Bilanzbuchhalter werden: Aufgaben, Voraussetzungen und IHK-Prüfung

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Der geprüfte Bilanzbuchhalter ist ein anerkannter Fortbildungsabschluss im Finanz- und Rechnungswesen. Als Aufstiegsfortbildung baut er auf einer kaufmännischen Erstausbildung oder auf mehrjähriger Berufspraxis auf und wird mit einer bundesweit einheitlich geregelten IHK-Prüfung abgeschlossen. Seit Ende 2020 trägt der Abschluss zusätzlich die Bezeichnung „Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“ und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6 eingestuft – dem gleichen Niveau wie ein Bachelorstudium, ein Meister oder ein Fachwirt.

Aufgaben eines Bilanzbuchhalters

Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter führen die Teile des Rechnungswesens im Jahresabschluss zusammen und organisieren die Abläufe in der Buchhaltung. Sie erfassen Geschäftsvorfälle nach Handels- und Steuerrecht, bereiten Jahresabschlüsse auf und werten sie aus, verantworten die Kosten- und Leistungsrechnung und wirken im betrieblichen Finanzmanagement mit. Häufig bereiten sie Entscheidungen der Geschäftsleitung mit vor und arbeiten damit an der Schnittstelle zwischen Buchhaltung und Unternehmensführung.

Voraussetzungen für die Prüfung

Die Zulassung zur IHK-Prüfung ist in der Prüfungsverordnung bundeseinheitlich geregelt. Zugelassen wird, wer eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf mit dreijähriger Ausbildungsdauer,
  • ein anerkannter Fortbildungsabschluss als Fachwirt/-in oder Fachkaufmann/-frau, ein Abschluss als staatlich geprüfte/r Betriebswirt/-in oder ein wirtschaftswissenschaftlicher Diplom- oder Bachelorabschluss – beim Hochschulabschluss zusätzlich mit mindestens einjähriger einschlägiger Berufspraxis, oder
  • eine mindestens fünfjährige Berufspraxis.

Die geforderte Berufspraxis muss inhaltlich wesentliche Bezüge zu den Aufgaben eines Bilanzbuchhalters haben und überwiegend im betrieblichen Finanz- und Rechnungswesen erworben worden sein. Wer die formalen Voraussetzungen nicht erfüllt, kann die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten auch auf andere Weise glaubhaft machen.

Lernformen und Dauer der Weiterbildung

Ein vorbereitender Lehrgang ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, in der Praxis aber üblich. Angeboten werden Präsenzunterricht, Fernlehrgänge und Online-Seminare; virtuelle Klassenräume mit Live-Unterricht und aufgezeichneten Einheiten ermöglichen ein ortsunabhängiges, berufsbegleitendes Lernen. Die Lehrgangsdauer ist nicht gesetzlich festgelegt und hängt vom Anbieter und der Lernform ab; berufsbegleitende Kurse erstrecken sich häufig über etwa anderthalb bis zwei Jahre. Manche Anbieter ergänzen die fachliche Vorbereitung um ein begleitendes Coaching.

Lerninhalte

Inhaltlich orientieren sich die Lehrgänge an den Handlungsbereichen der Prüfung. Dazu gehören:

  • Geschäftsvorfälle erfassen und zu Abschlüssen führen,
  • Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten,
  • betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen,
  • Finanzmanagement wahrnehmen, gestalten und überwachen,
  • Kosten- und Leistungsrechnung zielorientiert anwenden,
  • ein internes Kontrollsystem sicherstellen sowie
  • Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit sicherstellen.

Prüfung und Abschluss

Die IHK-Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil umfasst drei Aufgabenstellungen von je 240 Minuten, die jeweils auf einer betrieblichen Situationsbeschreibung aufbauen. Wer den schriftlichen Teil bestanden hat, wird zum mündlichen Teil zugelassen: einer Präsentation von höchstens 15 Minuten zu einem Thema aus dem Jahresabschluss und einem anschließenden Fachgespräch von bis zu 30 Minuten.

Mit bestandener Prüfung darf die Bezeichnung „Geprüfte/r Bilanzbuchhalter/-in – Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“ geführt werden. Der Abschluss erfüllt zugleich die Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung zum Geprüften Betriebswirt und verschafft – auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung – eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter?

Zur IHK-Prüfung zugelassen wird, wer eine dreijährige anerkannte kaufmännische oder verwaltende Ausbildung, einen einschlägigen Fortbildungs- oder Hochschulabschluss (beim Hochschulabschluss mit mindestens einem Jahr Berufspraxis) oder mindestens fünf Jahre Berufspraxis nachweist. Die Praxis muss überwiegend im Finanz- und Rechnungswesen liegen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter?

Die Dauer ist nicht gesetzlich geregelt und richtet sich nach Anbieter und Lernform. Berufsbegleitende Lehrgänge dauern häufig etwa anderthalb bis zwei Jahre, Vollzeitangebote deutlich kürzer.

Was unterscheidet den Bilanzbuchhalter vom Steuerfachwirt?

Der Bilanzbuchhalter ist im betrieblichen Rechnungswesen zu Hause und arbeitet meist in Unternehmen. Der Steuerfachwirt baut auf der Ausbildung zum Steuerfachangestellten auf, hat einen steuerrechtlichen Schwerpunkt und ist überwiegend in Steuerkanzleien tätig. Beide Abschlüsse sind im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6 eingeordnet.

Auf welchem Niveau steht der Abschluss zum Bilanzbuchhalter?

Der geprüfte Bilanzbuchhalter ist ein Fortbildungsabschluss der zweiten Stufe und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6 eingestuft – vergleichbar mit einem Bachelor, einem Meister oder einem Fachwirt. Seit Ende 2020 trägt er den Zusatz „Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“.

Schaubild: Bilanzbuchhalter/in

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