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Klempnerinnen und Klempner arbeiten vor allem mit Blech. Sie stellen Bauteile aus dünnem Metall für Dächer und Fassaden her, montieren Dachrinnen und Fallrohre und fertigen Teile für lüftungstechnische Anlagen. Regional heißt der Beruf auch Spengler (Süddeutschland, Österreich, Schweiz), Flaschner (Baden-Württemberg, Franken) oder Blechner.
Was macht ein Klempner?
Im Mittelpunkt steht die Blechbearbeitung: Klempner schneiden, biegen, falzen und formen Bleche aus Stahl oder Nichteisenmetallen wie Zink, Kupfer oder Aluminium nach Vorgabe. Anschließend bringen sie die Bauteile am Gebäude an – etwa als Dacheindeckung, Fassadenverkleidung oder Dachentwässerung – und warten sie. Weil diese Arbeiten oft am und auf dem Dach stattfinden, sind Klempner häufig in Klempnereien, Dachdecker- und Fassadenbaubetrieben tätig. Auch in Betrieben der Gebäude- und Versorgungstechnik können sie mitarbeiten.
Ausbildung zum Klempner
Klempner ist ein nach der Handwerksordnung staatlich anerkannter Ausbildungsberuf (Handwerk Nr. 23 der Anlage A zur HwO). Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wird dual absolviert – im Betrieb und in der Berufsschule. Vermittelt werden unter anderem die Grundlagen der Werkstoff- und Fügetechnik, der Umgang mit Maschinen, das Anfertigen und Montieren von Blechbauteilen sowie Themen wie Dachentwässerung, lufttechnische Anlagen und der bauliche Wetterschutz. Arbeitsschutz und Unfallverhütung gehören ebenfalls dazu.
Voraussetzungen
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe aber Bewerberinnen und Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Nützlich sind eine gute körperliche Verfassung, solide Rechenfertigkeiten, handwerkliches Geschick sowie Schwindelfreiheit für Arbeiten in der Höhe.
Prüfungen: die gestreckte Gesellenprüfung
Seit der Ausbildungsordnung von 2013 gibt es keine gesonderte Zwischenprüfung mehr. Stattdessen wird eine gestreckte Gesellenprüfung in zwei Teilen abgelegt. Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt; sein Ergebnis fließt in die Endnote ein. Teil 2 wird am Ende der Ausbildung abgelegt und umfasst die Prüfungsbereiche Kundenauftrag, Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Beide Teile bestehen aus praktischen und schriftlichen Aufgaben.
Weiterbildung und Aufstieg
Nach bestandener Gesellenprüfung ist die Weiterbildung zum Klempnermeister (Bachelor Professional) möglich. Der Meisterbrief eröffnet den Weg in die Selbstständigkeit und zur Ausbildung eigener Lehrlinge. Weitere Optionen sind Fortbildungen zum Techniker oder Betriebswirt sowie Spezialisierungen, etwa als Gebäudeenergieberater.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Klempner?
Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet parallel im Betrieb und in der Berufsschule statt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie verkürzt werden.
Welcher Schulabschluss wird benötigt?
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten jedoch mindestens einen Haupt- oder Realschulabschluss.
Welche Schulfächer sind besonders wichtig?
Hilfreich sind Mathematik (für Maße, Zuschnitte und Berechnungen), Werken beziehungsweise Technik sowie Physik. Handwerkliches Geschick zählt in der Praxis mindestens ebenso viel.
Wie unterscheidet sich der Klempner vom Dachdecker oder Anlagenmechaniker?
Der Klempner arbeitet mit Blech an Dach und Fassade, etwa bei Verkleidungen und der Dachentwässerung. Der Dachdecker deckt und dichtet vor allem die Dachfläche selbst. Der umgangssprachlich ebenfalls „Klempner“ genannte Rohrinstallateur ist offiziell der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik – ein eigener Ausbildungsberuf.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Nach der Gesellenprüfung sind der Meisterbrief, Fortbildungen zum Techniker oder Betriebswirt sowie Spezialisierungen wie die Gebäudeenergieberatung möglich. Der Meister ist zugleich die Grundlage für eine Selbstständigkeit.













