Berufsunfähigkeitsversicherung für Berufseinsteiger: Worauf es beim Abschluss ankommt

Berufsunfähigkeitsversicherung: Vertragsunterlagen auf dem Schreibtisch
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Berufseinsteiger denken selten zuerst daran, ihre Arbeitskraft abzusichern. Dabei ist die Fähigkeit, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, für die meisten Menschen der wichtigste finanzielle Wert überhaupt. Dieser Beitrag erklärt, was eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, worauf man bei der Auswahl achten sollte und warum sich der Abschluss gerade zu Beginn des Berufslebens lohnt.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den Versicherten für den Fall ab, dass er seinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Als berufsunfähig gilt in der Regel, wer voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu wenigstens 50 Prozent außerstande ist, seinen Beruf auszuüben. In diesem Fall zahlt der Versicherer die vorher vereinbarte monatliche Berufsunfähigkeitsrente.

Zwar gibt es eine staatliche Absicherung, doch die wird häufig überschätzt. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nicht mit der bedürftigkeitsabhängigen Grundsicherung gleichzusetzen: Sie setzt voraus, dass in der Deutschen Rentenversicherung eine allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt ist und in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt wurden. Und selbst wer diese Voraussetzungen erfüllt, erhält meist zu wenig, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Genau diese Lücke schließt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, bei der die Höhe der Rente im Vorfeld festgelegt wird. Eine höhere vereinbarte Rente bedeutet dabei auch einen höheren Beitrag. Manche Tarife koppeln den Schutz mit einer Altersvorsorge, die zum regulären Renteneintrittsalter ausgezahlt wird, wenn kein Leistungsfall eingetreten ist.

Worauf sollte man bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Damit die Wahl auf einen passenden Tarif fällt, lohnt sich ein Blick auf mehrere Punkte:

  • Beitragshöhe: Der monatliche Beitrag sollte dauerhaft ins Budget passen. Gerade Berufseinsteiger konnten oft noch keine Rücklagen bilden und achten zu Recht darauf, dass die Versicherung ihr Budget nicht sprengt.
  • Verzicht auf die abstrakte Verweisung: Dies ist eines der wichtigsten Leistungsmerkmale. Verzichtet der Versicherer auf die abstrakte Verweisung, darf er die Zahlung nicht mit dem Hinweis verweigern, der Versicherte könne theoretisch noch einen anderen zumutbaren Beruf ausüben. Bei ärztlich festgestellter Berufsunfähigkeit zahlt der Versicherer dann die vereinbarte Rente.
  • Wahrheitsgemäße Gesundheitsangaben: Beim Abschluss stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Diese müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Werden Angaben verschwiegen oder falsch gemacht, kann der Versicherer wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vom Vertrag zurücktreten und im Ernstfall die Leistung verweigern.
  • Abgesicherte Ursachen: Eine Versicherung bringt wenig, wenn sie zahlreiche Ursachen der Berufsunfähigkeit nicht als Leistungsfall akzeptiert. Die Bedingungen sollten hier möglichst umfassend sein.
  • Laufzeit: Sinnvoll ist ein Schutz, der bis zum regulären Renteneintrittsalter reicht. Niemand weiß im Voraus, ob eine Berufsunfähigkeit in zehn oder zwanzig Jahren oder hoffentlich nie eintritt.
Schaubild: Berufsunfähigkeitsversicherung

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung gerade für diese Zielgruppe empfehlenswert?

Viele Berufseinsteiger halten sich von einer möglichen Berufsunfähigkeit weit entfernt. Trotzdem lohnt es sich, bereits jetzt darüber nachzudenken. In jungem Alter sind die Beiträge deutlich geringer, weil noch keine Vorerkrankungen vorliegen und das Risiko für den Versicherer niedriger ist. Wer sich früh absichert, sichert sich außerdem eine günstige Berufsgruppen-Einstufung. Diese günstigen Konditionen bleiben in der Regel auch dann erhalten, wenn später ein körperlich anstrengenderer oder riskanterer Beruf ausgeübt wird. Aus diesem Grund kann sich ein früher Abschluss sogar schon für Studierende und Auszubildende lohnen, die dann früh den vollen Schutz genießen.

Bitte beachten Sie:

  • Versicherungsinhalte und -bedingungen können sich ändern.
  • Wir können keine Garantie für die dauerhafte Richtigkeit der Angaben übernehmen. Bitte lassen Sie sich daher von einem Versicherungsberater online oder vor Ort beraten.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

So früh wie möglich, idealerweise schon als Schüler, Auszubildender oder zu Studienbeginn. In jungen und gesunden Jahren sind die Beiträge günstiger und die Berufseinstufung ist vorteilhafter. Diese Vorteile bleiben in der Regel auch dann bestehen, wenn später ein risikoreicherer Beruf ausgeübt wird.

Wann gilt man als berufsunfähig?

Als berufsunfähig gilt üblicherweise, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu wenigstens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Erst dann besteht ein Anspruch auf die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente.

Was bedeutet der Verzicht auf die abstrakte Verweisung?

Verzichtet der Versicherer auf die abstrakte Verweisung, prüft er im Leistungsfall nicht, ob der Versicherte theoretisch noch einen anderen zumutbaren Beruf ausüben könnte. Bei ärztlich festgestellter Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent zahlt er dann die vereinbarte Rente. Dieser Verzicht gilt als eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines BU-Tarifs.

Reicht die gesetzliche Absicherung nicht aus?

In den meisten Fällen nicht. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt eine allgemeine Wartezeit von fünf Beitragsjahren voraus und reicht üblicherweise nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern. Die Grundsicherung wiederum wird nur bei finanzieller Bedürftigkeit gezahlt. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke mit einer vorab vereinbarten Rente.