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Kaufmännisches Wissen wird in fast allen Branchen vorausgesetzt. Wer über die Ausbildung hinaus Fach- und Führungsaufgaben übernehmen möchte, kommt an einer anerkannten kaufmännischen Weiterbildung kaum vorbei. Besonders etabliert sind zwei Abschlüsse: der Staatlich geprüfte Betriebswirt und der Fachwirt. Beide sind im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) dem Niveau 6 zugeordnet, das dem Bachelor-Niveau entspricht.
Die beliebtesten kaufmännischen Weiterbildungen
Das Angebot an Lehrgängen ist groß und unübersichtlich. Bei der Auswahl lohnt es sich, auf Bewährtes zu setzen: Ein staatlich anerkannter oder von einer Kammer geprüfter Abschluss ist in Personalabteilungen ein klarer Pluspunkt. Weiterbildungen, die weder staatlich anerkannt sind noch von einem etablierten Anbieter stammen, werden dagegen oft kritischer bewertet. Die beiden folgenden Abschlüsse gehören zu den bekanntesten im kaufmännischen Bereich.
Staatlich geprüfter Betriebswirt
Der Abschluss als Staatlich geprüfte Betriebswirtin oder Staatlich geprüfter Betriebswirt zählt zu den höchsten nicht-akademischen Qualifikationen im kaufmännischen Bereich und ist im DQR auf Niveau 6 (Bachelor-Niveau) eingestuft; die neue Abschlussbezeichnung lautet Bachelor Professional in Wirtschaft. Betriebswirtinnen und Betriebswirte arbeiten funktionsübergreifend und sind als kaufmännische Allrounder einsetzbar. Die Weiterbildung wird an Fachschulen oder Fachakademien für Wirtschaft absolviert, umfasst mindestens 2.400 Unterrichtsstunden und endet mit einer staatlichen Prüfung. In Vollzeit dauert sie rund zwei Jahre, in Teilzeit entsprechend länger. Zugangsvoraussetzung sind in der Regel eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung und mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung.
Fachwirt in einer Fachrichtung
Der Abschluss als Fachwirt oder Fachwirtin ist meist schneller zu erreichen: Je nach Anbieter und Lernform dauern die Lehrgänge zwischen etwa sechs Monaten und zwei Jahren. Der wesentliche Unterschied zum Betriebswirt liegt im Zuschnitt: Während Betriebswirtinnen und Betriebswirte funktionsübergreifend arbeiten, sind Fachwirte auf eine Branche spezialisiert – etwa als Industrie-, Wirtschafts- oder Handelsfachwirt. Es handelt sich um eine bundesweit einheitliche Fortbildungsprüfung der Industrie- und Handelskammern (IHK), die ebenfalls dem DQR-Niveau 6 zugeordnet ist. Die erworbenen kaufmännischen Kenntnisse sind auf das jeweilige Tätigkeitsfeld zugeschnitten und qualifizieren für Führungsaufgaben. Auch hier ist der Zugang in der Regel an eine einschlägige abgeschlossene Ausbildung und Berufspraxis geknüpft.
Weiterbildungsmodalitäten: Vollzeit, Teilzeit oder Fernlehrgang
Kaufmännische Weiterbildungen richten sich an Menschen mit Berufserfahrung, die häufig parallel weiterarbeiten möchten. Schulen und Akademien sind darauf eingestellt und bieten neben Vollzeit- vor allem Teilzeit- und Fernlehrgänge an.
Die Vollzeitweiterbildung ist intensiver und in der Regel schneller abgeschlossen: So lässt sich der Abschluss als Staatlich geprüfte Betriebswirtin oder Staatlich geprüfter Betriebswirt in etwa zwei Jahren erreichen, ein Fachwirt-Lehrgang je nach Anbieter deutlich schneller.
Teilzeitlehrgänge punkten mit der besseren Vereinbarkeit von Weiterbildung, Beruf und Familie. Üblich sind ein bis zwei Präsenztage pro Woche oder Blockunterricht in mehrwöchigem Abstand. Fernlehrgänge lassen sich am flexibelsten mit Beruf und Privatleben verbinden, weil die Lernzeiten frei einteilbar sind – sie erfordern allerdings ein hohes Maß an Selbstorganisation.
Weiterführende Infos:
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt?
Die Weiterbildung umfasst mindestens 2.400 Unterrichtsstunden. In Vollzeit dauert sie rund zwei Jahre, in Teilzeit oder als Fernlehrgang entsprechend länger. Sie schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.
Was ist der Unterschied zwischen Fachwirt und Betriebswirt?
Der Staatlich geprüfte Betriebswirt wird an einer Fachschule ausgebildet, legt eine staatliche Prüfung ab und arbeitet funktionsübergreifend. Der Fachwirt ist eine IHK-Fortbildung mit branchenbezogenem Zuschnitt, etwa als Industrie- oder Wirtschaftsfachwirt. Beide Abschlüsse sind im DQR auf Niveau 6 (Bachelor-Niveau) eingestuft.
Welche Voraussetzungen brauche ich für eine kaufmännische Weiterbildung?
In der Regel setzen beide Abschlüsse eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung und Berufspraxis voraus. Die genauen Anforderungen an Dauer und Art der Berufserfahrung sind in den jeweiligen Prüfungs- und Fachschulordnungen geregelt und können sich je nach Vorbildung unterscheiden.
Kann ich eine kaufmännische Weiterbildung neben dem Job machen?
Ja. Nahezu alle Anbieter ermöglichen die Weiterbildung berufsbegleitend – als Teilzeit- oder Fernlehrgang. Das verlängert die Dauer gegenüber der Vollzeitvariante, lässt sich aber besser mit Beruf und Familie vereinbaren.