Inhaltsverzeichnis
Mit dem Abschluss von Ausbildung oder Studium endet das Lernen nicht – im Gegenteil. Berufsbilder verändern sich, neue Technologien setzen sich durch, und wer beruflich am Ball bleiben will, qualifiziert sich immer wieder neu. Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind deshalb kein Extra, sondern gehören für die meisten Beschäftigten fest zum Berufsweg.
Studium, Ausbildung oder duales Studium – die Wege in den Beruf
Nach der Schule stehen mehrere Wege offen: eine betriebliche Ausbildung, ein Studium oder die Kombination aus beidem. Beim dualen Studium werden praktische Phasen im Betrieb mit dem Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie verzahnt. Wichtig ist die Unterscheidung der Formen: Nur das ausbildungsintegrierende duale Studium führt zu zwei Abschlüssen zugleich – einem Bachelor und einem staatlich anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz. Beim praxisintegrierenden Modell gibt es dagegen in der Regel keinen eigenständigen Berufsabschluss.
Was bedeutet lebenslanges Lernen?
Lebenslanges Lernen meint, das eigene Wissen und Können über die erste Ausbildung hinaus immer wieder aufzufrischen und weiterzuentwickeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht darin nicht nur einen Weg, das berufliche und private Leben zu gestalten, sondern auch eine Antwort auf den demografischen Wandel. Wie verbreitet Weiterbildung inzwischen ist, zeigt der Adult Education Survey: 2020 nahmen rund 59 Prozent der 25- bis 64-Jährigen an non-formaler Weiterbildung teil.
Warum sich Weiterbildung lohnt
Für Weiterbildung sprechen viele Gründe: Globalisierung, Fachkräftemangel und technischer Fortschritt verändern die Anforderungen im Job laufend. Wer mit Partnern im Ausland arbeitet, kommt ohne solide Fremdsprachenkenntnisse oft nicht weit – ein Sprachkurs vermittelt nicht nur Vokabeln und Redewendungen, sondern nimmt auch die Scheu vor dem Gespräch mit ausländischen Geschäftspartnern. Im technischen Bereich kommen ständig neue Maschinen und Verfahren hinzu, deren Bedienung und Wartung erst erlernt werden müssen. Auch wer keinen Schulabschluss oder keine Ausbildung hat, kann Qualifikationen nachholen; für Wieder- und Quereinsteiger ist Weiterbildung häufig der Schlüssel zurück in den Arbeitsmarkt. Der Gewinn ist dabei nicht nur fachlich: Neue Kompetenzen bringen oft mehr Verantwortung, eine größere Auswahl an Stellen und mehr Sicherheit im Beruf.
Anpassungs- oder Aufstiegsfortbildung – welche Weiterbildung passt?
Grob lassen sich zwei Richtungen unterscheiden. Die Anpassungsfortbildung hält die vorhandene Qualifikation auf dem aktuellen Stand, damit man den bisherigen Beruf weiter ausüben kann. Die Aufstiegsfortbildung – offiziell höherqualifizierende Berufsbildung – baut auf einer abgeschlossenen Ausbildung auf und hebt das formale Qualifikationsniveau an. Zu den bekanntesten Abschlüssen zählen Meister, Fachwirt und Techniker. Mit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes 2020 wurden drei aufeinander aufbauende Fortbildungsstufen mit einheitlichen Abschlussbezeichnungen gesetzlich verankert. Wie man lernt, ist dabei flexibel: Neben Präsenzkursen ermöglichen Fernstudium und Abendkurse, die Qualifizierung neben dem Beruf zu absolvieren.
Reicht ein Studium heute aus?
Ein abgeschlossenes Studium schafft gute Startbedingungen, doch die Anforderungen im Beruf verändern sich fortlaufend – auch Akademikerinnen und Akademiker bilden sich weiter. Umgekehrt ist eine betriebliche Ausbildung ohne Studium kein Ende der Karriereleiter: Über Aufstiegsfortbildungen stehen anspruchsvolle Positionen offen. Das gilt auch für Beschäftigte, deren Ausbildung oder Studium schon viele Jahre zurückliegt.
Für Weiterbildung ist es nie zu spät
© Rudie – Fotolia.comNeues zu lernen, dafür gibt es kein Verfallsdatum. Digitale Grundfertigkeiten sind längst Alltag – ob Steuererklärung, Behördengänge oder Bankgeschäfte online, ob Excel, Word oder eine Präsentation im Job. Wer hier Lücken schließt, gewinnt nicht nur fachlich dazu, sondern auch an Selbstsicherheit. Für einen höheren Bildungsabschluss oder ein Fernstudium ist es in keinem Alter zu spät.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich eine Weiterbildung?
Fachlich und für die berufliche Perspektive lohnt sie sich in der Regel: Weiterbildung erweitert Kompetenzen, eröffnet neue Aufgabenfelder und mehr Verantwortung und macht den eigenen Beruf zukunftssicherer. Wie stark sich das im Einzelfall auswirkt, hängt von Qualifikation, Branche, Region und Arbeitgeber ab.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es neben einem klassischen Studium?
Neben dem Studium gibt es Anpassungsfortbildungen zum Aktualisieren vorhandener Kenntnisse und Aufstiegsfortbildungen wie Meister, Fachwirt oder Techniker. Ergänzend kommen Sprachkurse, technische Schulungen sowie Fern- und Abendkurse infrage, die sich neben dem Beruf absolvieren lassen.
Ist ein Studium heute noch ausreichend für den Arbeitsmarkt?
Ein Studium ist ein guter Start, aber selten ein Abschluss für das ganze Berufsleben. Weil sich die Anforderungen laufend ändern, bleibt regelmäßige Weiterbildung auch für Akademiker wichtig.
Wie finde ich die passende Weiterbildung für meinen Beruf?
Ein guter Ausgangspunkt ist die Frage, ob es um das Aktualisieren vorhandener Kenntnisse (Anpassung) oder um einen beruflichen Aufstieg geht. Orientierung bieten die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, die IHK oder Handwerkskammer sowie die Weiterbildungsdatenbanken der zuständigen Stellen.