Inhaltsverzeichnis

Was ein Software-Entwickler macht
Ein Software-Entwickler entwirft, programmiert und pflegt Software – von Anwendungen des täglichen Lebens bis zu spezialisierten technischen Systemen. Zu den Aufgaben gehören der Entwurf des technischen Designs, die Implementierung, das Testen sowie die Wartung bestehender Programme. Dabei kommt es auf Kenntnisse im gesamten Entwicklungsprozess an: von der Analyse der Anforderungen über die Programmierung bis zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und dem Erstellen von Benutzerschnittstellen.
Software-Entwickler arbeiten in nahezu allen Branchen. Gefragt sind sie unter anderem in der Automobilindustrie und im Flugzeugbau, ebenso bei sicherheitskritischen Systemen wie Alarm-, Banking- und Sicherungstechnik, deren Software besonders sorgfältig gepflegt und gewartet werden muss. Je nach Einsatzgebiet reichen die Rollen vom Anwendungsentwickler über den Systemadministrator bis zur Spezialistin für eingebettete Systeme.
Voraussetzungen: Studium, Ausbildung oder Quereinstieg
Einen einzigen vorgeschriebenen Weg in den Beruf gibt es nicht. Viele Software-Entwickler sind studierte Informatiker, andere kommen über eine duale Ausbildung oder als Quereinsteiger in das Feld. Entscheidend ist die fachliche Qualifikation, nicht ein bestimmter Abschluss.
Informatikstudium
Ein Bachelor- oder Masterstudium der Informatik wird an Universitäten und Fachhochschulen angeboten. Die Regelstudienzeit für den Bachelor liegt meist bei sechs Semestern (drei Jahren), an Fachhochschulen mit Praxissemester teils bei sieben bis acht Semestern; der darauf aufbauende Master dauert in der Regel weitere zwei bis vier Semester. Die üblichen Abschlussbezeichnungen sind Bachelor of Science (B.Sc.) und Master of Science (M.Sc.). An Universitäten ist anschließend auch eine Promotion möglich.
Duale Ausbildung
Als Ausbildungsweg bietet sich vor allem der Beruf Fachinformatiker/in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung an – ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf, der drei Jahre dauert und im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule stattfindet. Daneben gibt es die staatlich anerkannte Ausbildung zum bzw. zur Mathematisch-technischen Softwareentwickler/in (MATSE), die ebenfalls drei Jahre umfasst. An mehreren Hochschulen – etwa an der FH Aachen – lässt sich diese Ausbildung mit einem dualen Bachelorstudiengang verbinden, der dort unter der Bezeichnung „Scientific Programming“ bzw. „Angewandte Mathematik und Informatik“ geführt wird und Ausbildung und B.Sc. in drei Jahren kombiniert.
Quereinstieg und Umschulung
Auch ohne einschlägigen Erstabschluss ist der Einstieg möglich. Über eine Umschulung, ein Fernstudium oder gezielte Weiterbildungen können Quereinsteiger die nötigen Grundlagen der Programmierung und Softwareentwicklung erwerben.
Das Informatikstudium im Detail
Im Informatikstudium werden die Grundlagen der praktischen, technischen und theoretischen Informatik vermittelt, ergänzt um die dafür nötige Mathematik. Zu den typischen Fächern zählen Computertechnik, Datenstrukturen, Algorithmen und Logik. Mit zunehmender Spezialisierung stehen außerdem interdisziplinäre Studiengänge zur Wahl, etwa Medien-, Geo- oder Bioinformatik. Wer in Forschung und Lehre gehen möchte, kann das Studium um pädagogische Inhalte ergänzen; an Schulen wird Informatik als eigenes Fach unterrichtet.
Häufig gestellte Fragen
Welche Ausbildung braucht man, um Software-Entwickler zu werden?
Einen einheitlich vorgeschriebenen Weg gibt es nicht. Üblich sind ein Informatikstudium (B.Sc./M.Sc.) oder eine duale Ausbildung, etwa als Fachinformatiker/in für Anwendungsentwicklung (drei Jahre) oder als Mathematisch-technische/r Softwareentwickler/in (MATSE, drei Jahre).
Kann man auch als Quereinsteiger Software-Entwickler werden?
Ja. Über Umschulungen, Fernstudiengänge und Weiterbildungen können auch Menschen ohne einschlägigen Erstabschluss die erforderlichen Kenntnisse erwerben. Entscheidend sind nachweisbare Fähigkeiten in Programmierung und Softwareentwicklung.
Welche Programmiersprachen sollte ein Software-Entwickler kennen?
Das hängt vom Einsatzgebiet ab. In vielen Ausbildungen und Studiengängen wird häufig mit Java gearbeitet; hinzu kommen je nach Schwerpunkt weitere Sprachen. Wichtiger als eine einzelne Sprache ist das Verständnis von Algorithmen, Datenstrukturen und Softwareentwicklungsmethoden.
Worin unterscheiden sich Fachinformatiker Anwendungsentwicklung und MATSE?
Beide sind dreijährige, anerkannte Ausbildungsberufe. Der Fachinformatiker Anwendungsentwicklung ist ein dualer Ausbildungsberuf in Industrie und Handel mit Schwerpunkt auf der Entwicklung betrieblicher Anwendungen. Der MATSE-Beruf ist stärker anwendungsorientiert-mathematisch ausgerichtet und lässt sich an einigen Hochschulen mit einem dualen Bachelor verbinden.













