Vermögenswirksame Leistungen in Investmentfonds anlegen

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Wer vermögenswirksame Leistungen (VL) mit Blick auf Renditechancen anlegen möchte, kann sie in einen Aktienfonds-Sparplan investieren. Diese Variante wird staatlich mit der höchsten Förderquote aller VL-Anlagen bezuschusst – bringt aber auch Kursrisiken mit sich.

Für wen eignet sich eine VL-Anlage in Investmentfonds?

Legen Anleger ihre vermögenswirksamen Leistungen in einen Aktienfonds an, nutzen sie die Renditechancen des Aktienmarkts. Anders als festverzinsliche Sparformen bieten Aktienfonds langfristig höhere Ertragschancen – eine garantierte Mindestrendite gibt es dafür nicht, und der Wert der Anteile schwankt.

Auch für alle, die bereits andere Anlageformen besitzen, kann ein Fondssparplan sinnvoll sein: Er sorgt für eine breitere Streuung des Vermögens (Diversifikation) und damit für ein ausgewogeneres Risiko. Unter bestimmten Voraussetzungen kommt zusätzlich eine staatliche Zulage hinzu.

Welche Förderung erhalten Anleger vom Staat?

Schaubild: Ablauf der VL-Förderung

Für VL in förderfähigen Aktienfonds zahlt der Staat die sogenannte Arbeitnehmersparzulage: 20 Prozent auf eine Sparleistung von bis zu 400 Euro im Jahr – also maximal 80 Euro Zulage pro Jahr. Das ist die höchste Förderquote aller VL-Anlageformen (Bausparen wird zum Beispiel nur mit 9 Prozent gefördert).

Anspruch hat, wessen zu versteuerndes Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Seit 2024 liegen diese – angehoben durch das Zukunftsfinanzierungsgesetz – bei 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Euro für zusammen veranlagte Ehe- oder Lebenspartner.

Die Arbeitnehmersparzulage muss für jedes Sparjahr über die Einkommensteuererklärung beantragt werden. Den Nachweis – die elektronische Vermögensbildungsbescheinigung – übermittelt der Anbieter seit 2017 direkt an das Finanzamt; die frühere Anlage VL in Papierform entfällt. Der Antrag ist bis zu vier Jahre nach Ablauf des Sparjahres möglich.

Ausgezahlt wird die Zulage allerdings erst nach Ende der Sperrfrist. Ein VL-Fondssparplan läuft dafür üblicherweise sieben Jahre: In den ersten sechs Jahren wird eingezahlt, im siebten Jahr ruht der Vertrag. Zahlt man weniger als den geförderten Höchstbetrag ein, fällt die Zulage anteilig entsprechend geringer aus.

Was sind die Vorteile von Fonds gegenüber anderen Anlageklassen?

Fondssparpläne bieten die Chance auf höhere Renditen als klassische Sparprodukte. Durch die regelmäßigen, gleichbleibenden Einzahlungen greift der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt): Bei niedrigen Kursen kauft man mehr Anteile, bei hohen weniger – über die Zeit gleicht sich der durchschnittliche Einstandspreis aus.

Das angelegte Kapital ist rechtlich als Sondervermögen geschützt. Es fällt nicht in die Insolvenzmasse der Fondsgesellschaft, sondern wird getrennt vom Vermögen des Anbieters verwahrt. Fondsanteile sind zudem in der Regel börsentäglich handelbar und damit liquide – bei einer geförderten VL-Anlage ist jedoch die Sperrfrist zu beachten.

Der wesentliche Nachteil: Weder Gewinn noch Rendite sind garantiert. Es kann zu Kursverlusten kommen, im theoretischen Extremfall bis zum Totalverlust – was bei einem breit gestreuten Aktienfonds allerdings sehr unwahrscheinlich ist.

Die wichtigsten Aspekte kurz zusammengefasst

  • Aktienfonds bieten die Chance auf höhere Renditen – ohne garantierte Mindestrendite
  • höchste staatliche Förderquote aller VL-Anlagen: 20 Prozent auf bis zu 400 Euro im Jahr (max. 80 Euro Zulage)
  • Einkommensgrenze seit 2024: 40.000 Euro (Alleinstehende) bzw. 80.000 Euro (zusammen Veranlagte)
  • übliche Laufzeit sieben Jahre (sechs Jahre Einzahlung, ein Jahr Ruhephase)
  • Kursschwankungen und Verlustrisiko – Gewinne sind nicht garantiert

Investmentfonds sind ein umfangreiches Thema, und die Angebote unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter deutlich. Eine ausführliche, individuelle Beratung können wir online nicht leisten. Nutzen Sie daher vor einem Vertragsabschluss die Beratung Ihrer Hausbank oder unabhängiger Berater, um sich über Chancen und Risiken zu informieren.

Weiterführende Information zum Cost-Average-Effekt bietet Stiftung Warentest: test.de.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat Anspruch auf die staatliche Förderung für VL in Aktienfonds?

Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage haben Arbeitnehmer, deren zu versteuerndes Einkommen die geltenden Grenzen nicht übersteigt. Seit 2024 liegen diese bei 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Euro für zusammen veranlagte Paare.

Wie lange ist ein VL-Fondssparplan gebunden?

Üblich sind sieben Jahre: sechs Jahre Einzahlung und ein Jahr Ruhephase. Erst nach Ablauf dieser Sperrfrist wird die angesparte Arbeitnehmersparzulage ausgezahlt.

Welche Risiken bestehen bei einer VL-Anlage in Aktienfonds?

Aktienfonds unterliegen Kursschwankungen; eine Mindestrendite ist nicht garantiert, Verluste sind möglich. Das eingezahlte Kapital ist jedoch als Sondervermögen geschützt und bleibt bei einer Insolvenz des Anbieters erhalten.

Wie beantrage ich die Arbeitnehmersparzulage?

Sie beantragen die Zulage für jedes Sparjahr in Ihrer Einkommensteuererklärung. Die nötige Bescheinigung übermittelt der Fondsanbieter elektronisch ans Finanzamt; der Antrag ist bis zu vier Jahre nach dem Sparjahr möglich.