machwaszaehlt.de – die Anti-Bundeswehr-Kampagne des Peng-Kollektivs

Bundeswehr
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Unter der Adresse machwaszaehlt.de verbirgt sich keine Seite der Bundeswehr, sondern eine kritische Gegenkampagne. Sie ahmte 2015 das Erscheinungsbild der offiziellen Bundeswehr-Werbung nach und stellte deren Botschaft satirisch auf den Kopf. Dieser Beitrag ordnet ein, was hinter der Kampagne steckt und welche Kritik sie an der Bundeswehr formuliert.

Was ist die Kampagne machwaszaehlt.de?

machwaszaehlt.de ist eine Aktion des Berliner Peng-Kollektivs (Peng! e. V.), eines Zusammenschlusses von Aktionskünstlerinnen, Künstlern und Aktivisten. Sie richtet sich gegen die Nachwuchswerbung der Bundeswehr, die 2015 unter dem Motto „Mach, was wirklich zählt“ mit einem Etat von rund 10,6 Millionen Euro startete. Die Gegenkampagne griff Gestaltung und Tonfall der offiziellen Kampagne auf, ersetzte die Werbebotschaft aber durch kritische Fragen zum Soldatenberuf.

Der Domain-Trick hinter der Kampagne

Möglich wurde die Aktion durch eine Lücke bei der Domain-Reservierung: Die Bundeswehr sicherte sich zwar „machwaszählt.de“ mit Umlaut, ließ die Schreibweise ohne Umlaut – „machwaszaehlt.de“ mit „ae“ – jedoch frei. Das Peng-Kollektiv registrierte die offene Adresse. Die Gegenkampagne kostete nach eigenen Angaben nur rund 100 Euro und verbreitete sich über Twitter und Facebook rasch – ein auffälliger Kontrast zum Millionen-Etat der Bundeswehr-Werbung.

Welche Kritik die Kampagne an der Bundeswehr übt

Die Seite empfängt Besucher mit der Frage, ob der Soldatenberuf wirklich so erstrebenswert sei, wie die Werbung suggeriert, und führt mehrere Kritikpunkte an:

  • Auslandseinsätze und Lebensgefahr: Die Kampagne verweist auf die deutschen Auslandseinsätze und darauf, dass seit 1992 über 100 Bundeswehrangehörige im Einsatz ums Leben kamen.
  • Psychische Folgen: Krieg und Kampfeinsätze können schwere seelische Belastungen nach sich ziehen – ein Aspekt, den die offizielle Werbung nach Darstellung der Kampagne ausblende.
  • Rechtsextreme Vorfälle: Die Kampagne nennt für das Jahr 2013 über 50 gemeldete rechtsextreme Vorfälle in der Truppe.
  • Situation von Frauen: Sie beruft sich auf Angaben, wonach rund 55 Prozent der Soldatinnen sexuelle Belästigung erlebt hätten.
  • „Mach, was wirklich zählt“: Statt des Militärdiensts wirbt die Kampagne dafür, zivile Berufe zu ergreifen, die der Gesellschaft nützen.

Diese Zahlen stammen aus der Kampagne selbst beziehungsweise aus der Berichterstattung über sie. Sie geben die Position der Initiatoren wieder und sind nicht als amtliche Statistik zu verstehen.

Einordnung

machwaszaehlt.de ist ein Beispiel für „Adbusting“ – politische Kunst, die Werbung mit ihren eigenen Mitteln kontert. Die Aktion war 2015 ein vielbeachtetes Medienereignis und zeigt, wie eine kleine, zugespitzte Kampagne gegen ein großes Werbebudget bestehen kann. Ob man die Kritik teilt, ist eine politische Frage. Die Bundeswehr ist zugleich einer der größten öffentlichen Arbeitgeber Deutschlands mit zahlreichen zivilen und militärischen Ausbildungswegen – wer sich dafür interessiert, findet dazu sachliche Informationen und Prüfungsvorbereitung.

Du willst dich trotzdem bei der Bundeswehr bewerben?

Dann helfen dir diese Beiträge weiter:

Alle Einstellungstests im Überblick

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Kampagne machwaszaehlt.de und wer steht dahinter?

machwaszaehlt.de ist eine 2015 gestartete Gegenkampagne des Berliner Peng-Kollektivs. Sie parodiert die Nachwuchswerbung der Bundeswehr („Mach, was wirklich zählt“) und stellt deren Aussagen kritisch infrage.

Warum konnte das Peng-Kollektiv die Domain machwaszaehlt.de nutzen?

Die Bundeswehr hatte die Schreibweise mit Umlaut („machwaszählt.de“) reserviert, die Variante mit „ae“ jedoch nicht. Das Kollektiv registrierte die freie Domain und baute darauf seine Kampagne auf.

Welche Kritikpunkte äußert die Kampagne an der Bundeswehr als Arbeitgeber?

Die Kampagne thematisiert Auslandseinsätze und Todesfälle, psychische Belastungen durch Kampfeinsätze, rechtsextreme Vorfälle sowie sexuelle Belästigung von Soldatinnen. Die genannten Zahlen sind Angaben der Kampagne, keine amtliche Statistik.

Wie läuft der Einstellungstest bei der Bundeswehr ab?

Der Auswahlprozess umfasst in der Regel einen computergestützten Test, eine sportliche Prüfung, eine ärztliche Untersuchung und persönliche Gespräche. Ablauf und Vorbereitung erklärt der Beitrag Bundeswehr Einstellungstest.

Welche Alternativen zum Dienst in der Bundeswehr gibt es für Berufseinsteiger?

Wer sich gesellschaftlich engagieren möchte, kann zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr, den Bundesfreiwilligendienst oder eine zivile Ausbildung beziehungsweise ein Studium wählen. Auch die Kampagne selbst wirbt für solche zivilen Wege.