Bewerbungstrends: Mobile Recruiting, Social Recruiting und Active Sourcing

Die Digitalisierung hat verändert, wie Unternehmen Personal suchen und wie sich Menschen bewerben. Stellenanzeigen in Printform sind selten geworden; die meisten Arbeitgeber rekrutieren über digitale Kanäle. Drei Entwicklungen prägen die Bewerbungstrends besonders: Mobile Recruiting, Social Recruiting und Active Sourcing. Was dahintersteckt und was das für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet.

Mobile Recruiting

Mobile Recruiting beschreibt, dass immer mehr Menschen Smartphone und Tablet nutzen, um nach neuen Stellen zu suchen. Große Jobbörsen haben diesen Trend längst erkannt und ihre Seiten für mobile Endgeräte optimiert – so funktioniert die Suche auch unterwegs, etwa auf dem Weg zum Sport.

Der Grund liegt auf der Hand: Die Jobsuche per Smartphone ist schnell und bequem. Für Unternehmen lohnt es sich deshalb, Karriereseite und Stellenanzeigen für mobile Endgeräte auszulegen. Beim nächsten Schritt – der vollständigen Bewerbung direkt über das Smartphone – hinken viele Arbeitgeber allerdings noch hinterher: Ihre Bewerbungskanäle sind häufig nicht auf mobile Nutzung ausgerichtet. Untersuchungen wie die Recruiting-Trends-Studie der Universität Bamberg zeigen seit Jahren, dass die mobile Jobsuche zunimmt, während viele Karriereseiten noch nicht vollständig mobil optimiert sind.

Social Recruiting

Soziale Netzwerke gehören für viele zum Alltag – und sie spielen auch bei der Jobsuche eine Rolle. Dabei lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Netzwerke wie Facebook oder Instagram werden eher privat oder für das Employer Branding genutzt, während berufliche Karrierenetzwerke wie das deutsche XING oder das international ausgerichtete LinkedIn stärker auf die Karriere zielen.

Personalverantwortliche recherchieren zunehmend in sozialen Netzwerken. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung aus dem Jahr 2018 informieren sich 63 Prozent der Unternehmen dort über Stelleninteressenten – 2015 waren es erst 46 Prozent, 2013 nur 23 Prozent. Im Fokus stehen berufliche Netzwerke wie XING und LinkedIn (53 Prozent), seltener private Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram (30 Prozent). Ein sorgfältig gepflegtes, professionelles Profil ist deshalb sinnvoll.

Auch Bewerberinnen und Bewerber profitieren: Viele Firmen schreiben Stellen direkt über XING oder LinkedIn aus und machen so auf offene Positionen aufmerksam. Wer einer beruflichen Veränderung gegenüber offen ist, findet in einem Karrierenetzwerk eine gute Möglichkeit, sich zu zeigen.

Active Sourcing

Beim Active Sourcing gehen Unternehmen selbst aktiv auf passende Kandidatinnen und Kandidaten zu, statt auf Bewerbungen zu warten. Früher übernahmen das oft Headhunter, heute erledigen viele HR- und Recruiting-Abteilungen die Suche selbst – etwa über Karrierenetzwerke, auf Messen oder an Hochschulen. Neu ist das Prinzip nicht, doch der Aufwand für die aktive Suche ist deutlich gestiegen.

Flächendeckend ist die Methode aber noch nicht: Laut Bitkom (2018) sucht nur rund ein Drittel der Personalverantwortlichen (30 Prozent) in mittelständischen und großen Unternehmen gezielt in sozialen Netzwerken nach geeigneten Profilen. Je größer das Unternehmen, desto häufiger – von 24 Prozent bei 50 bis 99 Beschäftigten über 33 Prozent bei 100 bis 499 bis zu 44 Prozent bei 500 und mehr Beschäftigten.

Für Bewerber heißt das: Chancen offline wie online nutzen. Jobmessen und Karrieretage sind oft kostenfrei, und ein gepflegtes Profil in einem Karrierenetzwerk erhöht die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden.

Schaubild: Bewerbungstrends

Was die Trends für die Bewerbung bedeuten

Digitale Kanäle haben die Bewerbung verändert – für Unternehmen wie für Bewerber. Wer online gut auffindbar ist, ein aktuelles Profil pflegt und die mobile Suche nutzt, verbessert seine Ausgangslage. Gleichzeitig bleiben klassische Wege wichtig, allen voran die direkte Bewerbung über die Karriereseite des Unternehmens.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Mobile Recruiting und wie funktioniert es?

Mobile Recruiting bezeichnet die Jobsuche und Bewerbung über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet. Große Jobbörsen und viele Karriereseiten sind dafür optimiert, sodass sich Stellen bequem unterwegs finden lassen. Die vollständige mobile Bewerbung bieten allerdings noch nicht alle Unternehmen an.

Welche sozialen Netzwerke sind für die Jobsuche am wichtigsten?

Für die Karriere sind die beruflichen Netzwerke XING (im deutschsprachigen Raum) und LinkedIn (international) am relevantesten. Netzwerke wie Facebook oder Instagram dienen eher privaten Zwecken oder dem Employer Branding. Laut Bitkom nutzen Personalverantwortliche vor allem berufliche Netzwerke (53 Prozent), wenn sie sich online über Bewerber informieren.

Was versteht man unter Active Sourcing?

Active Sourcing bedeutet, dass Unternehmen selbst aktiv nach passenden Kandidaten suchen und sie direkt ansprechen, statt auf Bewerbungen zu warten. Genutzt werden dafür vor allem Karrierenetzwerke, Messen und Hochschulkontakte. Laut Bitkom (2018) setzt rund ein Drittel der größeren Unternehmen diese Methode über soziale Netzwerke ein.

Wie gestalte ich mein Profil auf Karrierenetzwerken optimal?

Sinnvoll sind vollständige und aktuelle Angaben, ein professionelles Foto, eine aussagekräftige Beschreibung der bisherigen Tätigkeiten sowie relevante Kenntnisse und Qualifikationen. Wichtig ist außerdem, das Profil regelmäßig zu pflegen, damit Personalverantwortliche einen aktuellen Eindruck erhalten.