Schweißer werden: Aufgaben, Schweißverfahren und Ausbildung

schweißer
greenlightvision_ch – Pixabay

Ein Schweißer verbindet Metallteile mit Hitze zu dauerhaften, belastbaren Konstruktionen – vom Stahlträger über die Fahrzeugkarosserie bis zur Rohrleitung. Der Weg in den Beruf führt nicht über eine eigene duale Ausbildung, sondern über anerkannte Schweißerlehrgänge und Prüfungen – meist aufbauend auf einer metallverarbeitenden Grundqualifikation. Dieser Artikel erklärt, was ein Schweißer tut, welche Schweißverfahren es gibt und wie man die nötigen Qualifikationen erwirbt.

Was macht ein Schweißer?

Schweißer fügen Bauteile aus Metall – seltener auch aus Kunststoff – unter Hitze fest zusammen und reparieren beschädigte Verbindungen. Je nach Werkstück richten sie das Material aus, wählen Verfahren und Zusatzwerkstoff, stellen Strom und Temperatur ein und prüfen die fertige Naht auf Maßhaltigkeit und Festigkeit. Gearbeitet wird nach technischen Zeichnungen; Arbeits- und Gesundheitsschutz – etwa Schutzkleidung, Absaugung und der sichere Umgang mit Gasen und Lichtbogen – gehört fest zum Arbeitsalltag.

Beschäftigung finden Schweißer vor allem in metallverarbeitenden Branchen: im Metall- und Stahlbau, im Fahrzeug- und Schiffbau sowie im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau.

Schweißverfahren im Überblick

Welche Aufgaben ein Schweißer übernehmen kann, hängt stark vom beherrschten Verfahren ab. Die wichtigsten Verfahren, in denen man sich schulen und prüfen lassen kann, sind:

  • Gasschweißen (G, Autogenschweißen): Verbinden mit einer Brenngas-Sauerstoff-Flamme, klassisch im Rohrleitungs- und Installationsbereich.
  • Lichtbogenhandschweißen (E): Schweißen mit umhüllter Stabelektrode, robust und auch auf der Baustelle einsetzbar.
  • Metallschutzgasschweißen (MAG/MIG): Schweißen mit abschmelzender Drahtelektrode unter Schutzgas, weit verbreitet im Stahl- und Fahrzeugbau.
  • Wolframschutzgasschweißen (WIG): Schweißen mit nicht abschmelzender Wolframelektrode, sauber und präzise, etwa für Edelstahl und Aluminium.
Schaubild: Schweißer

Wie wird man Schweißer?

„Schweißer“ ist in Deutschland kein eigener dualer Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung bzw. Qualifizierung. Die Fertigkeit wird über Schweißerlehrgänge erworben – häufig aufbauend auf einer Ausbildung in einem Metallberuf, in der das Schweißen bereits vermittelt wird. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschluss gibt es nicht; entscheidend sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Sorgfalt.

Lehrgänge, Prüfung und Zertifikat

Zentraler Fachverband ist der Deutsche Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS), der die Ausbildungsrichtlinien vorgibt. Die eigentliche Schweißerprüfung nehmen akkreditierte Prüfstellen ab – neben DVS-Einrichtungen etwa Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalten (SLV) oder der TÜV. Für das Schweißen von Stahl ist die Prüfung nach DIN EN ISO 9606-1 maßgeblich; das Zertifikat ist in der Regel bis zu drei Jahre gültig, sofern die Schweißaufsicht die Tätigkeit regelmäßig bestätigt. Wer sich international ausrichten möchte, kann den DVS-IIW/EWF-Abschluss „Internationaler Schweißer“ erwerben.

Dauer der Lehrgänge

Die Dauer richtet sich nach Vorkenntnissen, Verfahren und angestrebtem Abschluss. Sie reicht von wenigen Tagen für eine einzelne Schweißerprüfung bis zu rund 20 Wochen für umfangreichere Lehrgänge, etwa beim Fallnahtschweißen. Angeboten werden die Lehrgänge sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend in Teilzeit.

Fort- und Weiterbildung als Schweißer

Schweißen ist eine gefragte, breit einsetzbare Fertigkeit: Wer mehrere Verfahren beherrscht und seine Zertifikate aktuell hält, ist branchenübergreifend einsetzbar. Über zusätzliche Verfahrens- und Positionsprüfungen lässt sich das eigene Einsatzspektrum erweitern. Als weiterführende Qualifikationen bieten sich der Schweißfachmann sowie – mit entsprechender Vorbildung – der Schweißtechniker oder Schweißfachingenieur an, die stärker Planung, Prüfung und Aufsicht abdecken.

Häufig gestellte Fragen

Ist Schweißer ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Nein. Schweißer ist kein eigener dualer Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung bzw. Qualifizierung. Man erwirbt sie über Schweißerlehrgänge und Prüfungen, oft aufbauend auf einem Metallberuf.

Welche Voraussetzungen brauche ich, um Schweißer zu werden?

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Wichtig sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und in der Regel eine metallverarbeitende Grundqualifikation.

Wie lange dauert ein Schweißerlehrgang?

Je nach Verfahren, Vorkenntnissen und Abschluss von wenigen Tagen für eine einzelne Schweißerprüfung bis zu rund 20 Wochen für umfangreichere Lehrgänge wie das Fallnahtschweißen.

Welche Schweißverfahren gibt es?

Zu den wichtigsten Verfahren zählen Gasschweißen (G), Lichtbogenhandschweißen (E), Metallschutzgasschweißen (MAG/MIG) und Wolframschutzgasschweißen (WIG). Sie unterscheiden sich in Hitzequelle, Zusatzwerkstoff und typischem Einsatzbereich.

Mehr Infos zum Thema: