Bekleidungsnäher (§66 BBiG/§42r HwO)

Bekleidungsnäher
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Berufsbild

Bekleidungsnäher arbeiten hauptsächlich an Nähmaschinen. Sie nähen Nähte und Kleidungsteile, etwa Knopfleisten, Kragen, Hosenbeine oder Ärmel. Sie Bügeln und kontrollieren die gefertigten Teile auf ihre Qualität. Bekleidungsnäher setzen ihre Fingergeschicklichkeit ein, wenn sie Stoffe akkurat zuschneiden und Nähte präzise nähen. Neben Sorgfalt ist handwerkliches Geschick wichtig, um Nähmaschinen korrekt einzurichten, zu bedienen und zu warten. Gutes Sehvermögen ist unabdingbar, wenn es darum geht, die teils automatisierten Nähmaschinen sicher zu bedienen, Nähgarn passend auszuwählen und kleine Stoffteile einwandfrei zu bearbeiten.

Bekleidungsnäher sind in Betrieben der industriellen Bekleidungsfertigung beschäftigt und arbeiten in der Regel in Fabrikhallen.

Ausbildung

Regelung der Ausbildung/ Ablauf

Bekleidungsnäher ist ein Ausbildungsberuf für besondere Personengruppen und richtet sich an körperlich, geistig oder seelisch behinderte Menschen. Die duale Ausbildung kann auch ohne Schulabschluss begonnen werden und findet im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule oder einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation statt. Die Auszubildenden erwerben unter anderem Kenntnisse zu Eigenschaften, Vewendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten verschiedener Stoffe. Dabei lernen sie etwa, wie sich Stoffe auf pflanzlicher, tierischer oder synthetische Grundlage unterscheiden, wie Gewebe konstruiert sind und wie sich deren Eigenschaften auf den Nähvorgang auswirken. Sie lernen Grund- und Spezialnähmaschinen kennen und üben sich in deren Bedienung. Sie beschäftigen sich damit, wie sie Fehler von Maschinen erkennen und diese beheben können und lernen Grundstich- und Spezialstichtypen kennen. Von Beginn der Ausbildung an trainieren sie sich in der Ausführung von Näharbeitsgängen und erwerben Wissen zur Durchführung von Zwischenproben und Zwischenkontrollen der Werkstücke. In die Ausbildung ist auch ein Basistraining zu Fingergeschicklichkeit, Tempo und Körperentspannung integriert.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Eine Berufsvorbereitung, die mit Inhalten der Ausbildung übereinstimmt, kann angerechnet werden, die Ausbildungszeit verkürzen

Abschluss der Ausblick

Nach dem ersten Ausbildungsjahr erfolgt eine Zwischenprüfung. Im praktischen Teil werden vom Auszubildenden maximal zwei Arbeitsproben angefertigt. Dabei kann es etwa darum gehen, ein Stoffteil zu versäubern und zu Säumen oder Abnäher zu nähen. Im theoretischen Teil bearbeitet er schriftlich Fragen zu Technologie, etwa zur Faserstoffkunde oder Textilkennzeichnungen, und löst mathematische Aufgaben mittels der Grundrechenarten.

Abschlussprüfung

In der praktischen Fertigkeitsprüfung muss innerhalb von maximal fünf Stunden ein Bekleidungsartikel oder ein sonstiger textiler Artikel fertig genäht werden. Dies kann etwa ein einfacher Rock sein, eine Schürze oder ein Hemd. Die Herangehensweise und die Fertigkeiten des Prüflings werden dabei bewertet. Im theoretischen Prüfungsteil sind schriftliche Aufgaben in den Bereichen Technische Mathematik, Technologie sowie Wirtschafts- und Sozialkunde zu lösen. Die Prüfungsfächer werden unterschiedlich gewichtet. Mit 70 Prozent hat das Fach Technologie die größte Bedeutung. Die Abschlussprüfung gilt als bestanden, wenn im praktischen und theoretischen Teil von jeweils 100 zu erreichenden Punkten mindestens 50 Punkte erreicht werden. Die Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden.

Ausblick nach der Ausbildung

Bekleidungsnäher finden Arbeit in Betrieben der Bekleidungsindustrie. Hier wird es auch in den kommenden Jahren eine Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften geben.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild

Für Bekleidungsnäher gibt es viele Möglichkeiten der Fort- oder Weiterbildung. Halten sie ihr Fachwissen auf dem Laufenden und informieren sie sich kontinuierlich über Neuerungen, etwa in den Bereichen Bekleidungsherstellung und Textilveredelung, haben sie gute Chancen weiterzukommen. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können sie sich in folgenden Berufen weiterqualifizieren:

  • Änderungsschneider
  • Textil- und Modenäher

Hilfreiche Links zum Beruf

Fachverband …textil..e.V. Wissenschaft – Forschung – Bildung

REHADAT Berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Häufige Fragen zum Beruf

Wird die individuelle Behinderung eines Teilnehmers in der Ausbildung berücksichtig?

Ja, zum Beispiel können die schriftlichen Prüfungen auf Antrag auch mündlich erfolgen, wenn es die Situation erfordert.

Gehöre ich zu der Personengruppe, die den Beruf ausüben kann?

Die Agentur für Arbeit kann feststellen, wer für den Beruf geeignet ist.