Fachkraft für Lagerlogistik: Aufgaben, Ausbildung und Aufstieg

Fachkraft für Lagerlogistik im Lager
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Jede Firma, die Waren verkauft oder produziert, braucht ein Lager – und jemanden, der dort den Überblick behält. Genau das ist die Aufgabe der Fachkraft für Lagerlogistik: Sie steuert den Weg der Ware vom Wareneingang über die Einlagerung bis zum Versand.

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?

Fachkräfte für Lagerlogistik sorgen dafür, dass alle benötigten Teile und Waren vorrätig sind. Sie nehmen Lieferungen an und prüfen, ob diese vollständig und einwandfrei sind. Anschließend lagern sie die Güter fachgerecht ein und erfassen Menge und Lagerort in einer Lagerverwaltungssoftware. Wird Ware entnommen oder geht ein Bestand zur Neige, veranlassen sie die rechtzeitige Nachbestellung.

Zu den weiteren Aufgaben gehören das Kommissionieren – also das Zusammenstellen von Waren für einen Auftrag –, die Vorbereitung des Versands sowie regelmäßige Bestandskontrollen, Inventuren und die Mitarbeit an Jahresabschlüssen. Wichtig ist dabei die Kenntnis der richtigen Lagerbedingungen: In einem Supermarktlager muss die Fachkraft zum Beispiel wissen, welche Lebensmittel gekühlt werden müssen und welche nicht. Falsch gelagerte Frischware verdirbt schneller, unnötige Kühlung treibt dagegen die Betriebskosten in die Höhe.

Organisationstalent und genaues Arbeiten sind in diesem Beruf zentral. Das Lager wird so eingerichtet, dass Flächen – etwa gekühlte Bereiche – optimal genutzt werden, und jede Ware muss sich anhand von Lagerplan und Bestandsliste wiederfinden lassen. Wer auch bei mehreren gleichzeitig eintreffenden Lieferungen den Überblick behält und sorgfältig bucht, erspart dem Betrieb später aufwendige Suchaktionen.

Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik

Fachkraft für Lagerlogistik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die duale Ausbildung im Bereich Industrie und Handel dauert drei Jahre und wird im Betrieb sowie in der Berufsschule vermittelt; rechtliche Grundlage ist die Ausbildungsordnung von 2004. Bei entsprechenden Leistungen lässt sich die Ausbildungszeit verkürzen. Zu den Ausbildungsinhalten zählen Arbeitsorganisation und Kommunikation, logistische Prozesse und Qualitätssicherung, die Annahme, Lagerung und Kommissionierung von Gütern sowie der Versand.

Schaubild: Fachkraft für Lagerlogistik

Voraussetzungen

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben – grundsätzlich kann die Ausbildung auch ohne formalen Abschluss begonnen werden. In der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Gute Noten in Mathematik helfen bei Bestandsrechnungen, Sorgfalt und körperliche Belastbarkeit sind im Lageralltag gefragt.

Prüfung

Etwa zur Mitte der Ausbildung findet eine Zwischenprüfung statt. Am Ende steht die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Schriftlich geprüft werden die Bereiche „Lagerlogistische Prozesse“, „Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“; hinzu kommt eine praktische Aufgabe. Schriftlicher und praktischer Teil werden jeweils zur Hälfte gewichtet.

Weiterbildung und Aufstieg

Nach der Ausbildung stehen mehrere Wege offen. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist die Weiterbildung zum geprüften Logistikmeister beziehungsweise zur Logistikmeisterin möglich. Auch ein Abschluss als Fachwirt oder Betriebswirt für Logistik kommt in Frage. Wer sich technisch oder kaufmännisch weiterqualifiziert, kann Leitungsaufgaben übernehmen; mit einem Meisterabschluss ist zudem ein Studium auch ohne Abitur möglich.

Zukunftsaussichten

Fachkräfte für Lagerlogistik werden auch künftig gebraucht: Supermärkte, Fachgeschäfte, Versandhandel und Industriebetriebe sind auf funktionierende Lager angewiesen. Digitalisierung und Automatisierung verändern die Tätigkeit, ersetzen den Beruf aber nicht – gefragt sind zunehmend Fachkräfte, die moderne Lagertechnik und Software sicher beherrschen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik?

Die duale Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis erwarten die meisten Ausbildungsbetriebe mindestens einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Bildungsabschluss.

Was ist der Unterschied zwischen Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlagerist?

Die Ausbildung zum Fachlageristen dauert zwei Jahre und ist stärker praktisch ausgerichtet. Die Fachkraft für Lagerlogistik wird drei Jahre ausgebildet und übernimmt zusätzlich Planungs- und Organisationsaufgaben. Das dritte Jahr kann auf die Fachlageristen-Ausbildung aufgesattelt werden.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Möglich sind unter anderem die Weiterbildung zum Logistikmeister, zum Fachwirt oder Betriebswirt für Logistik sowie – mit Meisterabschluss – ein Studium.