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Welche Bedeutung haben Sprachzertifikate?
Fremdsprachenkenntnisse gehören in vielen Berufen zum Alltag, allen voran Englisch. In Stellenanzeigen ist häufig von „verhandlungssicheren Englischkenntnissen“ die Rede – was damit gemeint ist, bleibt aber oft offen. Um Sprachkenntnisse vergleichbar zu machen, beschreibt der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) das Niveau in sechs Stufen von A1 bis C2. Ein Sprachzertifikat weist ein solches Niveau objektiv nach.
Die Niveaustufen A1 bis C2 im Überblick
Der Referenzrahmen fasst die sechs Stufen zu drei Gruppen zusammen: elementare (A), selbständige (B) und kompetente (C) Sprachverwendung.
- A1: Vertraute, alltägliche Ausdrücke sowie einfache Wendungen und Sätze verstehen und verwenden.
- A2: Sich in einfachen, routinemäßigen Situationen über vertraute Themen wie Beruf und Familie verständigen.
- B1: Selbständige Sprachverwendung; sich zu vertrauten Themen sowie zu Plänen und Zielen zusammenhängend äußern.
- B2: Sich fließend und spontan verständigen, über komplexere Themen diskutieren und klare Texte verfassen.
- C1: Anspruchsvolle, längere Texte verstehen, sich spontan und fließend ausdrücken und die Sprache in Beruf und Studium wirksam einsetzen.
- C2: Praktisch alles Gehörte und Gelesene mühelos verstehen und sich sehr differenziert ausdrücken.
Wichtige Englisch-Sprachzertifikate
Arbeitgeber oder Hochschulen verlangen mitunter ein bestimmtes Zertifikat. Zu den gängigsten zählen:
- TOEIC (Test of English for International Communication): misst Englischkenntnisse für das berufliche und internationale Arbeitsumfeld.
- TOEFL (Test of English as a Foreign Language): prüft akademisches Englisch und wird von Universitäten weltweit für die Zulassung akzeptiert.
- Cambridge English (Cambridge Assessment English): gestufte Prüfungen für allgemeines, berufsbezogenes und akademisches Englisch. Die bekanntesten sind B2 First (früher FCE), C1 Advanced (früher CAE) und C2 Proficiency (früher CPE).
Wofür man Sprachzertifikate braucht
Werden in einer Stellenausschreibung Fremdsprachenkenntnisse gefordert, müssen sie sich in der Regel nachweisen lassen. Einfaches Schulenglisch genügt dafür meist nicht. Wer eine Sprache privat gelernt hat, beherrscht sie vielleicht gut – für einen Arbeitgeber ist das aber nicht nachvollziehbar. Eine Prüfung liefert deshalb eine objektive, vergleichbare Einstufung.
Für ein Hochschulstudium im englischsprachigen Raum, etwa im Rahmen eines Auslandssemesters, werden Englischkenntnisse auf hohem Niveau vorausgesetzt und über ein Zertifikat belegt. Für die Studienzulassung – auch an US-amerikanischen Universitäten – wird dabei meist der TOEFL verlangt. Der TOEIC richtet sich dagegen an das berufliche Umfeld und ist kein typischer Nachweis für die Hochschulzulassung.
Häufig gestellte Fragen
Welches Sprachzertifikat passt zu welchem Zweck?
Für ein Studium oder eine Bewerbung an einer Hochschule im englischsprachigen Raum ist meist der TOEFL die richtige Wahl, für das berufliche Umfeld der TOEIC. Die Cambridge-English-Prüfungen decken allgemeines, berufliches und akademisches Englisch ab und sind ebenfalls breit anerkannt.
Wie lange sind TOEFL- oder TOEIC-Zertifikate gültig?
TOEFL- und TOEIC-Ergebnisse sind laut ETS jeweils zwei Jahre gültig. Cambridge-English-Qualifikationen haben dagegen kein offizielles Ablaufdatum; einzelne Hochschulen oder Arbeitgeber können aber selbst festlegen, wie aktuell ein Nachweis sein soll.
Was kostet die Teilnahme an einer Sprachprüfung?
Die Prüfungsgebühren unterscheiden sich je nach Test, Prüfungszentrum und Land. Verbindliche Preise nennt der jeweilige Anbieter oder das örtliche Testzentrum.
Reicht Schulenglisch als Nachweis verhandlungssicherer Englischkenntnisse?
In der Regel nicht. Ein anerkanntes Zertifikat wie TOEFL, TOEIC oder eine Cambridge-Prüfung ordnet die Kenntnisse einer GER-Stufe zu und macht sie so objektiv und vergleichbar.