Mikrotechnologe/-in: Ausbildung, Aufgaben und Weiterbildung

Als Mikrotechnologe oder Mikrotechnologin stellst du winzige Mikrochips und mikrotechnische Systeme her – Bauteile, die in Smartphones, Hörgeräten, Autos und Computern stecken. Deine Arbeit findet zum großen Teil im Reinraum statt, wo du Produktionsanlagen einrichtest, Siliziumscheiben (Wafer) bearbeitest und die gefertigten Halbleiter prüfst.

Der Berufsalltag im Reinraum

Den Großteil deines Arbeitstages verbringst du im Reinraum. Dort sorgen kontrollierte Bedingungen dafür, dass Staub oder Schmutzpartikel die empfindlichen Bauteile nicht beschädigen – schon kleinste Verunreinigungen können einen Mikrochip unbrauchbar machen. Entsprechend gelten strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften, und du trägst spezielle Schutzkleidung.

Zu deinen Aufgaben gehört es, Produktionsanlagen einzurichten und zu überwachen, Halbleiter zu bearbeiten sowie Siliziumscheiben zu beschichten und zu ätzen. Du führst prozessbegleitende Messungen und Qualitätsprüfungen durch – etwa Schichtdickenmessungen – und kontrollierst die fertigen Bauteile auf ihre Funktion. Läuft ein Prozess nicht wie geplant, suchst du die Ursache und optimierst die Abläufe.

Weil die Bauteile so klein und empfindlich sind, kommt es auf Sorgfalt, Konzentration und eine ruhige Hand an. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, über längere Zeit präzise zu arbeiten und die Fertigung sauber zu dokumentieren.

Reinraum

Ausbildung zum Mikrotechnologen

Mikrotechnologe/-in ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Grundlage ist eine bundesweit einheitliche Ausbildungsverordnung, nach der der Beruf seit 1998 ausgebildet wird.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr spezialisierst du dich auf einen von zwei Schwerpunkten: Halbleitertechnik oder Mikrosystemtechnik. In der Halbleitertechnik geht es um die Fertigung von Mikrochips, in der Mikrosystemtechnik darum, einzelne Bauelemente zu funktionsfähigen Mikrosystemen zusammenzufügen.

Zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an. Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen Teil mit betrieblichen Aufträgen und einem Fachgespräch sowie aus einem schriftlichen Teil zu Qualitätssicherung, verfahrenstechnischen Prozessen und Wirtschafts- und Sozialkunde.

Schaubild: Mikrotechnologe/-in

Weiterbildung und Karriere

Nach der Ausbildung kannst du dich auf verschiedenen Wegen weiterqualifizieren. Eine praxisnahe Aufstiegsfortbildung ist der oder die Geprüfte Prozessmanager/-in Mikrotechnologie – ein bundeseinheitlich geregelter Abschluss, der im Deutschen Qualifikationsrahmen auf einer Stufe mit dem Bachelor (Niveau 6) eingeordnet ist. Alternativ ist eine Weiterbildung zum oder zur staatlich geprüften Techniker/-in mit Schwerpunkt Mikrosystemtechnik beziehungsweise Mikrotechnologien möglich.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann ein Studium anschließen, etwa in Mikrosystemtechnik, Mikrotechnik, Elektrotechnik oder Nanotechnologie. Damit öffnen sich zusätzliche Aufgaben in Entwicklung und Forschung.

Was du in diesem Beruf verdienst, hängt von Faktoren wie Qualifikation, Berufserfahrung, Region und Arbeitgeber ab; viele Betriebe der Halbleiter- und Elektroindustrie sind tarifgebunden. Einen aktuellen Überblick über die Verdienste bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Informationen

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Mikrotechnologen?

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Sie ist bundesweit einheitlich durch eine Ausbildungsverordnung geregelt.

Welche Schwerpunkte gibt es in der Ausbildung?

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr spezialisierst du dich auf einen von zwei Schwerpunkten: Halbleitertechnik oder Mikrosystemtechnik.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Möglich sind zum Beispiel die Aufstiegsfortbildung zum oder zur Geprüften Prozessmanager/-in Mikrotechnologie (im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau), eine Weiterbildung zum oder zur staatlich geprüften Techniker/-in oder ein Studium, etwa in Mikrosystemtechnik oder Elektrotechnik.

In welchen Branchen arbeiten Mikrotechnologen?

Vor allem in der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie sowie in der Mikrosystemtechnik – überall dort, wo mikroelektronische Bauteile hergestellt werden – außerdem in Forschungseinrichtungen.