Studienwahl und Studienorientierung: das passende Studienfach finden

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Die Qual der Wahl: Entscheidungen vor dem Studium

Ein Hochschulabschluss eröffnet viele berufliche Wege, und der Zugang zum Studium ist heute breiter als früher: Neben dem klassischen Abitur führen auch der zweite und dritte Bildungsweg zur Hochschulreife. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist zudem ein berufsqualifizierter Hochschulzugang möglich – bundesweit geregelt durch den Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2009.

Für viele ist deshalb nicht die Zulassung die eigentliche Hürde, sondern die Wahl des passenden Studiengangs. Wird diese Entscheidung vorschnell getroffen, endet das Studium überdurchschnittlich oft im Abbruch: Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) brechen rund 28 Prozent der Bachelorstudierenden ihr Studium ab – an Universitäten etwa 35 Prozent, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften rund 20 Prozent. Wer Eignung und Neigungen vorab ehrlich prüft, senkt sein persönliches Risiko spürbar.

Was bei der Wahl des Studienfachs zählt

Eine gute Wahl ist meist ein Kompromiss: Sie berücksichtigt die eigenen Interessen und Neigungen ebenso wie die persönliche Qualifikation und den Berufswunsch. Oft zeigt sich schon in der Schulzeit, wo die Stärken liegen – etwa im sprachlichen oder im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Diese Schwerpunkte sollten in die Entscheidung einfließen. Wer sich mit Mathematik durchgehend schwertut, wird in einem stark quantitativ ausgerichteten Fach wie Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre eher an Grenzen stoßen; wer umgekehrt in den Naturwissenschaften zu Hause ist, fühlt sich in Sprach- oder Literaturwissenschaft womöglich weniger wohl. Ein Blick in die konkreten Modul- und Prüfungspläne eines Studiengangs zeigt schnell, welche Inhalte und Methoden tatsächlich auf einen zukommen.

Duales Studium als praxisnahe Alternative

Wer bereits während des Studiums praktische Erfahrung sammeln möchte, kann ein duales Studium in Betracht ziehen, bei dem Studium und Arbeit in einem Unternehmen verzahnt sind. Das Angebot ist über die Jahre stark gewachsen: In der Datenbank AusbildungPlus des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) waren 2024 rund 1.824 duale Studiengänge mit etwa 113.526 Studierenden und rund 52.000 Kooperationsangeboten von Unternehmen erfasst. Auch viele Hochschulen für angewandte Wissenschaften (früher Fachhochschulen) bieten ausgesprochen praxisorientierte Studiengänge an.

Anlauf- und Infostellen

Vor der Entscheidung lohnt es sich, gründlich Informationen zu Studiengang, Fach und Studienort einzuholen. Da der Lebensmittelpunkt während des Studiums meist in der Hochschulstadt liegt, ist ein Besuch vor Ort hilfreich.

Einen umfassenden Überblick bietet der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) – das bundesweit einzige Portal, das auf den Selbstauskünften der Hochschulen beruht. Zum Wintersemester 2022/23 waren dort rund 21.438 Studienmöglichkeiten an 423 Hochschulen verzeichnet, darunter etwa 9.648 Bachelor- und 10.068 Masterangebote.

Orientierung geben außerdem Hochschulrankings. Ein bekanntes Beispiel ist das CHE-Hochschulranking, dessen Ergebnisse kostenlos über das Studienorientierungsportal der ZEIT veröffentlicht werden. Rankings sollten allerdings nur ein Baustein unter mehreren sein – sie ersetzen die persönliche Auseinandersetzung mit dem Fach nicht.

Aufschlussreich sind auch die Internetseiten der Hochschulen selbst, auf denen Schwerpunkte und Inhalte der Fächer erläutert werden. Nicht zu unterschätzen sind persönliche Erfahrungswerte: Nahezu jeder Studiengang hat eine studentische Fachschaft, die Studieninteressierten per Telefon oder E-Mail weiterhilft – auch dann, wenn die Fachrichtung noch nicht feststeht.

Die Entscheidung liegt bei dir

Am Ende kann nur der oder die künftige Studierende die eigenen Neigungen und Interessen wirklich einschätzen. Diese Wahl sollte unabhängig davon fallen, was Freundinnen und Freunde studieren oder wie attraktiv das Freizeitangebot einer Stadt wirkt. Entscheidend ist ein Studiengang, der zu den eigenen Stärken passt und einen tragfähigen Weg in den gewünschten Beruf eröffnet.

Schaubild: Entscheidungsweg zum passenden Studienfach

Weiterführende Links zur Studienwahl

Häufig gestellte Fragen

Wie finde ich das passende Studienfach für meine Interessen und Stärken?

Hilfreich ist ein ehrlicher Abgleich von Interessen, schulischen Stärken und Berufswunsch. Ein Blick in die Modulpläne konkreter Studiengänge, Selbsttests zur Studienorientierung sowie Gespräche mit Fachschaften und der Studienberatung helfen, die Auswahl einzugrenzen.

Welche Rolle spielen Hochschulrankings bei der Studienwahl?

Rankings wie das CHE-Hochschulranking liefern einen ersten Vergleich von Studienangeboten, etwa zu Betreuung, Ausstattung oder Studienorganisation. Sie sind ein nützlicher Baustein, ersetzen aber nicht die persönliche Auseinandersetzung mit Fachinhalten und Studienort.

Was ist der Unterschied zwischen dualem und klassischem Studium?

Beim klassischen Studium steht die theoretische Ausbildung an der Hochschule im Vordergrund. Ein duales Studium verzahnt das Studium mit Praxisphasen in einem Unternehmen; laut BIBB gab es 2024 rund 1.824 duale Studiengänge. Es bietet früh Berufserfahrung, lässt aber weniger zeitlichen Spielraum.

Wo bekomme ich verlässliche Informationen zu Studiengängen und Hochschulen?

Einen offiziellen Überblick gibt der Hochschulkompass der HRK, der alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen und ihre Studienangebote verzeichnet. Ergänzend informieren die Websites der Hochschulen, die Studienberatung und die studentischen Fachschaften.