KI-Nutzung im beruflichen Kontext: Wie Unternehmen davon profitieren

Beitragsbild: mit KI erstellt

Künstliche Intelligenz (KI) wird derzeit intensiv diskutiert und gewinnt auch im beruflichen Alltag rasch an Bedeutung. Laut Statistischem Bundesamt setzte 2024 bereits jedes fünfte Unternehmen in Deutschland KI-Technologien ein – 2023 war es erst jedes achte. Doch was steckt hinter dem Begriff, und wo profitieren Unternehmen konkret davon?

Was ist Künstliche Intelligenz?

Mit den autonomen Maschinen aus alten Science-Fiction-Filmen hat die heutige KI wenig gemein. Gemeint sind Computersysteme, die Aufgaben übernehmen, für die sonst menschliche Intelligenz nötig wäre – etwa Sprache verstehen, Muster in großen Datenmengen erkennen oder Texte erzeugen. Zentral sind dabei das maschinelle Lernen (ML) und das Deep Learning (DL): Verfahren, bei denen Systeme aus großen Mengen an Beispieldaten lernen, statt starr programmiert zu werden.

Solche Anwendungen sind längst Alltag – von der automatischen Fotoerkennung über Produktvorschläge in Online-Shops bis zu Sprachassistenten. Eine neue Dimension erreichte das Thema mit ChatGPT, das OpenAI Ende November 2022 veröffentlichte. Wichtig bleibt: Aktuelle KI entwickelt keine eigenständigen Gedanken, sondern ist auf die Daten und Vorgaben angewiesen, die Menschen ihr bereitstellen. Das genügt jedoch, um sie in vielen Unternehmensbereichen einzusetzen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten im beruflichen Umfeld

KI kann große Datenmengen auswerten und daraus verwertbare Informationen gewinnen. Ein Sprachmodell wie ChatGPT lässt sich zum Beispiel nutzen, um Textentwürfe für die Kommunikation mit Kundschaft und Lieferanten zu erstellen oder Routineschriftverkehr vorzubereiten. Darüber hinaus setzen Unternehmen KI unter anderem für diese Aufgaben ein:

  • Übersetzungen anfertigen
  • Texte für Landingpages und Produktbeschreibungen verfassen
  • Personalplanung
  • Buchhaltung und Rechnungswesen
  • Produktentwicklung
  • Programmierung von Software
  • automatisierte Fehlererkennung
  • Erkennung von Betrug
  • Risikomanagement

Welche Bereiche in der Praxis überwiegen, zeigt die Erhebung des Statistischen Bundesamts für 2024: KI-nutzende Unternehmen setzen die Technologie am häufigsten in Marketing und Vertrieb (33 %) ein, gefolgt von Produktions- und Serviceprozessen (25 %) sowie Verwaltung und Rechnungswesen (je 24 %). Technisch stehen dabei Text- und Sprachverfahren im Vordergrund: Textanalyse beziehungsweise Text Mining (48 %), Spracherkennung (47 %) und die Erzeugung natürlicher Sprache (34 %).

Schaubild: KI-Nutzung in Unternehmen

Tipps für die Implementierung von KI-Anwendungen in Unternehmen

Damit KI im Betrieb echten Nutzen bringt, braucht es Fachwissen – bei der Auswahl passender Lösungen ebenso wie im täglichen Umgang. Genau daran hapert es vielerorts: Als häufigsten Grund gegen einen KI-Einsatz nennen Unternehmen laut Statistischem Bundesamt fehlendes Wissen (71 %), gefolgt von Unsicherheit über die rechtlichen Folgen (58 %) und Datenschutzbedenken (53 %). Wer KI einführen möchte, sollte sich daher gründlich mit den verfügbaren Lösungen befassen und gezielt KI-Weiterbildungen nutzen, um Mitarbeitende zu schulen.

Der zunehmende KI-Einsatz wird einzelne Tätigkeiten verändern und manche Stellen überflüssig machen, zugleich aber neue Berufsbilder schaffen. Wohin die Entwicklung langfristig führt – etwa in Kombination mit Robotik für körperliche Arbeiten – lässt sich seriös noch nicht absehen.

Häufig gestellte Fragen

Welche KI-Tools eignen sich für kleine und mittlere Unternehmen?

Für KMU sind meist einsatzfertige Cloud-Dienste sinnvoll, die sich ohne eigene Entwicklung nutzen lassen. Am weitesten verbreitet sind laut Statistischem Bundesamt Text- und Sprachanwendungen – Werkzeuge zur Textanalyse, zur Spracherkennung und zur Texterzeugung, etwa Schreib- und Chatassistenten oder Übersetzungsdienste. Welche Lösung passt, hängt vom Anwendungsfall ab; ein Test mit einem klar umrissenen Aufgabenbereich ist ein guter Einstieg.

Wie hoch sind die Kosten für die Einführung von KI?

Pauschale Beträge gibt es nicht. Die Spanne reicht von günstigen, monatlich abgerechneten Cloud-Abos bis zu teuren Individualentwicklungen mit eigener Dateninfrastruktur. Neben Software- oder Lizenzkosten fallen Aufwände für Einführung, Datenaufbereitung und Schulung an. Für viele kleinere Unternehmen ist der Einstieg über fertige Standarddienste am kostengünstigsten.

Welche Berufe verändert KI besonders stark?

Am stärksten betroffen sind Tätigkeiten mit vielen wiederkehrenden, text- oder datenlastigen Aufgaben – etwa in Verwaltung, Buchhaltung, Übersetzung oder der standardisierten Kundenkommunikation. Bislang unterstützt KI solche Arbeiten in den meisten Fällen, statt sie vollständig zu ersetzen; zugleich entstehen neue Aufgaben rund um Entwicklung, Betreuung und Kontrolle der Systeme.

Welche Qualifikationen brauchen Mitarbeitende für den Umgang mit KI?

Wichtig sind ein grundlegendes Verständnis dafür, wie KI-Systeme arbeiten und wo ihre Grenzen liegen, der sichere Umgang mit Daten und Datenschutz sowie die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen. Da fehlendes Wissen der meistgenannte Hemmschuh ist, sind gezielte Weiterbildung und Einarbeitung entscheidend.