Private Krankenversicherung für Studenten

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Jeder Student muss sich zu Beginn seines Studiums die Frage beantworten, wie er sich in weiterer Folge versichern lassen möchte. Einerseits gibt es die Möglichkeit der gesetzlichen, andererseits die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung. Der Student hat für die Entscheidung drei Monate Zeit; die Frist startet mit dem Beginn der Einschreibung. Entscheidet sich der Student für die private Krankenversicherung, so muss er sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Gibt es von Seiten des Studenten keine Aktivitäten, die in weiterer Folge darauf schließen lassen, dass er sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, so wird er automatisch ein Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse.

Die Vor- und Nachteile einer privaten Krankenversicherung

Fakt ist, dass eine private Krankenversicherung Vor- und auch Nachteile mit sich bringt. Entscheidet sich der Student für eine private Krankenversicherung, so darf er sich über zahlreiche Leistungen freuen, die er individuell zusammenstellen kann. Doch auch die gesetzliche Krankenversicherung ist für viele Studenten empfehlenswert – diese Variante ist nämlich, aufgrund der Familienversicherung, bis zum 25. Lebensjahr kostenlos. Hat der Student den freiwilligen Wehr- oder den Bundesfreiwilligendienst absolviert, so kann er die gesetzliche Krankenversicherung bis zum 26. Lebensjahr kostenfrei nutzen. Entscheidet sich der Student für die private Krankenversicherung, so erhält er einen günstigen Studententarif. Derartige Vergünstigungen stehen bis zum 34. Lebensjahr zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung? Der Student kann mit Beitragsrückerstattungen rechnen, sofern er innerhalb des Versicherungsjahres keine medizinischen Leistungen in Anspruch genommen und somit keine Kosten für die Versicherungsgesellschaft verursacht hat. Des Weiteren profitiert der privatversicherte Student auch von der freien Arztwahl und muss zudem auch nicht die Kosten für Hilfsmittel oder Medikamente tragen. Selbst ein Zahnersatz, Heilpraktikerbehandlungen oder Sehhilfen werden von der privaten Krankenversicherung übernommen. Aufgrund der Tatsache, dass die gesetzliche Krankenkasse – etwa im Zuge eines Zahnarztbesuches – nur sehr wenige Leistungen übernimmt, kann sich die private Krankenversicherung durchaus lohnen. Sind die Eltern (oder auch nur ein Elternteil) Beamte, so profitiert der Student auch von der Beihilfe. Die Beihilfe steht aber nur zur Verfügung, sofern sich der Student für die private Krankenversicherung entscheidet. Die sogenannten Beihilfe-Tarife sind besonders günstig, da nur der Rest der Kosten abgesichert wird, der nicht über die Beihilfe abgedeckt ist. Der Nachteil? Wird der Student 25 Jahre, so gibt es kein Kindergeld mehr – somit endet auch der spezielle Tarif. In weiterer Folge kommt es zu einer deutlichen Erhöhung des Beitrages. Weiß der Student also schon im Vorfeld, dass das Studium länger dauern wird, sollte er schon im Vorfeld damit rechnen, dass er den günstigen Beihilfe-Tarif nicht bis zum Ende der Studienzeit nutzen kann.

Wie empfehlenswert ist eine private Krankenversicherung?

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Zu Beginn des Studiums ist es für viele Studenten sinnvoll, wenn sie weiterhin ein Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder sich mitunter, wenn sie bereits ein Mitglied der privaten Krankenversicherung sind, für die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden. Besteht eine Privatversicherung, wobei der Student nur während des Studiums ein Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung werden möchte, danach jedoch wieder die Leistungen der privaten Krankenversicherung nutzen will, sollte er sich die sogenannte Anwartschaft zusichern lassen. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Regelung, die vor allem Privatversicherten zur Verfügung steht – nach Ablauf der gesetzlichen Krankenversicherung ist es möglich, dass der Student wieder ein Mitglied der privaten Krankenversicherung wird, sich jedoch keiner neuerlichen Gesundheitsüberprüfung stellen muss. Zu beachten ist, dass diese Option jedoch kostenpflichtig ist. Ein analoges Verfahren gibt es u.a. auch wenn Sie Anwärter für eine Beamtenlaufbahn sind.

War der Student bislang gesetzlich versichert, so ist es tatsächlich fragwürdig, ob die private Krankenversicherung empfohlen werden kann. Gesetzlich krankenversicherte Studenten sind nämlich bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern mitversichert, sodass sie in weiterer Folge keine Beiträge entrichten müssen. Ist der Student älter als 25 Jahre, so gibt es den Studententarif. Dieser liegt bei etwa 90 Euro/Monat (inklusive des Pflegeversicherungsbeitrages). Diese Aussage gilt aber keinesfalls für alle Studenten. So ist es wichtig, welchen Versicherungsschutz der Student für sich selbst wünscht. Ist der Student mit einem Grundschutz zufrieden, dann kann sehr wohl die gesetzliche Krankenversicherung empfohlen werden. Möchte der Student jedoch bessere und auch umfangreichere Behandlungen in Anspruch nehmen, so sollte er sich für die private Krankenversicherung entscheiden. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass auch der Weg des Studenten, der nach dem Studium eingeschlagen wird, einen Einfluss auf die Entscheidung haben sollte, ob er eine private oder gesetzliche Krankenversicherung abschließen soll. Ist der Student überzeugt, dass er als Beamter Karriere machen wird, sollte er – auch aufgrund der Beihilfen – die private Krankenversicherung wählen. Ist der Student jedoch der Meinung, dass es gar nicht so einfach werden wird, nach dem Studium einen Job zu finden, so ist es mitunter besser, wenn er ein Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung wird. Entscheidet sich der Student für die private Krankenversicherung, so kann er nicht mehr ein Teil der gesetzlichen Krankenversicherung werden; erst dann, wenn er in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechselt, kann er aus der privaten Krankenversicherung austreten und wieder die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

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