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Berufsbild Kommunikationstrainer

Warum ist Kommunikation so wichtig?

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Die raschen Veränderungen der Arbeitswelt in Unternehmen, Institutionen, Organisationen und ebenso im Privatleben stellen immer neue Herausforderungen. Grundlage dieser sich wandelnden Welt ist vor allen Dingen eine funktionierende Kommunikation, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Doch kommt es im Alltag und im Berufsleben immer wieder zu Missverständnissen, mangelhafter oder fehlerhafter Kommunikation, die zu Frustration und Unzufriedenheit führen können.

An dieser Stelle kann ein Kommunikationstrainer helfen. Er ist darauf geschult, sowohl die interpersonelle als auch die Kommunikation in größeren Gruppen, wie etwa in Unternehmen, zu analysieren, Probleme aufzuzeigen und verschiedene Lösungsansätze für diese zu bieten.

Man kann nicht nicht kommunizieren

Der bekannte österreichische Kommunikationswissenschaftler und Soziologe Paul Watzlawick prägte den Satz: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Damit meinte er, dass, wann immer mindestens zwei Menschen aufeinandertreffen, Kommunikation stattfindet. Wir können gar nicht anders, wir senden und empfangen ständig Botschaften. Dabei findet der Austausch ebenso unbewusst und nonverbal (also ohne zu sprechen, zum Beispiel durch Mimik und Gestik) statt. So ist es gar nicht verwunderlich, dass in der zwischenmenschlichen Kommunikation so viel Potenzial für Missverständnisse und Konflikte liegt. Kommunikationstrainer sind darauf geschult, auch nonverbales und unbewusstes kommunikatives Verhalten zu erkennen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Was genau macht ein Kommunikationstrainer?

Im Prinzip sorgt ein Kommunikationstrainer dafür, dass problembelastete Beziehungen in Privat- und Arbeitsleben durch verbessertes kommunikatives Verhalten künftig konfliktärmer, lösungsorientierter und erfolgreicher ablaufen.

Kommunikationstrainings finden meistens in Form von Gruppenunterricht als Workshops oder Seminare statt. In manchen Fällen können auch nur eine oder zwei Personen von einem Kommunikationstrainer betreut werden. Für gewöhnlich buchen größere Firmen Kommunikationstrainer, um die kommunikativen Prozesse im Unternehmen zu verbessern. Der Trainer macht sich zunächst ein Bild von der Lage, bei der verschiedene Fragestellungen wichtig sind: Wie verläuft die Kommunikation im Unternehmen? Wie ist das Verhalten der Mitarbeiter untereinander? Wie verhalten sich Vorgesetzte gegenüber ihren Untergebenen? Welche Möglichkeiten des Austausches gibt es im Unternehmen? Wie reagieren Mitarbeiter oder Vorgesetzte auf Kritik und Lob? Und: Wie viel Kommunikation findet überhaupt statt?

Nach dieser Analysephase erfolgt die Arbeit in der Gruppe. Der Kommunikationstrainer macht die Beteiligten auf eventuelle Missstände in ihrem kommunikativen Verhalten aufmerksam und bietet Lösungsvorschläge. Ebenso sind Gruppenübungen ein geeignetes und gängiges Mittel, um eigenen Fehler zu erkennen und daran zu arbeiten. Die Beteiligten sollen vor allen Dingen selbst erkennen, was in der Kommunikation verbesserungswürdig ist und welche Strategien sich zur Umsetzung eignen. Der Kommunikationstrainer bietet dabei selbstverständlich zahlreiche Hilfestellungen, Ideen und Konzepte an.

Als Kommunikationstrainer muss man somit über ein fundiertes Wissen über menschliche Kommunikation, Körpersprache und Gruppenprozesse verfügen, zudem sollte man ein aufmerksamer Beobachter sein, der sein theoretisches Wissen gut in die Praxis umsetzen kann.

Kommunikationstrainer arbeiten zumeist auf selbstständiger freiberuflicher Basis.

Ausbildung zum Kommunikationstrainer

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kommunikationstrainer zu werden.

Häufig handelt es sich um Psychologen oder Wirtschaftspädagogen mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium.

Doch gibt es ebenso Möglichkeiten für Quereinsteiger, in dem Beruf tätig zu werden. Zahlreiche Institute bieten Weiterbildungen und Kurse zur Fortbildung zum Kommunikationstrainer an. Interessierte sollten dabei aber einige Dinge bedenken: Eine sehr teure und sehr kurze Fortbildung für Personen ohne jegliche Vorkenntnisse bereitet eher nicht optimal auf die Tätigkeit hin. Es ist von Vorteil, bereits über Grundkenntnisse im Bereich der Kommunikation zu verfügen und einen solchen Lehrgang als Wissenserweiterung zu betrachten. Wochenendkurse, die oftmals angeboten werden, können in solch einen anspruchsvollen und verantwortungsvollen Beruf kaum zum Erfolg führen.


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