwas grundlegend Neues erleben möchte, findet dafür verschiedene Wege – vom Schüleraustausch über Work & Travel bis zum Freiwilligendienst. Neun Gründe, die für ein Auslandsjahr sprechen.

Welche Formen kann ein Auslandsjahr haben?

„Auslandsjahr“ ist keine feste Programmart, sondern ein Sammelbegriff. Je nach Alter, Ziel und Budget kommen unterschiedliche Wege infrage:

  • Schüleraustausch / High-School-Aufenthalt: ein Schuljahr im Ausland, meist untergebracht bei einer Gastfamilie.
  • Studium oder Praktikum im Ausland: Innerhalb Europas ist Erasmus+ das zentrale EU-Programm. Wer damit an einer Partnerhochschule studiert, zahlt dort keine Studiengebühren, kann sich die absolvierten Kurse für den Abschluss anrechnen lassen und erhält ein EU-Stipendium für Reise- und Lebenshaltungskosten.
  • Work & Travel: Über ein Working-Holiday-Visum lässt sich Reisen mit Gelegenheitsjobs verbinden. Für Australien (Visum Subclass 417) gilt bei Antragstellung in der Regel ein Alter von 18 bis 30 Jahren; der Aufenthalt kann bis zu zwölf Monate dauern.
  • Freiwilligendienst im Ausland: Der entwicklungspolitische Dienst weltwärts des BMZ steht 18- bis 28-Jährigen offen, dauert zwischen 6 und 24 Monaten (die meisten leisten rund zwölf Monate) und wird vom Bund mit bis zu 75 Prozent der Kosten gefördert. Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) ist bis zum 27. Geburtstag möglich und läuft 6 bis 18 Monate.
  • Au-pair: Leben in einer Gastfamilie mit Kinderbetreuung, in der Regel im Alter von 18 bis 26 Jahren und für sechs bis zwölf Monate.

Oft lässt sich ein Auslandsaufenthalt auch über den eigenen Ausbildungs- oder Arbeitgeber organisieren, um den erlernten Beruf eine Zeit lang in einem anderen Land auszuüben.

Schaubild: Formen im Überblick

9 gute Gründe für ein Auslandsjahr

1. Eine Sprache wirklich lernen

Der wohl offensichtlichste Vorteil: Man lernt eine neue Sprache oder verbessert vorhandene Kenntnisse. Im Alltag eines Landes, in dem die Sprache tatsächlich gesprochen wird, geht das schneller und bleibt besser hängen als in jedem Kurs zu Hause.

2. Eine andere Kultur von innen erleben

Man begegnet einer fremden Kultur aus einem ganz anderen Blickwinkel – ihren Menschen, Bräuchen und Alltagsgewohnheiten. Das erweitert den Horizont und lässt einen zugleich die eigene Kultur bewusster und mit etwas Abstand sehen.

3. Neue Menschen und Kontakte

Ein Auslandsjahr bringt viele neue Bekanntschaften – private wie berufliche. Aus manchen werden Freundschaften, die über Jahre halten. Berufliche Kontakte vor Ort können sich später als Türöffner erweisen, etwa für ein Praktikum oder ein Jobangebot.

4. Mehr Selbstständigkeit

Fern der gewohnten Umgebung ist man stärker auf sich gestellt. Das fördert die Selbstständigkeit und die Fähigkeit, auch in ungewohnten Situationen einen klaren Kopf zu behalten und Probleme eigenständig zu lösen.

5. Persönliche Bereicherung

Die ständige Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur macht toleranter und offener für Neues. Insgesamt ist ein Auslandsjahr eine persönliche Reifephase, aus der viele verändert zurückkommen.

6. Besondere Erfahrungen und Erlebnisse

Man sammelt Erfahrungen, die es zu Hause so nicht gibt: beruflich etwa andere Arbeitsweisen im eigenen Fach, privat Ausflüge und Eindrücke, an die man sich noch Jahre später gern erinnert.

7. Neues fachliches Wissen

Fachlich eröffnen sich neue Themen und Methoden; persönlich lernt man viel über Land, Leute, Sehenswürdigkeiten und Geschichte des Gastlandes.

8. Ein Pluspunkt im Lebenslauf

Im Lebenslauf ist ein Auslandsaufenthalt ein Pluspunkt. Er signalisiert künftigen Arbeitgebern Sprachkenntnisse und interkulturelle Erfahrung – und bei einem Arbeits- oder Praktikumsaufenthalt zusätzlich konkrete Berufserfahrung im Ausland.

9. Inspiration und Orientierung

Nicht zuletzt liefert so ein Jahr Orientierung. Man lernt sich selbst besser kennen, erkennt eigene Vorlieben und Abneigungen und bekommt oft eine klarere Vorstellung davon, wie die eigene Zukunft aussehen soll.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein Auslandsjahr?

Das hängt vom Format ab. Ein Schuljahr oder ein Erasmus-Aufenthalt orientiert sich am Schul- bzw. Studienjahr. Freiwilligendienste laufen häufig rund zwölf Monate (weltwärts 6 bis 24, der IJFD 6 bis 18 Monate), ein Au-pair-Aufenthalt sechs bis zwölf Monate und Work & Travel in Australien bis zu zwölf Monate. „Ein Jahr“ ist also ein Richtwert, kein festes Muss.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei Erasmus+ entfallen die Studiengebühren an der Gasthochschule, und es gibt ein EU-Stipendium für Reise- und Lebenshaltungskosten. Beim weltwärts-Dienst übernimmt der Bund bis zu 75 Prozent der Kosten. Bei Work & Travel finanziert man sich weitgehend selbst und bessert das Budget vor Ort mit Gelegenheitsjobs auf. Feste Programme über eine Agentur verlangen in der Regel eine Vermittlungs- oder Programmgebühr.

Welche Programme oder Organisationen vermitteln ein Auslandsjahr?

Für Studium oder Praktikum in Europa ist Erasmus+ die erste Anlaufstelle. Freiwilligendienste vermitteln unter anderem das BMZ-Programm weltwärts und der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD). Für Schüleraustausch, Au-pair und Work & Travel gibt es zahlreiche anerkannte Organisationen und Agenturen. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für das Zielland veröffentlicht das Auswärtige Amt.

Wie wirkt sich ein Auslandsjahr auf Lebenslauf und Karriere aus?

Ein Auslandsaufenthalt wird von Arbeitgebern meist positiv gewertet: Er belegt Sprachkenntnisse, Selbstständigkeit und interkulturelle Kompetenz. Bei einem Arbeits- oder Praktikumsaufenthalt kommt konkrete Berufserfahrung im Ausland hinzu – und mitunter berufliche Kontakte, die sich später auszahlen.

Weitere Informationen im Web

  • Auswärtiges Amt – Reise- und Sicherheitshinweise für das Zielland
  • weltwaerts.de – entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des BMZ
  • Erasmus+ – EU-Programm für Bildung, Studium und Praktikum im Ausland